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Gert Mittring
Gert Mittring (* 26. Mai 1966 in Stuttgart) ist ein deutscher Rechenkünstler. Er brach mehrfach Weltrekorde im Kopfrechnen, wofür er Einträge im …
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Person und Bedeutung
Gert Mittring (* 26. Mai 1966 in Stuttgart) ist ein deutscher Rechenkünstler. Er wurde durch außergewöhnliche Leistungen im Kopfrechnen bekannt, brach mehrfach Weltrekorde und erhielt dafür Einträge im Guinness-Buch der Rekorde. Zu seinen Fähigkeiten gehören das Ziehen sehr hoher Wurzeln aus Zahlen mit Hunderten bis zu einer Million Stellen sowie die schnelle Bestimmung des Wochentags eines Datums.
Ausbildung und wissenschaftliche Arbeit
Mittring fiel bereits als Kind durch seine mathematische Begabung auf, bestand sein Abitur jedoch mit der Note 3,7. Er ist Diplom-Informatiker sowie Doktor der Erziehungswissenschaften und der Psychologie.
Als freier Wissenschaftler beschäftigt er sich mit Hochbegabtendiagnostik, also der Feststellung besonderer Begabungen, sowie mit psychologischer Testtheorie und Testentwicklung. Früher arbeitete er dabei mit Ida Fleiß (1935–2010) zusammen. Weitere Tätigkeitsfelder sind die Entwicklung von Algorithmen, die Begabungsforschung und die Gehirnforschung. Mittring trat häufig im deutschen Fernsehen auf, unter anderem in RTL-Sendungen mit Günther Jauch. Dessen Produktionsfirma I & U berät er zu mathematischen Fragen und zum Thema Hochbegabung.
Förderung des Kopfrechnens
Im Jahr der Mathematik 2008 ernannte die damalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan Mittring zum Mathematik-Botschafter. Er ist außerdem Mathematik-Botschafter der Stiftung Rechnen.
Mittring leitete mehrere Wettbewerbe zur Förderung des Kopfrechnens: 2008 veranstaltete er unter Schirmherrschaft Annette Schavans in Nürnberg die weltweit erste Kopfrechenweltmeisterschaft für Schüler. Es folgten 2009 die erste Deutsche Kopfrechenmeisterschaft in Köln, 2011 die zweite Schüler-Weltmeisterschaft in Nürnberg und die zweite Deutsche Meisterschaft in Münster sowie 2012 die dritte Schüler-Weltmeisterschaft in Münster. Im April 2012 veranstaltete er dort außerdem den Kopfrechen-Osterworkshop „Zahlenmagier“.
Er ist Mitglied im European Council for High Ability (ECHA), im World Council for Gifted and Talented Children (WCGTC) und in weiteren Arbeitskreisen zur Begabtenforschung und Begabtenförderung. Zudem ist er Bundestrainer des „KIT-Clubs e. V.“ für Mathematik, Rechnen und Kopfrechnen, Vorstandsmitglied von Intertel und ehemaliges Vorstandsmitglied von Mensa Österreich.
Wettbewerbserfolge und Weltrekorde
Mittrings erster wissenschaftlich untersuchter und dokumentierter Weltrekord bestand darin, die 13. Wurzel aus einer hundertstelligen Zahl in 13,3 Sekunden im Kopf und ohne Hilfsmittel zu ziehen. Die 13. Wurzel ist diejenige Zahl, die dreizehnmal mit sich selbst multipliziert die Ausgangszahl ergibt. Untersucht wurde die Leistung am Psychologischen Institut der Universität Bonn von Jürgen Bredenkamp und seinem Team. Mittring zog außerdem im Kopf die 137. Wurzel aus einer tausendstelligen Zahl.
Am 4. Mai 2016 stellte er unter Aufsicht von Andreas Steiger, Dozent an der ETH Zürich, einen weiteren Weltrekord auf: In 6 Minuten und 1,4 Sekunden berechnete er im Kopf die 89247. Wurzel einer millionenstelligen Zahl. Das Ergebnis lautete 160.289.883.449. Steiger bezeichnete dies anschließend als die größte Leistung, die je jemand im Wurzelziehen im Kopf erbracht habe.
Bei der Mind Sports Olympiad gewann Mittring von 2004 bis 2012 neunmal hintereinander die Goldmedaille im Kopfrechnen und darf den Titel Großmeister im Kopfrechnen führen. 2013 erreichte er den zweiten Platz. 2014 und 2015 gewann er erneut den Titel und jeweils zusätzlich Gold im Mental-Calculation-Blitz-Wettbewerb. Bei der 2. Kopfrechen-WM 2006 in Gießen belegte er den dritten Platz.
Veröffentlichungen
Mittring veröffentlichte Arbeiten über Kopfrechnen, Mathematik, Gedächtnistraining, Hochbegabung und psychologische Tests. Dazu gehören „Was geht in uns vor, wenn wir rechnen?“ (2001), das gemeinsam mit Ida Fleiß verfasste Buch „Zahlenmärchen“ (2007), die mit Detlef H. Rost entstandene Untersuchung „Die verflixten Distraktoren: Über den Nutzen einer theoretischen Distraktorenanalyse bei Matrizentests“ (2008), „Rechnen mit dem Weltmeister. Mathematik und Gedächtnistraining für den Alltag“ (2011) und „Von Pi nach Pisa. Mit Zahlen die ganze Welt verstehen“ (2015). Außerdem steuerte er Inhalte zu Veröffentlichungen über Hochbegabung und zum Mathematikunterricht bei.