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Gleisverwerfung
Gleisverwerfungen entstehen in der Regel durch thermische Ausdehnung der Schienen bei großer Sommerhitze. Gleisverwerfung in Gütersloh auf der Teutoburger …
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Begriff und Gefahr
Eine Gleisverwerfung ist eine unbeabsichtigte Verformung von Eisenbahn- oder Straßenbahngleisen. Das betroffene Gleis kann dann nicht mehr gefahrlos befahren werden. Meist entsteht sie durch die thermische Ausdehnung der Schienen bei großer Sommerhitze.
Kann eine Verwerfung nicht rechtzeitig erkannt werden, kann sie zu einem Unfall führen, etwa zu einer Entgleisung. Sie kann sich auch erst unmittelbar beim Befahren bilden: Dann wirken zusätzliche dynamische Kräfte des Schienenfahrzeugs auf ein bereits stark belastetes Gleis.
Ursachen und Schutzmaßnahmen
Früher nahm man die Längenausdehnung der Schienen durch Dehnungsfugen auf. Moderne Eisenbahngleise sind dagegen so gebaut, dass der Oberbau – Schwellen und Gleisbett – die thermischen Kräfte aufnimmt. Die Schienen sollen sich bei Wärme deshalb nicht ausdehnen.
Kann der Oberbau diese Kräfte wegen mangelhafter Verlegung, mangelhafter Unterhaltung oder extremer Hitze nicht mehr aufnehmen, dehnt sich der Gleisstrang in seltenen Fällen dennoch aus und bildet Schlangenlinien. Bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wurden während der Hitzewellen in Europa 2019 Schienen testweise weiß angemalt. Die stärkere Lichtreflexion sollte die Erwärmung des Stahls verringern.
Brückenkonstruktionen besitzen je nach Länge eigene Dehnungsfugen von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Dezimetern. Das Gleis muss sich dort ebenfalls stauchen oder dehnen können; dafür verwendet man Schienenauszüge.
Weitere Ursachen sind Frosthebungen, die Schwellen verschieben, kleinräumige Bewegungen des Untergrunds, Unterspülungen durch Hoch- oder Grundwasser sowie Wurzeleinwuchs durch zu nahe stehende Bäume. Ein technisch ordentlich aufgebautes Gleisbett hilft gegen Frosthebungen. Sauberes Verdichten von scharfkantigem Gleisschotter verhindert andere Lockerungen der Schwellen.
Auf alten, ungepflegten Strecken können erhebliche Höhen- und Querverwerfungen entstehen. Spurfehler, die direkt zur Entgleisung führen, treten meist erst auf, wenn mehrere Schwellen in einem Bereich zerstört sind, weil die Schienen auf den Schwellen zueinander fixiert sind. Bis dahin bleibt die Strecke meist notdürftig mit langsamer Geschwindigkeit befahrbar.
Häufigkeit
Im rund 7200 km langen Streckennetz der SBB treten jährlich rund 5 bis 15 Gleisverwerfungen auf, bei denen die Schienen mehr als 50 mm von ihrer nominellen Spurweite abweichen. Diese Stellen können dort in der Regel gefahrlos mit verminderter Geschwindigkeit befahren werden.
Im etwa 5000 km langen Streckennetz der ÖBB kommt es jährlich zu sehr wenigen Gleisverwerfungen.