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General Certificate of Secondary Education
Das GCSE gilt im britischen Schulsystem als die wichtigste Abschlussprüfung für die Sekundarstufe I.
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Grundidee und Bedeutung
Das General Certificate of Secondary Education (GCSE) und das International General Certificate of Secondary Education (IGCSE) entsprechen in England, Wales und Nordirland ungefähr dem deutschen mittleren Schulabschluss. Das GCSE ist im britischen Schulsystem die wichtigste Abschlussprüfung für die Sekundarstufe I. Es wird auch von Schülerinnen und Schülern abgelegt, die danach weiter zur Schule gehen, um später eine Hochschulzugangsberechtigung zu erwerben.
Die Prüfungen stehen damit an einer wichtigen Übergangsstelle: Sie schließen einen Abschnitt der Schulbildung ab, dienen aber zugleich als Grundlage für den weiteren Bildungsweg. Die Ergebnisse können später bei Bewerbungen an englischen Universitäten eine Rolle spielen, weil sie als Hinweis auf die allgemeinen schulischen Leistungen gelten.
Entwicklung und Reformen
Das GCSE wurde 1988 in Großbritannien eingeführt und ersetzte die vorherigen Abschlussprüfungen des sogenannten O-Level. Das Bewertungssystem des O-Level war im Laufe der Jahrzehnte mehrfach verändert worden. In einigen anderen Ländern, vor allem im Commonwealth of Nations, heißt der mittlere Reifeabschluss weiterhin O-Level.
Seit 2015 wurden die GCSE reformiert. Ziel war es, die Lehrpläne stärker zu vereinheitlichen und die Leistungen der Schülerinnen und Schüler genauer zu unterscheiden. Ein Beispiel dafür ist die Möglichkeit, neben den regulären Prüfungen, dem „higher tier“, auch vereinfachte Prüfungen für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler abzulegen. Diese heißen „foundation tier“. Bei ihnen kann jedoch höchstens die Note 5 erreicht werden.
Fächer und Prüfungsablauf
Schülerinnen und Schüler legen in der Regel GCSE-Prüfungen in acht bis elf Fächern ab. Verpflichtend sind englische Literatur oder englische Sprache, Mathematik und mindestens zwei Naturwissenschaften.
Zusätzlich können Fächer aus vier Fachbereichen gewählt werden: Gesellschaftswissenschaften wie Geschichte, Geographie oder Wirtschaftslehre; Fremdsprachen wie Französisch, Spanisch oder Deutsch; Kunst und Musik; sowie Technologie und Gestaltung, zum Beispiel Ernährungswissenschaften oder Werken.
Die Prüfungen finden immer zwischen Mai und Juni am Ende zweijähriger Kurse statt. Der größte Teil der GCSE-Prüfungen wird nicht direkt vom Staat organisiert, sondern von konkurrierenden, staatlich genehmigten Examination Boards. Diese Prüfungsorganisationen werden durch die Aufsichtsbehörde Office of Qualifications and Examinations Regulation, kurz Ofqual, reguliert und überwacht.
Neben schriftlichen Abschlussexamen gibt es in manchen Fächern auch praktische Bestandteile, die in die Endnote eingehen. Das betrifft zum Beispiel Kunst, Design and Technology, also Werken, oder Drama, also darstellendes Spiel. Je nach Examination Board können bestimmte Prüfungen auch durch Kursarbeiten ersetzt werden, etwa in den Naturwissenschaften durch die Durchführung und Dokumentation praktischer Arbeiten.
Notensystem
Die Notenskala wurde 2017 reformiert. Vorher reichte das Notenspektrum von A* als bester Note bis U. Mit der Note C galt eine Prüfung noch als bestanden. Seit 2017 werden die Noten numerisch vergeben: 9 ist die beste Note, und unterhalb der Note 4 hat man gerade noch bestanden. Diese Schwelle heißt „standard pass“.
Ungefähr 70 % der Prüfungsteilnehmerinnen und Prüfungsteilnehmer bestehen pro Fach, erreichen also mindestens eine 4 beziehungsweise früher ein C. In den einzelnen Fächern erhalten durchschnittlich etwa 5 % der Teilnehmenden die Höchstnote 9. Weitere 7,1 % erhalten eine 8.
Perfekte Zeugnisse sind sehr selten. In England erreichten 2023 unter 643.000 Schülerinnen und Schülern nur 1160 in allen Prüfungsfächern die Note 9. Das waren weniger als 0,2 %.
Die Zuordnung zwischen alter Buchstabenskala und neuer Zahlenskala lautet im Artikel: 9 entspricht A*, 8 entspricht A, 7 und 6 liegen im Bereich B, 5 entspricht C*, 4 entspricht C, 3 liegt bei D/E, 2 entspricht F, 1 entspricht G und U bleibt U.
Die Noten 9 bis 4, also A* bis C, führen zu Zertifikat und Qualifikation auf Stufe 2 des „Regulated Qualifications Framework“ (RQF) und gelten als „gut bestanden“. Die Noten 3 bis 1, also D bis G, führen ebenfalls zu Zertifikat und Qualifikation, aber auf Stufe 1 des RQF. Bei „ungraded“ oder „unclassified“ wird kein Zertifikat und keine Qualifikation verliehen.
Weg zum Hochschulzugang
GCSE-Prüfungen werden in der Regel im Alter von etwa 16 Jahren abgelegt. Danach können Schülerinnen und Schüler mit etwa 17 Jahren Prüfungen des AS-Level und mit etwa 18 Jahren A-Level-Prüfungen ablegen. AS-Level und A-Level bilden gemeinsam den hochschulqualifizierenden Abschluss GCE, das General Certificate of Education. Dieser entspricht der deutschen Fachhochschulreife.
Im Zulassungsverfahren englischer Universitäten zählen besonders die erwarteten Ergebnisse der A-Level-Prüfungen. Zusätzlich werden aber auch die bereits abgelegten GCSE-Prüfungen berücksichtigt, weil sie als Indikator für allgemeine schulische Leistungen gelten.
Unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere abhängig von Fächerwahl und Noten, können A-Levels zusammen mit den (I)GCSEs auch zum Hochschulzugang in Deutschland und der Schweiz berechtigen.
Prüfungsorganisationen
Die GCSE-Prüfungen werden durch verschiedene Examination Boards durchgeführt. Im Artikel werden AQA, Edexcel, OCR und Cambridge Assessment International Education genannt. Diese Organisationen gehören zu den staatlich genehmigten Prüfungsanbietern, deren Arbeit durch Ofqual überwacht wird.