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Hokensei
Hokensei (oder Hōkensei; japanisch: ほけんせい) ist der japanische Begriff für das politische System Japans von der Kamakura-Zeit bis zur Meiji-Restauration …
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Definition und zeitlicher Rahmen
Hokensei oder Hōkensei (japanisch: ほけんせい) bezeichnet das politische System Japans von der Kamakura-Zeit bis zur Meiji-Restauration und zur Auflösung des Han-Systems im Jahr 1871. Der Begriff wird teilweise mit „Feudalismus“ übersetzt oder gleichgesetzt. Diese Gleichsetzung gilt jedoch als problematisch, weil sich die japanischen Verhältnisse deutlich vom europäischen Feudalismus unterscheiden konnten.
Aufbau des politischen Systems
Im Hoken-System belehnte der Shogun, also der Militärregent, einen Daimyo, einen Fürsten, mit einem Ho, einem Stück Land. Dieses Lehen war de facto erblich. Die politische und militärische Macht eines Daimyo beruhte auf festen Herr-Vasall-Beziehungen zu seinen Samurai.
Begriffliche Entwicklung
Der Ausdruck wurde spätestens am Ende des 17. Jahrhunderts von Intellektuellen der Edo-Zeit auf die damaligen und früheren japanischen Verhältnisse übertragen. Sie erkannten Ähnlichkeiten mit dem in chinesischen Quellen beschriebenen politischen System der Zhou-Dynastie. Hokensei wurde für das japanische System seit der Errichtung des ersten Shogunats im späten 12. Jahrhundert verwendet und mit dem Bakufu, der Herrschaftsordnung des Shogunats, gleichgesetzt.
Der Ausdruck war in Japan bereits gebräuchlich, bevor dort der europäische Feudalismus bekannt wurde. Nach der erzwungenen Öffnung Japans sahen Europäer vermeintliche Parallelen zwischen der Edo-Zeit und dem europäischen Feudalismus. Daher wurden beide Systeme in der japanischen und westlichen Geschichtsschreibung häufig gleichgesetzt. Heute unterscheiden japanische Historiker eher zwischen Hokensei und Feudalismus, damit das „wenig feudale Tokugawa-Japan“ nicht ohne ausreichende Differenzierung unter den Feudalismusbegriff fällt.
Grenzen und Kritik
Der Begriff Hokensei fasst beinahe 700 Jahre japanischer Geschichte zusammen. Er umfasst sowohl das japanische Mittelalter – vom späten 12. Jahrhundert und der Errichtung des Kamakura-Shogunats bis zum Beginn der Azuchi–Momoyama-Zeit 1573 – als auch die frühe Neuzeit, insbesondere die Edo-Zeit von 1603 bis 1867. In diesem langen Zeitraum veränderte sich das politische System Japans stark.
Deshalb unterteilten verschiedene Historiker das Hokensei in eine reife beziehungsweise gereifte und eine oder mehrere unreife Phasen. Die Edo-Zeit gilt dabei als reife Phase. Als unreif wird vor allem die frühe Kamakura-Zeit, teilweise aber auch das gesamte japanische Mittelalter eingeordnet.
Auch die Gleichsetzung mit dem europäischen Feudalismus kann irreführend sein. Nach Shiro Ishii gab es zumindest während der Edo-Zeit nur sehr wenige Elemente und Strukturen, die im klassischen europäischen Sinn als feudal gelten können.