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Heilige Schriften des Sikhismus
Die Heiligen Schriften des Sikhismus stehen bei den Sikhs im Zentrum des Versammlungsortes, dem Gurdwara, und spielen im gesamten religiösen Leben eine …
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Bedeutung der heiligen Schriften
Die heiligen Schriften stehen im Zentrum des Gurdwara, des Versammlungsortes der Sikhs, und prägen das gesamte religiöse Leben. Die wichtigste Schrift ist der Guru Granth Sahib. Daneben ist der Dasam Granth für den täglichen religiösen Gebrauch bedeutsam.
Stellung im religiösen Leben
Der Guru Granth Sahib gilt nicht nur als heilige Schrift, sondern als sichtbare, veräußerte Form der zehn Gurus. Er wird deshalb wie ein Mensch behandelt und als spirituelle Quelle sowie als Sitz des allmächtigen Gottes angesehen.
Wichtige Lebensereignisse finden in seiner Gegenwart statt: Kinder werden gesegnet, Ehen geschlossen und Tote verabschiedet. Guru Gobind Singh erklärte sich zum letzten menschlichen Guru und bestimmte den Adi Granth zum Guru Granth Sahib.
Inhalt des Adi Granth
Der Name Adi Granth kann mit „Heiliges Buch des Beginns“ übersetzt werden. Guru Arjan stellte einen Granth zusammen, der Texte der ersten vier Nachfolger Guru Nanaks enthielt. Von Guru Arjan selbst stammen 2218 Hymnen.
Aufgenommen wurden außerdem Texte bedeutender Persönlichkeiten der Santh-Bewegung, darunter Namdev, Kabir, Trilochan, Jaidev und Ravidas.
Das Buch des zehnten Meisters
Der Dasam Granth, „das Buch des zehnten Meisters“, enthält Werke Guru Gobind Singhs sowie Texte anderer Autoren. Er kann dem Guru Granth Sahib weder hinsichtlich seines Umfangs noch seiner religiösen Wertschätzung gleichgestellt werden.
Für die tägliche Praxis sind einige seiner Texte dennoch wichtig. Dazu gehört der Jaap Sahib, der täglich rezitiert wird.
Herkunft, Form und Lehre der Texte
Die Texte des Guru Granth Sahib stammen aus einem großen Gebiet Nordindiens mit dem heutigen Punjab als Zentrum. Sie entstanden über mehrere Jahrhunderte hinweg, weshalb ihre Sprache uneinheitlich ist. Die Autoren umfassen einen Zeitraum von 500 Jahren; die ältesten werden auf das 12. Jahrhundert zurückgeführt. Bis zur Zeit Guru Nanaks werden elf Autoren gezählt.
Die sprachliche Vielfalt verändert die gemeinsame theologische Ausrichtung nicht. Im Zentrum steht die Bhakti-Frömmigkeit, also die liebevolle Hingabe an Gott. Gelehrt wird der Glaube an den einen Gott, der unabhängig von Zeit, Raum und äußerer Gestalt mit der Seele aller Menschen wesensgleich ist.
Der größte Teil der Texte besteht aus Hymnen, also religiöser Poesie. Sie werden mit 31 überlieferten indischen Melodien wiedergegeben. Im Guru Granth Sahib sind sieben der zehn Gurus vertreten. Hinzu kommen etwa 23 weitere Dichter derselben Epoche, darunter Autoren aus hinduistischen Zusammenhängen wie Nath-Yogis und aus muslimischen Zusammenhängen wie Sufis.