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Gerade und Ungerade
Gerade und Ungerade ist ein einfaches Glücksspiel, welches darin besteht, dass man – von Mitspielern unbeobachtet – verschiedene Münzen oder sonstige kleine …
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Spielprinzip
Gerade und Ungerade ist ein einfaches Glücksspiel: Eine Person nimmt unbeobachtet mehrere Münzen oder andere kleine Gegenstände in die geschlossene Hand. Eine andere Person muss erraten, ob ihre Anzahl gerade oder ungerade ist. Entscheidend ist also die Teilbarkeit der verborgenen Anzahl durch 2: Gerade Zahlen lassen sich ohne Rest durch 2 teilen, ungerade nicht.
Historische Verbreitung
Das Spiel war bereits in der Antike bekannt: bei den Griechen als artiazein, bei den Römern als ludere par impar. Das Krünitzlexikon von 1858 berichtet, dass es bei den Römern stark üblich gewesen sei. Gespielt wurde mit Talis, Tesseris oder Geld als „Alea maior“ sowie mit Nüssen, Bohnen und Mandeln als „Alea minor“.
Eine mittelalterliche Erwähnung steht im Renner von Hugo von Trimberg, Vers 2695. Ähnlich ist das Fingerspiel Morra oder Fingerlosen: Eine Person zeigt verborgen schnell eine bestimmte Zahl von Fingern, die von einer anderen Person erraten werden muss. 1904 führte das k.u.k. Justizministerium Gerade und Ungerade in seiner Liste verbotener Spiele.
Bezug zum Roulette
Im 18. Jahrhundert bezeichnete Gerade und Ungerade, englisch Even-Odd oder kurz EO, auch eine frühe Form des Roulettespiels. Im modernen Roulette besteht diese Idee in den Wetten auf Pair beziehungsweise Impair fort: Es wird darauf gesetzt, ob die gezogene Zahl gerade oder ungerade ist.