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Gewaltpyramide

Die Gewaltpyramide ist ein sozialpsychologisches Erklärungsmodell für extreme Gewalt wie Mord, Genozid und Terrorismus. Sie teilt die Radikalisierung in …

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Grundidee der Gewaltpyramide
  2. 2. Anwendungen und Modelle

Grundidee der Gewaltpyramide

Die Gewaltpyramide ist ein sozialpsychologisches Erklärungsmodell für extreme Gewalt, etwa Mord, Genozid und Terrorismus. Sie beschreibt Radikalisierung als Entwicklung über mehrere Stufen. Je höher eine Stufe liegt, desto weniger Personen gehören ihr an als den darunterliegenden Stufen.

An der Basis stehen weit verbreitete Vorurteile und Wertvorstellungen. Besonders Sexismus und Fremdenfeindlichkeit gelten dabei als mögliche Ursachen für problematische Einstellungen. Die Zwischenstufen unterscheiden sich je nach Modell, führen aber jeweils zur erklärten Gewalttat an der Spitze der Pyramide.

Anwendungen und Modelle

1987 präsentierte der Völkermordforscher Gregory H. Stanton in wissenschaftlichen Vorträgen ein Stufenmodell des Genozids am Beispiel Kambodschas. 1998 stellte er dem US State Department seine „8 Stufen des Genozids“ vor und erweiterte das Modell noch im selben Jahr auf zehn Stufen.

Seit spätestens 2002 nutzt die Anti-Defamation League ein Modell der eskalierenden Gewalt als „Pyramide des Hasses“ für Präventionsarbeit. Clark McCauley und Sophia Moskalenko verwendeten 2008 eine Gewaltpyramide zur Erklärung terroristischer Radikalisierung.

Das Modell wurde außerdem genutzt, um rechtsextreme Radikalisierung, Gewaltstrukturen in Nigeria, Gewalt zwischen religiösen Gruppen sowie sexualisierte Gewalt gegen Frauen zu erklären.

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