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Gough-Insel

Gough [gɔf] (auch portugiesisch Gonçalo Álvares) ist eine ungefähr 900 m hohe vulkanische Insel im Atlantischen Ozean, die zur Inselgruppe Tristan da Cunha …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Lage und grundlegende Merkmale
  2. 2. Entdeckung und historische Entwicklung
  3. 3. Forschung und Wetterstation
  4. 4. Natur- und Schutzstatus
  5. 5. Tierwelt und weitere Ereignisse

Lage und grundlegende Merkmale

Die Gough-Insel, auch portugiesisch Gonçalo Álvares genannt, ist eine vulkanische Insel im Südatlantik. Sie gehört zur Inselgruppe Tristan da Cunha und zum Britischen Überseegebiet St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha. Von der Hauptinsel Tristan da Cunha liegt sie etwa 400 Kilometer südöstlich entfernt; Jamestown auf St. Helena ist rund 2700 Kilometer entfernt. Kapstadt liegt etwa 2600 Kilometer, das südamerikanische Festland bei Cabo de São Tomé etwa 3550 Kilometer entfernt.

Die Insel ist 65 km² groß, 13,9 Kilometer lang und bis zu 8 Kilometer breit. Ihre höchste Erhebung ist der Edinburgh Peak mit 910 m. Die geografische Lage wird mit 40° 19′ S, 9° 57′ W angegeben. Auf Gough leben ungefähr sechs Personen, nämlich das Personal der Forschungs- und Wetterstation.

Gough liegt in den sogenannten Roaring Forties. Deshalb herrscht dort nahezu ganzjährig starker Westwind. Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge beträgt 3397 Millimeter, die mittlere Lufttemperatur 11,9 °C.

Entdeckung und historische Entwicklung

Der portugiesische Seefahrer Gonçalo Álvares entdeckte die Insel im Juli 1505. Eine erste Kartografierung erfolgte 1519; eine spanische Karte aus dem Jahr 1584 führte die Insel unter dem Namen Gonçalo Álvares.

Obwohl Gough sehr abgelegen liegt und Schiffe sie im Südatlantik nur mit geringer Wahrscheinlichkeit erreichen, wurde sie mehrfach besucht. Im Mai 1675 betrat der englische Kaufmann Anthony de la Roché die Insel, nachdem ein Sturm sein Schiff auf der Reise von Peru nach Europa vom Kurs abgebracht hatte.

Am 3. März 1732 entdeckte Kapitän Charles Gough die Insel auf dem Weg nach China erneut. Er beschrieb sie in seinem Logbuch als „sehr hohe Insel mit ungefähr 5 oder 6 Meilen Länge“ und vermerkte, dass sie auf einer alten portugiesischen Karte Gonçalo Álvares hieß. Er zeichnete Ansichten, landete aber nicht. Kapitän Peter Heywood landete am 8. Januar 1811 mit der Nereus und bestimmte die Position der Insel.

Forschung und Wetterstation

Das öffentliche Interesse an Gough entstand vor allem aus der Notwendigkeit, Wetterdaten für die Schifffahrt im Südatlantik zu gewinnen. Messungen auf Tristan da Cunha erwiesen sich dafür als ungeeignet. Deshalb beauftragte die Regierung der Südafrikanischen Union 1947 den Geophysiker und Ozeanographen Athelstan Frederick Spilhaus mit der Suche nach einem besseren Standort. Er empfahl die Gough-Insel für eine Wetterstation.

Die geplante Errichtung um 1950 scheiterte zunächst an Schwierigkeiten bei der Anwerbung von Personal. Ab Dezember 1953 überprüfte ein Fischereiunternehmen aus Kapstadt mit dem Hochseefischereischiff Voorbok die berechneten Wetterdaten im Seegebiet um die Insel. Die Ergebnisse bestätigten, dass Gough als Standort geeignet war.

Zwischen 1955 und 1956 begann mit der mehr als sechs Monate dauernden Gough Island Scientific Survey (GISS) die systematische Erforschung des Ökosystems. Dabei wurden unbekannte Pflanzen und Vögel entdeckt. John Bryan Heaney erstellte außerdem die erste exakte topografische Karte der Insel im Maßstab 1:40.000, die 1957 veröffentlicht wurde. Die Forschungsergebnisse bildeten einen wichtigen frühen Grundstein für das spätere Schutzgebiet.

Seit 1956 betreibt Südafrika auf Gough eine ständig mit sechs bis acht Personen besetzte Wetterstation. Der ursprüngliche Standort lag bei The Glen an der Quest Bay; 1963 wurde die Station in eine weiter südlich gelegene, flachere Region verlegt. Dort werden stündlich meteorologische Messungen vorgenommen. Das Stationsgelände ist vom Vereinigten Königreich an Südafrika verpachtet, administrativ der Verwaltung von Kapstadt unterstellt und wird durch Angehörige des South African National Antarctic Programme (SANAP) betrieben.

Natur- und Schutzstatus

Die Unterschutzstellung begann 1976 mit der Ausweisung als nature reserve auf Grundlage der Tristan da Cunha Conservation Ordinance of 1976. 1985 wurde Gough zum IUCN-Schutzgebiet der Kategorie Ia, Strict Nature Reserve, erhoben. In diesem Status ist wissenschaftliche Forschung erlaubt, während das Gebiet ansonsten weitgehend für menschliche Nutzung gesperrt ist.

1995 erfolgte die Einstufung als UNESCO-Weltnaturerbe. Zu diesem Welterbe gehört seit 2004 auch die Insel Inaccessible.

Tierwelt und weitere Ereignisse

Gough ist Lebensraum zweier endemischer Vogelarten, also Arten, die nur dort vorkommen: des Goughteichhuhns (Gallinula comeri) und der Goughammertangare (Rowettia goughensis). Von 52 auf der Insel vorkommenden Seevogelarten brüten 32 dort. Außerdem beherbergt Gough 48 % der weltweiten Population des Nördlichen Felsenpinguins (Eudyptes chrysocome moseleyi). In einer Kolonie der Subantarktischen Seebären (Arctocephalus tropicali) leben drei Viertel des weltweiten Bestands dieser Art.

Die im 19. Jahrhundert durch Walfänger eingeschleppte Hausmaus (Mus musculus) bedroht einheimische Vogelarten, weil sie sich räuberisch verhält. Deshalb wurde eine Kampagne zu ihrer Ausrottung geplant und 2021 durchgeführt. 2022 wurden jedoch erneut einige Mäuse gefunden. Beim Hakensturmtaucher (Pterodroma incerta) wurden 2021 dennoch mehr als doppelt so viele aufgezogene Jungvögel festgestellt wie in den Jahren vor dem Ausrottungsprogramm.

Weitere Ereignisse waren das US-amerikanische Argus-Experiment im August und September 1958. Dabei wurden drei Tests mit Atombombenexplosionen in 200 bis 540 Kilometern Höhe durchgeführt, um künstliche Strahlungsgürtel zu erzeugen. 2011 diente Gough als Regattamarke des Barcelona World Race. Im Oktober 2020 retteten sich die 62 Besatzungsmitglieder der Geo Searcher zur Wetterstation, nachdem ihr Schiff weniger als eine Meile vor der Insel auf Grund gelaufen und gesunken war. Nach mehreren Tagen wurden sie von der SA Agulhas II abgeholt; ein Besatzungsmitglied war leicht verletzt.

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