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Franz-Josef-Gletscher

Der Franz-Josef-Gletscher (englisch: Franz Josef Glacier, Māori: Kā Roimata o Hine Hukatere) ist ein etwa 12 km langer Gletscher im Westland-Nationalpark …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Kenndaten
  2. 2. Lage und Entwässerung
  3. 3. Entstehung und Klima
  4. 4. Entwicklung und Bewegung
  5. 5. Name

Überblick und Kenndaten

Der Franz-Josef-Gletscher ist ein Talgletscher auf der Südinsel Neuseelands. Er liegt im Westland-Nationalpark an der Westseite der Neuseeländischen Alpen und fließt von einem flacheren Nährgebiet die steile Westflanke des Gebirges hinunter. Im Artikel wird seine Länge mit etwa 12 km angegeben; die Infobox nennt 10,25 km. Seine Fläche beträgt 32,59 km², seine Exposition ist nordwestlich. Er reicht von 2955 m bis auf 425 m Höhe und entwässert über den Waiho River in die Tasmansee.

Lage und Entwässerung

Der Gletscher befindet sich bei 43° 30′ südlicher Breite und 170° 13′ östlicher Länge. Gemeinsam mit dem südlich gelegenen Fox-Gletscher gehört er zu den Gletschern, die in mittleren Breiten besonders niedrig über dem Meeresspiegel liegen. Seine Schmelzwässer sammeln sich im Waiho River und fließen anschließend in die Tasmansee.

Entstehung und Klima

Die Entstehung des Gletschers hängt mit der besonderen Lage der tektonischen Platten zusammen. An der Westküste Neuseelands treffen zwei Kontinentalplatten aufeinander. Dadurch entstand direkt an der Küste ein sehr hohes Bergmassiv mit Aoraki/Mount Cook und den umliegenden Bergen.

Das Klima ist durch sehr hohe Niederschläge geprägt. Warme, feuchte Luft wird über die Tasmanische See herangeführt. Beim Aufsteigen am hohen Gebirgsmassiv kühlt sie stark ab und regnet aus. Deshalb fällt auf der Westseite der Südinsel etwa zehnmal so viel Niederschlag wie an der Ostküste. Diese Niederschläge liefern große Mengen Schnee und Wasser für den Gletscher.

Entwicklung und Bewegung

Vor etwa 150.000 Jahren war der Franz-Josef-Gletscher so groß, dass er Aoraki/Mount Cook und die umliegenden Berge vollständig einschloss. Durch wiederholtes Schmelzen und Wiederanwachsen entstanden im Tal in Richtung Meer mehrere Hügelketten. Sie bestehen aus Moränengestein, das der Gletscher vor sich hergeschoben hatte.

Der Franz-Josef-Gletscher ist ein temperierter Gletscher und fließt etwa einen halben Meter pro Tag. Wasser, das über Wasserfälle an beiden Seiten des Eises unter den Gletscher gelangt, wirkt dabei als eine Art Gleitmittel und trägt zu seiner hohen Fließgeschwindigkeit bei. Ein über dem Gletscher abgestürztes Flugzeug wurde deshalb bereits nach vergleichsweise kurzen sieben Jahren wieder vom Eis freigegeben.

Wie der Fox-Gletscher war der Franz-Josef-Gletscher früher so groß, dass er direkt ins Meer kalbte. Zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und 1982 ging er deutlich zurück und verlor mehr als 3 km Länge. Seit 1982 wuchs er wieder um etwa 1 km, doch seit 1999 hat sich der Trend erneut umgekehrt: Der Gletscher verliert wieder Masse. Er zählt damit zwar zu den wenigen großen Gletschern, die bisher nicht so stark von der weltweiten Gletscherschmelze betroffen sind. Bis zum Jahrhundertende wird dennoch ein weiterer Verlust von 5 km Länge und etwa 38 % seiner Masse erwartet.

Name

1852 benannte Leonard Harper den Franz-Josef- und den Fox-Gletscher nach Victoria und Albert, dem damaligen englischen Königspaar. Da Harper diese Benennung nicht offiziell bekannt machte, erhielt der Franz-Josef-Gletscher 1865 durch den deutschen Entdecker Julius von Haast seinen heutigen Namen nach Franz Joseph I. von Österreich. Der Māori-Name lautet Kā Roimata o Hine Hukatere.

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