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Geotourismus

Geotourismus ist ein Teilbereich des Tourismus, bei dem es nach hauptsächlicher Begriffsverwendung vor allem um den Besuch geologisch bedeutender Orte (Geotope …

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Gegenstand
  2. 2. Abgrenzungen und Entwicklung

Bedeutung und Gegenstand

Geotourismus ist ein Teilbereich des Tourismus. Im üblichen Verständnis steht der Besuch geologisch bedeutender Orte im Mittelpunkt, etwa von Geotopen. Geotope sind erdgeschichtlich oder geologisch besonders aussagekräftige Orte. Entscheidend ist entweder das Reiseziel, das in der Tourismusforschung auch Destination heißt, oder die Motivation der Reisenden: Sie interessieren sich vor allem für Elemente der Lithosphäre, also der festen Gesteinshülle der Erde, sowie für Geologie und verwandte Themen.

Geotourismus ist eine spezielle Form des Naturtourismus. Er umfasst Besuche von geologischen Stätten und Phänomenen, zum Beispiel Felsen, Höhlen, Kliffs, Steinbrüchen und anderen Aufschlüssen. Ein Aufschluss ist eine Stelle, an der Gestein oder geologische Schichten sichtbar und untersuchbar sind. Ebenso gehören geowissenschaftliche Lehrpfade, geologische Museen und Bergwerke dazu. Auch größere Naturräume mit einer besonderen geologischen Ausstattung können Ziele sein, etwa Vulkan- oder Karstgebiete. Karst bezeichnet Landschaften, deren Gestein, häufig Kalk, durch Wasser löslich ist und in denen unter anderem Höhlen entstehen können.

Newsome und Dowling beschrieben 2010 Geotourismus als „a form of natural area tourism that specifically focuses on geology and landscape“. Heidi Megerle definierte ihn 2008 als „…eine Sparte des Thementourismus, die auf einer Erfassung, Aufarbeitung, Inwertsetzung und Vermarktung des breiten Themenspektrums der Erd- und Landschaftsgeschichte inklusive ihrer Wechselwirkungen zu Vegetation, Fauna, Kulturlandschaftsgeschichte und zur heutigen Landschaftsnutzung durch den Menschen basiert“.

Ziel von Einrichtungen des Geotourismus ist es, erdgeschichtliche und landschaftliche Besonderheiten nachhaltig zu erschließen, zu vermarkten und zu vermitteln. Geoparks treiben diese Form des Tourismus voran.

Abgrenzungen und Entwicklung

In der internationalen Literatur wird Geotourismus gelegentlich deutlich weiter verstanden und weitgehend mit Ökotourismus gleichgesetzt. Diese Richtung geht auf eine Initiative der US-amerikanischen Zeitschrift und Gesellschaft National Geographic zurück. Sie hat sich jedoch weder allgemein noch im englischsprachigen Raum durchgesetzt.

Thomas A. Hose vertritt ebenfalls eine eher unübliche Auffassung. Er definiert Geotourismus als „The provision of interpretative and service facilities for geosites and geomorphosites and their encompassing topography“. Geosites und Geomorphosites sind geologisch beziehungsweise durch ihre Geländeformen bedeutsame Orte. Hose wird vorgeworfen, mit dieser Formulierung die Definition von Geotourismus mit den Aufgaben zu verwechseln, die bei seiner Umsetzung erfüllt werden sollen.

Geotourismus als Reisephänomen ist nicht neu: Seit es Tourismus gibt, reisten Menschen zu Zielen, die im weiten Sinn geologisch sind. Genannt werden Schauhöhlen wie die Höhlen von Postojna, besondere Felsbildungen wie die Loreley und der Vesuv, der als aktiver Vulkan seit Jahrhunderten gerade wegen dieser geologischen Eigenschaft besucht wird. Auch Landschaften können wegen ihrer geologisch bedingten Gestaltung Reiseziele sein, etwa das Mittelrheintal sowie die Karstlandschaften der Schwäbischen und Fränkischen Alb.

Eine stärker geowissenschaftliche Konzeption entwickelte sich ab den 1980er Jahren. In dieser Zeit wurde Geotourismus zunehmend als Betätigungsfeld für ausgebildete Geowissenschaftler entdeckt. Die historischen Angaben dieses Abschnitts sind im Artikel allerdings als nicht hinreichend belegt gekennzeichnet.

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