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Folgen der globalen Erwärmung in Afrika

Inhaltsverzeichnis ; 2.1 Meeresspiegelanstieg ; 2.2 Auswirkungen auf die Wasserressourcen ; 2.3 Dürren und Überschwemmungen ; 2.4 Gletscherschwund ; 2.5 Ökologische …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Kernaussagen und klimatische Veränderungen
  2. 2. Wasser, Dürren und ökologische Folgen
  3. 3. Besiedlung, Wirtschaft und Gesundheit
  4. 4. Küsten und kulturelles Erbe
  5. 5. Klimapolitik und Anpassung

Kernaussagen und klimatische Veränderungen

Afrika gehört nach Angaben des Weltklats IPCC zu den Kontinenten, die am stärksten von der globalen Erwärmung betroffen sind. Die menschengemachte globale Erwärmung hat die weltweite Durchschnittstemperatur gegenüber der vorindustriellen Zeit bereits um 1,2 °C erhöht. Für den Großteil Afrikas wird bei einer Entwicklung der Treibhausgaskonzentration wie bisher ein Temperaturanstieg von über 3 °C erwartet; für Zentralafrika werden über 2,5 °C prognostiziert. Afrikas eigener Anteil an den weltweiten Treibhausgasemissionen beträgt dagegen nur 2 bis 3 %.

Afrika umfasst sehr unterschiedliche Klimazonen. Heiße Wüstenklimate (BWh) mit Jahresmitteltemperaturen über 18 °C finden sich vor allem in der Sahara, am Horn von Afrika sowie in der Kalahari. In der Sahara fallen weniger als 25 mm Regen pro Jahr; die Temperaturen reichen von über 50 °C im Sommer bis unter den Gefrierpunkt im Winter. Die Sahelzone südlich der Sahara ist etwa 600 km breit und über 5000 km lang. Dort fallen je nach Region etwa 100 bis 600 mm Niederschlag pro Jahr, und die Trockenzeit dauert 8 bis 10 Monate. Südlich davon folgen heiße Steppen-, Savannen-, Monsun- und Regenwaldklimate. Kalte Wüsten- und Steppenklimate sowie Mittelmeerklimate kommen unter anderem in Teilen Nordafrikas und des südlichen Afrikas vor.

Nach der Prognose für 2071–2100 im Szenario RCP8.5 breiten sich heiße Wüstenklimate im südlichen Afrika sowie in Nordmarokko und Nordalgerien aus. Im Süden der Sahara und im äquatorialen Ostafrika wird dagegen ein Rückgang arider Gebiete erwartet. Insgesamt könnten sich die ariden Gebiete bis 2100 gegenüber 1990 um etwa ein Viertel ausweiten. Bei geringeren Emissionen nach RCP4.5 könnte die Ausweitung auf etwa ein Zehntel der Größe von 1990 begrenzt werden.

Die Temperaturen stiegen in Afrika seit Beginn des 20. Jahrhunderts, besonders stark seit der Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Zunahme beträgt regional 0,2 bis 0,5 °C pro Jahrzehnt. In Nordafrika ist die Rate meist doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt; seit den 1970er Jahren stiegen die Temperaturen dort um 0,2 bis 0,4 °C pro Jahrzehnt. Zwischen 1973 und 2013 nahm die Durchschnittstemperatur in Ostafrika um 0,7 bis 1 °C zu, im südlichen Afrika zwischen 1961 und 2015 um 1,04 bis 1,44 °C, in Westafrika seit 1970 um 1 bis 3 °C und in Zentralafrika seit 1960 um 0,75 bis 1,2 °C. Bis 2050 könnten in Nordostafrika, Westafrika sowie im Osten und Westen des südlichen Afrikas 50 bis 100 zusätzliche Tage pro Jahr mit Höchsttemperaturen über 35 °C auftreten. Kältewellen haben dagegen abgenommen.

Die Niederschlagsentwicklung ist regional uneinheitlich und weniger sicher vorherzusagen. In Nordafrika nahm die Aridität zu; zwischen 1971 und 2000 ging der Jahresniederschlag zurück, seit 2000 in Algerien und Tunesien sowie seit 2008 in Marokko aber wieder allmählich nach oben. In der Sahelzone und in Westafrika gingen die Niederschläge zunächst zurück, erholten sich jedoch seit den letzten Jahrzehnten. Die Ereignisse wurden teilweise seltener, aber intensiver. In Ostafrika nahm der Niederschlag während der kurzen Regenzeit von Oktober bis Dezember zu, während sich die Regenzeit von März bis Mai verkürzte. Für Nordafrika und den Südwesten des südlichen Afrikas wird bis zum Ende des 21. Jahrhunderts mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Rückgang der mittleren jährlichen Niederschläge gerechnet.

Im südwestlichen Indischen Ozean treten durchschnittlich neun tropische Wirbelstürme pro Jahr auf; etwa 5 % treffen die Ostküste des südlichen Afrikas. Künftig werden weniger, aber intensivere Zyklone und eine nach Norden verschobene Zugbahn erwartet. Im Mittelmeerraum treten jährlich durchschnittlich 1 bis 2 Medicanes auf, die ungefähr die Stärke der Kategorie 1 der Saffir-Simpson-Skala erreichen. Auch sie könnten seltener, aber intensiver werden.

Wasser, Dürren und ökologische Folgen

Afrikas Süßwasser liegt zu einem großen Teil im Grundwasser: Rund 660.000 km³ sind dort gespeichert. 63 grenzüberschreitende Flusssysteme und 72 kartierte grenzüberschreitende Grundwasserleiter verbinden mehrere Staaten sozioökologisch. Der Klimawandel führt regional zu mehr Dürren und Starkregen. In der Sahelzone erholten sich Oberflächen- und Grundwassermengen seit den 1980er Jahren, während die Flusswassermengen in Westafrika insgesamt wegen geringerer Niederschläge und höheren Wasserverbrauchs zurückgingen. Auch im Nileinzugsgebiet sind die Entwicklungen gegensätzlich: Am Oberlauf nahmen die Niederschläge zu, am Unterlauf gingen sie zurück. Der Tschadsee schrumpfte zwischen 1963 und 2000 um 90 %, stabilisierte sich danach jedoch durch Grundwasserzufuhr.

Zwischen 1900 und 2013 erlebte Afrika weltweit die meisten Dürren. In den letzten 50 Jahren starben im Zusammenhang mit Dürren über eine halbe Million Menschen; der wirtschaftliche Schaden betrug über 70 Milliarden US-Dollar. Zwischen 2010 und 2020 waren mehr Menschen von Überschwemmungen als von Dürren betroffen. Die Zahl der von Überschwemmungen betroffenen Afrikaner nahm zwischen 2000 und 2015 um 20 bis 24 % zu. Die Überschwemmungen in Nigeria 2012 betrafen etwa 3 Millionen Menschen.

Attributionsstudien zeigen unterschiedliche Zusammenhänge mit dem Klimawandel. Die Dürre am Horn von Afrika 2020–2022 wurde durch den menschengemachten Klimawandel mindestens 100-mal wahrscheinlicher. Die starken Regenfälle in KwaZulu-Natal 2022 wurden etwa doppelt so wahrscheinlich oder 4 bis 8 % intensiver. Die saisonalen Regenfälle in der Region des Tschadsees 2022 wurden etwa 80-mal wahrscheinlicher und etwa 20 % intensiver; einwöchige Extremregen im unteren Nigerbecken wurden etwa doppelt so wahrscheinlich und etwa 5 % intensiver. Die Extremregen in Libyen im September 2023 wurden bis zu 50-mal wahrscheinlicher und bis zu 50 % intensiver. Am Horn von Afrika fielen 2023 während der kurzen Regenzeit 200 bis 500 mm mehr Niederschlag als gewöhnlich; sowohl der Indische-Ozean-Dipol als auch die bisherige Erwärmung von 1,2 °C verdoppelten jeweils die Intensität der Niederschläge. Für andere Ereignisse, etwa die Dürre in Kenia 2016, die Ernährungskrise in der zentralen Sahelzone 2022, Überschwemmungen am Kiwusee 2023, die Dürre im südlichen Afrika 2024 und das Hochwasser in Kinshasa 2025, war der Einfluss des Klimawandels nicht eindeutig feststellbar oder wegen fehlender Daten nicht bewertbar.

Ökologisch nahm die Gehölzbedeckung, besonders in Savannen und Grasland, um etwa 2,4 % pro Jahrzehnt zu. In trockenen Regionen im Südwesten Afrikas stieg auch die Grasbedeckung. In 11 % der Subsahara ging die Biomasse dagegen durch Rodungen für die Landwirtschaft zurück. In einigen Seen stiegen die Wassertemperaturen zwischen 1927 und 2014 um 0,2 bis 3,2 °C. Wärmeres Oberflächenwasser und abnehmende Winde verringern die Durchmischung tiefer Seen und damit die biologische Produktivität. Bei einer globalen Erwärmung um 2 °C könnten 36,4 % der weltweiten Süßwasserfischarten bis 2100 lokal oder global vom Aussterben bedroht sein, bei 4 °C wären es 56,4 %. Für Afrika wird außerdem eine Zunahme invasiver Fischarten erwartet.

Marine Hitzewellen bedrohen Korallenriffe, Seegraswiesen und Mangrovenwälder. Im Indischen Ozean führten Korallenbleichen 1998, 2005, 2010 und 2015/2016 dazu, dass die Korallenflächen bis 2016 gegenüber 1998 um 30 bis 40 % zurückgingen. Die Phytoplanktonbiomasse im westlichen Indischen Ozean nahm seit den 1960er Jahren um 20 % ab. 2000 gingen in Mosambik durch den Zyklon Eline 48 % der Mangrovenwaldflächen verloren.

Bei 2 °C Erwärmung wären schätzungsweise 11,6 % der afrikanischen Arten vom Aussterben bedroht. Bei über 2 °C könnten 20 % der Säugetiere Nordafrikas geeignete Lebensräume vollständig verlieren. Von 107 endemischen Säugetierarten der afro-arabischen Region, der Sahara-Sahel-Zone und der Arabischen Wüste könnten nach den aktuellen Trends etwa 17 % vor 2050 aussterben. Für invasive Arten bestehen unterschiedliche Prognosen: Prosopis juliflora könnte sich weiter ausbreiten, das Wandelröschen dagegen zurückgehen. Die Wasserhyazinthe könnte sich im Victoriasee weiter ausbreiten; dort bedeckte sie um 1996 bereits 80 % des ugandischen Ufers. Bekämpfungsmethoden mit den Rüsselkäferarten Neochetina eichhorniae und Neochetina bruchi waren erfolgreich.

Die drei afrikanischen Bergmassive mit Gletschern sind der Kilimandscharo (5895 m), das Ruwenzori-Gebirge (5109 m) und das Mount-Kenya-Massiv (5199 m). Seit dem späten 19. Jahrhundert schrumpfen ihre Gletscher durch höhere Temperaturen sowie teilweise durch weniger Niederschlag und geringere Luftfeuchtigkeit. Am Kilimandscharo sank die Gletscherfläche von 11,40 km² (1912) auf 1,76 km² (2011), also um rund 85 %. Im Ruwenzori-Gebirge ging sie von etwa 2 km² (1987) auf 1 km² (2003) zurück; der Lewis-Gletscher am Mount Kenya schrumpfte zwischen 2004 und 2016 um 44 %. Die Gletscher am Kilimandscharo sollen um 2040, im Ruwenzori-Gebirge und am Mount Kenya bereits um 2030 verschwunden sein.

Besiedlung, Wirtschaft und Gesundheit

Afrika erlebt eine besonders schnelle Urbanisierung. Zwischen 2005 und 2015 nahm die städtische Bevölkerung um 3,6 % zu. Etwa 57 % der Bevölkerung leben derzeit in ländlichen Regionen; bis 2050 könnte dieser Anteil auf unter 40 % sinken. Die stärkste Urbanisierung findet in Küstenregionen statt, die bis 2020 etwa 200 Millionen Menschen umfassen könnten. Der Klimawandel ist besonders in der Subsahara ein Haupttreiber von Migration, während Städte zugleich besonders durch Überschwemmungen und Hitzewellen gefährdet sind.

Bis 2050 werden je nach Szenario unterschiedlich viele Binnenmigranten prognostiziert. Bei RCP2.6 und 1,7 °C Erwärmung sind es in Ostafrika 6,9 Millionen, in Westafrika 17,0 Millionen, in Zentralafrika 2,6 Millionen, im südlichen Afrika 0,9 Millionen und in der Subsahara insgesamt 28,3 Millionen. Bei RCP8.5 und 2,5 °C Erwärmung steigen die Werte auf 10,1 Millionen, 54,4 Millionen, 5,1 Millionen, 1,5 Millionen beziehungsweise 71,1 Millionen.

Steigende Temperaturen und abnehmende Niederschläge senken die wirtschaftliche Produktivität stärker als in anderen Weltregionen. Das BIP pro Kopf war in Afrika von 1991 bis 2010 schätzungsweise durchschnittlich 13,6 % niedriger, als es ohne den Einfluss der globalen Erwärmung gewesen wäre. Besonders stark war der Einfluss in Ländern der Sahelzone wie Mauretanien, Mali und Niger; am geringsten war er unter anderem in Südafrika, Algerien und Marokko. In Lesotho wurde als einzigem afrikanischen Land ein positiver Einfluss gesehen. Besonders gefährdet ist die Landwirtschaft: Etwa 60 % der afrikanischen Bevölkerung arbeiten in diesem Sektor, der im Durchschnitt 15 % zum BIP beiträgt. In Subsahara-Afrika machen Kleinbauernhöfe etwa 80 % aller landwirtschaftlichen Betriebe aus und beschäftigen etwa 175 Millionen Menschen. Auch Handwerk, Industrie und Tourismus sind betroffen.

Mehr als 250 Millionen Menschen in Afrika sind bereits unterernährt. Klimawandel und Klimaextreme gehören neben politischer und wirtschaftlicher Instabilität zu den Hauptursachen zunehmender Unterernährung. Höhere Temperaturen, Dürren und intensivere Starkregen lassen die Ernteerträge sinken. In der Subsahara stieg die Zahl der unterernährten Menschen seit 2012 um 45,6 %. In Madagaskar führten Sandstürme und mehrere schwere Dürrejahre 2021 zu unbestellbaren Feldern und Hungersnöten.

Die Zahl hitzebedingter Todesfälle nimmt zu. In Südafrika wurden zwischen 1991 und 2018 bereits 43,8 % der hitzebedingten Todesfälle dem menschengemachten Klimawandel zugerechnet. Besonders gefährdet sind Kinder unter 5 Jahren und Menschen ab 65 Jahren. Zugleich sind kältebedingte Todesfälle noch häufiger: In Südafrika waren jährlich rund 17.000 Todesfälle temperaturbedingt, davon etwa 15.000 kältebedingt und 2.000 hitzebedingt. Prognostiziert werden bei 1,5 °C Erwärmung 15 zusätzliche hitzebedingte Todesfälle pro Jahr je 100.000 Einwohner, bei 2,5 °C 50 bis 180 und bei 4,4 °C 200 bis 600 in einigen Regionen Nord-, Ost- und Westafrikas.

Steigende Temperaturen und Starkregen begünstigen durch Mücken übertragene Krankheiten. Für 2018 wurden in der Subsahara 228 Millionen Malariainfektionen und rund 405.000 Todesfälle verzeichnet; 2017 entfielen 93 % der weltweiten Malariatoten auf Afrika. Malaria wird durch Plasmodium-Parasiten verursacht und hauptsächlich von Anopheles-Mücken übertragen. Im Osten Afrikas breiteten sich die Mücken in höhere Lagen aus. Für RCP8.5 könnten bis 2080 im südlichen und östlichen Afrika 75,9 Millionen zusätzliche Menschen einem Malariarisiko ausgesetzt sein. Regional wird jedoch auch ein Rückgang der Malariafälle prognostiziert, etwa zunächst in Westafrika bei 1,7 °C und später in Teilen Zentral- und Ostafrikas.

Auch Denguefieber, Zika-, Chikungunya- und Rifttalfieber breiteten sich besonders in höhere Lagen aus. Wichtige Überträger sind Aedes aegypti und Aedes albopictus. Bei über 2 °C Erwärmung könnte sich das Verbreitungsgebiet der Asiatischen Tigermücke bis 2050 unter anderem nach Burkina Faso, Tschad und Mali ausweiten. Durch höhere Temperaturen, Starkregen, verunreinigtes Trinkwasser und unterbrochene Kühlketten steigt außerdem die Gefahr von Durchfallerkrankungen wie Cholera und Rotavirusinfektionen, besonders für Kinder unter 5 Jahren. Hohe Temperaturen beeinträchtigen auch die psychische Gesundheit; in Südafrika wurden bei über 30 °C gegenüber unter 20 °C 18 % mehr Tötungsdelikte festgestellt.

Küsten und kulturelles Erbe

Der Meeresspiegel stieg 2019 in einigen afrikanischen Küstenregionen um 5 mm pro Jahr. Im Südwesten des Indischen Ozeans bei Madagaskar und in Richtung Mauritius lag der Anstieg darüber; in den übrigen Regionen entsprach er dem globalen Trend von 3 bis 4 mm pro Jahr. Lokal können die Werte durch regionale Bedingungen wenige Millimeter pro Jahr stärker oder schwächer ausfallen. Küstenregionen sind besonders gefährdet, weil dort der größte relative Bevölkerungsanstieg und die stärkste Urbanisierung Afrikas erwartet werden, vor allem in der Subsahara und in Ägypten.

Der Meeresspiegelanstieg und zunehmende Sturmfluten bedrohen kulturelles Erbe an den Küsten. Beispiele am Mittelmeer sind Tipasa und die Kasbah in Algier, Karthago, die Byzantinische Festung in Ounga sowie Sabrata. Am Indischen Ozean liegt die UNESCO-Welterbestätte Lamu Town in Kenia. Die Mangroven des Lamu-Archipels bieten natürlichen Küstenschutz, sind aber selbst durch veränderte klimatische Bedingungen gefährdet. Zu den Unterwasserzeugnissen gehören 111 vor Afrikas Küsten verzeichnete Schiffswracks, davon 41 in Südafrika, sowie Herakleion in Ägypten mit über 60 Schiffswracks und den Überresten einer 2200 Jahre alten, 25 Meter langen ptolemäischen Galeere. Sturmfluten und Unwetter verschlechtern hölzerne Wracks; die Versauerung des Meeres kann Metallteile schädigen. Über die Folgen für die afrikanische Unterwasserarchäologie ist allerdings wenig bekannt.

Afrika besitzt außerdem rund 800 bekannte Felsmalereistätten, die über mehr als 10.000 Jahre entstanden. Im Golden-Gate-Highlands-Nationalpark in Südafrika nahm der Flechtenbewuchs auf Felsoberflächen zu, wodurch Felsmalereien der San schneller verloren gehen könnten.

Klimapolitik und Anpassung

Klimapolitik umfasst Maßnahmen zur Begrenzung der globalen Erwärmung und zur Anpassung an ihre Folgen. Die weltweite Grundlage ist das Übereinkommen von Paris von 2015. Bis März 2022 hatten 53 afrikanische Länder eine nationale Klimapolitikstrategie beschlossen. Vom 4. bis 7. September 2023 fand in Nairobi erstmals ein eigener afrikanischer Klimagipfel statt; parallel wurde dort vom 4. bis 8. September die Africa Climate Week 2023 veranstaltet.

Ein Schwerpunkt ist der Ausbau erneuerbarer Energien. Im Jahr 2020 stammten 9 % der in Afrika produzierten Energie aus erneuerbaren Quellen, davon allein 6,8 % aus Wasserkraftwerken. Zwischen 2019 und 2020 stieg die Produktion aus Wasserkraft um 25 %, aus Solarenergie um 13 % und aus Windkraft um 11 %.

Aufforstungskampagnen sollen Treibhausgase reduzieren und örtlich Bodenerosion sowie Wüstenbildung bekämpfen. Die 1977 gegründete Green Belt Movement pflanzte in Kenia bis 2021 über 51 Millionen Bäume. Die African Forest Landscape Restoration Initiative (AFR100) wollte bis 2030 in mehr als 30 Ländern 100 Millionen Hektar Wald pflanzen; im Juni 2021 waren bereits 129.912.800 Hektar zugesagt. Im Rahmen der Pan-African Action Agenda on Ecosystem Restoration sind bis 2030 über 200 Millionen Hektar Wiederherstellung geplant. Weitere Vorhaben sind die Große Grüne Mauer der Sahara und des Sahel mit einem Ziel von 100 Millionen Hektar sowie die seit den 1960er Jahren bestehende Barrage vert in Algerien. Die Flächenangaben überschneiden sich und dürfen daher nicht einfach addiert werden.

Aufforstungen sind teilweise umstritten, weil dabei auch Savannen und Graslandschaften genutzt werden könnten. Wälder können dort die unterirdische Kohlenstoffspeicherung verringern, den Kohlenstoffverlust durch Brände und Dürren erhöhen, Viehhaltung und Ökotourismus einschränken und wegen einer geringeren Albedo die Temperatur erhöhen. Nicht einheimische Arten wie Eukalypten und Kiefern können invasiv werden sowie Biodiversität, Waldbrandgefahr und Wasserressourcen negativ beeinflussen.

Zum Küsten- und Meeresschutz gehören die Wiederherstellung von Korallenriffen sowie der Schutz von Seegraswiesen, Mangroven und Marschland. Diese Ökosysteme mindern Wellen, binden Kohlenstoff, fangen Sedimente, schützen Küsten und bieten gefährdeten Arten Lebensraum. In Madagaskar wurde durch Riffwiederherstellung eine Verringerung der Wellenhöhen beobachtet. Meeresschutzgebiete wie der Blue Bay Marine Park auf Mauritius, der Kisite-Mpunguti-, Watamu- und Malindi-Meeres-Nationalpark in Kenia sowie Schutzgebiete in Namibia und auf den Seychellen können helfen. Ihr Nutzen für Korallenriffe ist bei stark steigenden Temperaturen jedoch begrenzt, da sie Korallenbleichen nicht verhindern.

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