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Hybride Intelligenz
Hybride Intelligenz ist eine Bezeichnung für allgemeine künstliche Intelligenz durch Kombination von menschlicher Intelligenz und Intelligenz von Maschinen.
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Grundidee und Bedeutung
Hybride Intelligenz bezeichnet allgemeine künstliche Intelligenz, die durch die Verbindung menschlicher Intelligenz mit der Intelligenz von Maschinen entsteht. Ihr Zweck ist es, die unterschiedlichen, sich ergänzenden Stärken beider Seiten zu kombinieren.
Dellermann et al. (2019) definieren hybride Intelligenz als „die Fähigkeit, komplexe Ziele durch die Kombination von menschlicher und künstlicher Intelligenz zu erreichen und dabei bessere Ergebnisse zu erzielen, als sie beide einzeln hätten erreichen können, und sich durch Lernen voneinander kontinuierlich zu verbessern.“ Entscheidend sind somit drei Merkmale: das Zusammenspiel menschlicher und künstlicher Intelligenz, Ergebnisse oberhalb der jeweiligen Einzelleistung und eine fortlaufende Verbesserung durch gemeinsames Lernen.
Die Forschung zur hybriden Intelligenz ist interdisziplinär. Sie verbindet Informatik, Informationssystemforschung, Neurowissenschaft, Kognitive Psychologie und Wirtschaftsingenieurwesen.
Verständnis von Intelligenz
Verschiedene Wissenschaften verwenden unterschiedliche Definitionen und Maße für Intelligenz. Je nach Fachgebiet werden beispielsweise soziale, logische, räumliche oder musische Fähigkeiten betrachtet. Für hybride Intelligenz gilt deshalb eine inklusive und übergeordnete Definition: Intelligenz ist allgemein die Fähigkeit, komplexe Ziele zu erreichen, zu lernen, Schlussfolgerungen zu ziehen und mit der Umwelt zu interagieren.
Menschliche und kollektive Intelligenz
Menschliche Intelligenz ist die Fähigkeit des Menschen, zu lernen, Schlussfolgerungen zu ziehen und auf Grundlage seines Wissens mit der Umwelt zu interagieren. Dadurch können sich Menschen an veränderte Umweltbedingungen anpassen und ihre Ziele erreichen. Nach Wechsler ist Intelligenz die zusammengesetzte oder umfassende Fähigkeit eines Individuums, zielgerichtet zu handeln, vernünftig zu denken und mit seiner Umwelt zu interagieren.
Kollektive Intelligenz wird ebenfalls Menschen zugeschrieben. Sie bezeichnet Gruppen von Individuen, die so gemeinsam handeln, dass ihre Zusammenarbeit intelligent wirkt. Wissenschaftler verbinden dies mit der „Weisheit der Masse“, also der zusammengeführten Intelligenz einzelner Gruppenmitglieder. Eine durchschnittliche Gruppe kann bessere Ergebnisse erzielen als eine einzelne Person aus dieser Gruppe oder ein einzelner Experte, weil Fehler reduziert und das Wissen mehrerer Menschen zusammengeführt werden.
Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz wird Maschinen zugeschrieben. Der Begriff bezeichnet Systeme, die Tätigkeiten ausführen, die mit menschlichem Denken verbunden werden, darunter Entscheidungen, Problemlösen und Lernen. Trotz unterschiedlicher Definitionen gilt grundsätzlich, dass eine solche Maschine komplexe Ziele erreichen können muss.
Dazu gehören unter anderem die Verarbeitung von Sprache, das Wahrnehmen von Objekten, das Speichern und Anwenden von Wissen sowie maschinelles Lernen. Maschinelles Lernen ermöglicht es einem System, sich an neue Umgebungen anzupassen und darin zu arbeiten.
Es gibt verschiedene Ansätze zur Entwicklung künstlicher Intelligenz. Ein Beispiel ist Cognitive Computing. Dieser Ansatz zielt auf einen zusammenhängenden, einheitlichen und universellen Mechanismus, der von den Fähigkeiten des menschlichen Geistes inspiriert ist und eine einheitliche rechnerische Theorie des Geistes umsetzt. Dabei sollen Maschinen entstehen, die „lernen und denken wie Menschen“.
Zusammenspiel, Leistung und Lernen
Hybride Intelligenz verlangt nicht, dass alle Aufgaben zwingend kollektiv ausgeführt werden. Die Aktivitäten der beteiligten Teile können voneinander abhängig sein, obwohl eine solche Abhängigkeit nicht immer erforderlich ist, um das Ziel zu erreichen.
Von „besseren Ergebnissen“ wird gesprochen, wenn das hybride System eine Leistung erreicht, die keiner der beteiligten Akteure bei derselben Aufgabe allein erreichen würde.
Kontinuierliches Lernen ist ein zentraler Bestandteil. Durch die Erfahrungen beim Lösen einer Aufgabe verbessert sich mit der Zeit das gesamte soziotechnische System – also das verbundene System aus Menschen und Technik. Gleichzeitig können sich auch seine einzelnen Komponenten, beispielsweise die beteiligten Menschen und Maschinen, weiterentwickeln.