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Hochschule Luzern
Die Hochschule Luzern (HSLU) ist eine öffentlich-rechtliche Fachhochschule der sechs Zentralschweizer Kantone. Sie wurde 1997 unter dem Namen Fachhochschule …
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Profil und Aufgaben
Die Hochschule Luzern (HSLU) ist eine öffentlich-rechtliche Fachhochschule der sechs Zentralschweizer Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug. Sie wurde 1997 gegründet und ist die grösste Bildungsinstitution der Zentralschweiz. Standorte befinden sich in Luzern, Emmenbrücke, Kriens, Horw und Rotkreuz. Rektorin ist seit dem 1. Dezember 2022 Barbara Bader.
Die HSLU erfüllt den Leistungsauftrag ihrer Trägerkantone in Ausbildung, Weiterbildung, Forschung und Dienstleistungen. Als Fachhochschule ist sie praxisorientiert. Die Zulassung erfolgt in der Regel über eine berufliche Grundbildung mit Berufsmaturität oder über andere Wege mit entsprechender Berufspraxis.
Im Jahr 2025 besuchten 8696 Studierende einen Bachelor- oder Masterstudiengang. 13 081 Personen nahmen an Weiterbildungsprogrammen teil, darunter MAS, DAS, CAS und SAS. Insgesamt beschäftigte die HSLU 2144 Mitarbeitende, darunter 973 Dozierende.
Entstehung und institutionelle Entwicklung
Die Hochschule wurde 1997 unter dem Namen Fachhochschule Zentralschweiz (FHZ) auf Grundlage des Fachhochschulgesetzes des Bundes und des Fachhochschul-Konkordats der sechs Zentralschweizer Kantone gegründet. Im Gründungsjahr waren 293 Studierende eingeschrieben. Die ersten Studiengebiete waren Technik, Architektur und Wirtschaft; später kamen Design & Kunst, Soziale Arbeit und Musik hinzu.
Seit dem 15. Oktober 2007 treten die früheren Teilschulen gemeinsam unter dem Namen «Hochschule Luzern» auf. Zunächst standen Technik & Architektur, Wirtschaft sowie Design & Kunst unter der Trägerschaft des Kantons Luzern, während Musik und Soziale Arbeit von Stiftungen getragen wurden. Seit der neuen Fachhochschulvereinbarung vom 1. Januar 2013 liegt die Trägerschaft für alle Departemente bei den Zentralschweizer Kantonen. 2016 wurde das Departement Informatik gegründet.
Die HSLU besteht heute aus sechs Departementen. Viele ihrer Vorgängereinrichtungen sind älter als die Hochschule selbst: Das Departement Technik & Architektur geht unter anderem auf das 1946 gegründete Abendtechnikum der Innerschweiz und das 1958 gegründete Zentralschweizerische Technikum Luzern zurück. Die Soziale Arbeit entwickelte sich aus der 1918 eröffneten Schweizerischen Sozial-Caritativen Frauenschule. Das Departement Design Film Kunst geht auf die 1877 gegründete Kunstgewerbeschule Luzern zurück und ist damit die älteste Kunsthochschule der Schweiz. Musik entstand 1999 aus dem Zusammenschluss mehrerer Luzerner Musikinstitutionen.
Technik, Informatik und Wirtschaft
Das Departement Technik & Architektur in Horw bietet Bachelor- und Masterstudiengänge in Architektur, Innenarchitektur, Bauingenieurwesen, Gebäudetechnik und Energie, Elektrotechnik, Maschinen- und Energietechnik, Innovation und Technologiemanagement, Medizintechnik sowie Natur- und Geisteswissenschaften an. Zu den 11 Bachelorstudiengängen gehören Architektur, Innenarchitektur, Bauingenieurwesen, Digital Construction, Gebäudetechnik | Energie, Elektrotechnik und Informationstechnologie, Maschinentechnik, Digital Engineering, Wirtschaftsingenieur | Innovation, Medizintechnik | Life Sciences sowie Energie- und Umwelttechnik. Hinzu kommen die Masterstudiengänge Engineering, Architektur und kollaborative Raumentwicklung. Das Departement betreibt anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung und arbeitet mit Wirtschaft und Industrie zusammen.
Die Weiterbildung umfasst unter anderem MAS-, DAS- und CAS-Programme in Bauökonomie, Wirtschaftsingenieur, Energie und Nachhaltigkeit im Bau (ENBau), Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT), IT Network Manager, Designingenieur, Gebäudebewirtschaftung und Software-Engineering. Kompetenzzentren arbeiten unter anderem zu Autonomous Systems and Robotics, Bioscience and Medical Engineering, Business Engineering, Digital Energy and Electric Power, Fluidmechanik und numerischen Methoden, Gebäudehülle und Ingenieurbau, Gebäudetechnik und Energie, Gebäudeintelligenz, Intelligent Sensors and Networks, mechanischen Systemen, thermischen Energiespeichern, thermischen Energiesystemen und Verfahrenstechnik sowie Typologie und Planung in Architektur.
Das Departement Informatik in Rotkreuz wurde 2016 durch die Zusammenlegung der Informatik des Departements Technik & Architektur mit der Wirtschaftsinformatik des Departements Wirtschaft gebildet. Schwerpunkte sind Data Science, Künstliche Intelligenz, Blockchain, Immersive Realities, Software Engineering, Security und Digital Business. Angeboten werden acht Bachelorstudiengänge, darunter Artificial Intelligence & Machine Learning, Business IT & Digital Transformation, Digital Ideation, Immersive Technologies, Informatik, Information & Cyber Security, International IT Management und Wirtschaftsinformatik. Die Masterangebote reichen von Wirtschaftsinformatik und Engineering über Information & Cyber Security und Digital Ideation bis zu IT Digitalization & Sustainability, Music & Digital Creation sowie Fachdidaktik Medien und Informatik.
Das Departement Wirtschaft in Luzern und Zug konzentriert sich auf Betriebswirtschaft und Management. Die sechs Bachelorstudiengänge sind Business Administration, International Business Administration, Business Psychology, Economics and Data Science in Mobility, Hospitality Management und International Sustainable Tourism. Auf Masterstufe gibt es Applied Information and Data Science, Banking and Finance, Business Administration, Business Psychology, International Financial Management und Real Estate. Zur Weiterbildung gehören 1 Executive MBA, 24 MAS, 5 DAS, 50 CAS sowie weitere Lehrgänge und Vorbereitungskurse. Die vier Institute sind das Institut für Betriebs- und Regionalökonomie (IBR), das Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ), das Institut für Kommunikation und Marketing (IKM) sowie das Institut für Tourismus und Mobilität (ITM). 2021 wurde die AACSB-Akkreditierung abgeschlossen.
Soziale Arbeit, Design und Musik
Das Departement Soziale Arbeit bietet Ausbildungen in Sozialarbeit, Sozialpädagogik und verwandten sozialen Berufen an. Die Bachelorstudiengänge sind Sozialarbeit, Soziokultur, Sozialpädagogik sowie Neue Konzepte und Innovation. Dazu kommen der Masterstudiengang Soziale Arbeit und Weiterbildungen etwa in Arbeitsintegration, Behinderung und Lebensqualität, Kindes- und Erwachsenenschutz, Prävention und Gesundheit, sozialer Sicherheit, Sozialmanagement und Sozialpolitik. Als einzige Hochschule in der Deutschschweiz bietet das Departement im Bachelor die Studienrichtung Soziokulturelle Animation an. Es gehören vier Institute dazu: das Institut für Soziokulturelle Entwicklung, das Institut Sozialarbeit und Recht, das Institut für Sozialpädagogik und Sozialpolitik sowie das Institut für Pflege und Interprofessionalität. Zusätzlich werden Bachelor- und Masterstudiengänge in Pflege angeboten. Beiträge zur Theorie und Praxis erscheinen im eigenen interact Verlag. 2025 hatte das Departement 135 Mitarbeitende, 870 Studierende in der Ausbildung und rund 1900 Studierende in der Weiterbildung.
Das Departement Design Film Kunst in Emmenbrücke umfasst Design, Kunst, Film und Animation. Sein Studienangebot besteht aus einem gestalterischen Vorkurs, drei Bachelorstudiengängen und sieben Masterstudiengängen. Der Bachelor Design bietet unter anderem Camera Arts, Data Design + Art, Design Management International, Digital Ideation, Graphic Design, Illustration, Objektdesign, Spatial Design, Textildesign sowie Transformation & Nachhaltigkeit. Hinzu kommen Film mit den Richtungen Animation und Video sowie Kunst und Vermittlung. Auf Masterstufe gibt es Angebote in Design, Digital Ideation, Service Design, Eco-Social Design, Kunst, Film und Animation. Weiterbildungen umfassen unter anderem CAS Designing Digital Futures, CAS Green Consultant und CAS Design Management. Bis November 2019 war das Departement auf mehrere Standorte in Luzern verteilt; danach zog es in die Viscosistadt in Emmenbrücke.
Das Departement Musik in Kriens verbindet klassische und angewandte Musik sowie Musikpädagogik. Es bietet vier Bachelorstudiengänge an: Musik (generalisierend), Musik (mit Spezialisierung), Musik (berufsqualifizierend) sowie Musik und Bewegung (berufsqualifizierend). Die Profile und Spezialisierungen umfassen unter anderem Klassik, Jazz, Volksmusik, Improvisation, Komposition, Kirchenmusik und Blasmusikdirektion. Auf Masterstufe gibt es Musik und Musikpädagogik mit Spezialisierungen wie Performance, Orchester, Kammermusik, Dirigieren, Komposition, Artistic Research, Instrumental-/Vokalpädagogik und Schulmusik II. 2020 wurden die vier früheren Standorte auf dem Campus Südpol in Kriens zusammengeführt. Bühnenpraxis ist Bestandteil des Studiums; Kooperationen bestehen unter anderem mit der Lucerne Festival Academy, dem Luzerner Sinfonieorchester und dem Luzerner Theater. Berufsbegleitende Weiterbildungen schliessen mit MAS, DAS oder CAS ab.
Forschung und Entwicklung
Forschung und Entwicklung (F&E) gehört zu den Kernaufgaben der Hochschule Luzern. Projekte werden häufig interdisziplinär durchgeführt und entstehen in Zusammenarbeit mit Unternehmen, öffentlichen Institutionen sowie Partnern aus Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und dem internationalen Umfeld.
Thematische Schwerpunkte sind unter anderem Energie und Nachhaltigkeit, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Gesundheit und soziale Innovation, Design sowie Blockchain-Technologien. Die Finanzierung erfolgt durch öffentliche Fördermittel, etwa von Innosuisse und dem Schweizerischen Nationalfonds, durch Bundesmittel sowie durch Drittbeiträge von Wirtschaftspartnern, Stiftungen und internationalen Programmen. Das Ressort Forschung und Entwicklung übernimmt die übergeordnete Koordination.
Stiftung und Ehemaligenorganisation
Die HSLU Foundation wurde 2016 als rechtsfähige Stiftung gegründet. Sie fördert die Hochschule Luzern, insbesondere durch finanzielle Unterstützung für Forschung, Stipendien und Projekte, die nicht durch das reguläre Budget gedeckt sind. Zudem vermittelt sie zwischen Spendern und Projekten. Bei der «Giving Week» werden beispielsweise Spenden für Studierende in finanziellen Notlagen gesammelt. 2023 kamen rund 26 000 Schweizer Franken zusammen; die Zuger Kantonalbank verdoppelte diesen Betrag. Zum 1. April 2026 wird Ivan Buck die Geschäftsführung der Hochschule Luzern Foundation übernehmen.
Die Hochschule Luzern Alumni ist die Ehemaligenorganisation der HSLU. Sie vernetzt Absolventinnen und Absolventen, hält den Kontakt zur Hochschule aufrecht, bietet Mitgliedervorteile und organisiert Veranstaltungen wie Workshops. 2012 schlossen sich vier zuvor getrennte Alumni-Vereine der Departemente zu einer gemeinsamen Organisation zusammen. Die Hochschule Luzern Alumni bezeichnet sich als grössten Ehemaligenverein der Schweiz.