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Festival des politischen Liedes

Das Festival des politischen Liedes war eine der größten Musikveranstaltungen in der DDR. Es wurde vom Oktoberklub begründet und fand zwischen 1970 und 1990 …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Organisation
  2. 2. Ende und Neubeginn
  3. 3. Entwicklung der Auftritte
  4. 4. Nicht zugehörige Veranstaltung

Bedeutung und Organisation

Das Festival des politischen Liedes war eine der größten Musikveranstaltungen der DDR. Es wurde vom Oktoberklub begründet und fand von 1970 bis 1990 jedes Jahr im Februar als offizielle Veranstaltung der FDJ in Ost-Berlin statt. Das erste Festival wurde vom 15. bis zum 21. Februar 1970 veranstaltet.

Zunächst war die FDJ-Bezirksleitung Berlin der Hauptveranstalter, ab 1975 der FDJ-Zentralrat. Die Organisation erfolgte zu großen Teilen ehrenamtlich. 1980 wurde ein hauptamtliches Büro mit dem Namen Festival des politischen Liedes eingerichtet. Im selben Jahr erschien unter dem Titel Zehnkampf – Festival Des Politischen Liedes 1970–1980 eine Kompilation über die ersten zehn Jahre.

Künstler aus 60 Ländern traten auf. Zu den im Artikel genannten bekannten Mitwirkenden gehören Mikis Theodorakis, Miriam Makeba, Quilapayún, Inti-Illimani, Silvio Rodríguez, Mercedes Sosa, Il Canzoniere del Lazio und Pete Seeger. Das Festival verband damit Beiträge aus der DDR und anderen sozialistischen Staaten mit Auftritten aus vielen weiteren Ländern, darunter Chile, Kuba, Südafrika, den USA, Großbritannien, Frankreich, Italien und der Bundesrepublik Deutschland.

Das Maskottchen war ein roter Spatz namens Oki. Entworfen wurde er vom singenden Grafikdesigner Peter Porsch. Der Name Oki ist vom Namen Oktoberklub abgeleitet.

Ende und Neubeginn

Nach der Wende und der friedlichen Revolution in der DDR verlor das Festival seine bisherige Funktion. Gleichzeitig verschwand die kulturelle Infrastruktur, auf der es beruht hatte.

Ein Förderverein versuchte, die Veranstaltung weiterzuführen, und veranstaltete von 1991 bis 1994 das ZwischenWelt Festival als neues Festival des politischen Liedes. Wegen finanzieller Probleme löste sich der Verein 1995 auf.

Im Jahr 2000 begann mit einem kleinen Festival ein Neustart unter veränderten Vorzeichen. Seit 2001 zeigte sich die neue inhaltliche Ausrichtung im Namen Festival Musik und Politik.

Entwicklung der Auftritte

Die ausgewählten Auftrittslisten zeigen die zeitliche Entwicklung und die internationale Zusammensetzung des Festivals. Das erste Festival 1970 dauerte vom 15. bis zum 21. Februar. Genannt werden unter anderem Il Contemporaneo aus Italien, Judith Csaba aus Ungarn, Iskateli aus der Sowjetunion, Joan & José aus Spanien, Cynthia Nokwe aus Südafrika sowie Reinhold Andert, Kurt Demmler, Gisela May, Hartmut König und der Oktoberklub aus der DDR.

1971 traten unter anderem Luís Cília aus Portugal, Perry Friedman aus Kanada, Quilapayún aus Chile, Maryla Rodowicz mit ihrer Gruppe aus Polen und eine vietnamesische Singegruppe auf. 1972 gehörten Barbara Dane aus den USA, Bhupen Hazarika aus Indien, Isabel Parra aus Chile, Sergei Nikitin aus der Sowjetunion und Silvio Rodríguez aus Kuba zum Programm. 1973 gab es zusätzlich die Veranstaltung Politische Lieder zu den X. Weltfestspielen vom 29. Juli bis zum 5. August. Dabei wirkten unter anderem Inti-Illimani aus Chile, La Columna de Fuego aus Kolumbien, Cuatro Tiempo aus Argentinien und Lokomotive Kreuzberg aus West-Berlin mit.

Das 4. Festival fand vom 10. bis zum 16. Februar 1974 statt. Zu den genannten Gästen gehörten Guy Carawan aus den USA, Inti-Illimani, Miriam Makeba, Quilapayún und Daniel Viglietti. 1975 traten unter anderem José Afonso aus Portugal, Los Folkloristas aus Mexiko, Pablo Milanés aus Kuba, Tiempo Nuevo aus Chile und Lokomotive Kreuzberg auf. 1976 kamen Gruppen und Künstler aus Argentinien, Frankreich, Rumänien, Polen, Irak, Kuba, Indien, Chile, Angola, Uruguay, Großbritannien und den Niederlanden nach Ost-Berlin.

In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre wurden viele wiederkehrende und neue internationale Teilnehmer genannt. Beim 7. Festival 1977 traten beispielsweise Canzoniere del Lazio aus Italien, Inti-Illimani, Víctor Manuel aus Spanien, Luis Enrique Mejía Godoy aus Nicaragua, Mustafa al-Kurd aus Palästina und Fasia Jansen auf. 1978 gehörten unter anderem Mari Dimitriadi aus Griechenland, Yaki Kandru aus Kolumbien, Rosa León aus Spanien, Al Mayadine aus dem Libanon, Quilapayún, Trovante aus Portugal und Hannes Wader zum Programm. Die Bildauswahl des Artikels zeigt außerdem ein Konzert der dänischen Gruppe Fælles Akkorden im Foyer des Palastes der Republik 1978.

1979 wurden unter anderem Maria Farandouri aus Griechenland, Stormy Six/Macchina Maccheronica aus Italien, Carlos Mejía Godoy aus Nicaragua, Claude Réva aus Frankreich sowie mehrere DDR-Gruppen genannt. Das 10. Festival vom 9. bis zum 17. Februar 1980 umfasste unter anderem Agit Prop aus Finnland, Ballada aus der Sowjetunion, Los Parra de Chile, The Sands Family aus Irland und Daniel und Cédar Viglietti aus Uruguay.

Auch in den 1980er Jahren blieb das Programm international. 1981 traten unter anderem Abdullah Ibrahim, Dean Reed, Bongi Makeba, Maria Dimitriadi, Francesca Solleville und die Battlefield Band auf. 1982 wurden unter anderem Illapu aus Chile, Quinteto Tiempo aus Argentinien, Chris Cutler aus Großbritannien, Hannes Wader sowie Gerhard Gundermann und Kurt Demmler aus der DDR aufgeführt. 1983 gehörten Mikis Theodorakis, Letta Mbulu, Patricio Manns, Noel Nicola, Silly und das Willem Breuker Quartett zu den genannten Mitwirkenden.

Beim 14. Festival 1984 traten unter anderem Mercedes Sosa, Angel Parra, Czesław Niemen, Los Jaivas und Jackson Kaujeua auf. 1985 wurden Miriam Makeba, Bruce Cockburn, Quilapayún, Silvio Rodríguez und Atahualpa Yupanqui genannt. Das 16. Festival 1986 umfasste unter anderem Billy Bragg, Francis Bebey, Leon Rosselson, Herman van Veen und Pete Seeger.

1987 traten unter anderem León Gieco, Mercedes Sosa, Abdullah Ibrahim, Luis Enrique Mejía Godoy sowie Gerhard Gundermann und Wenzel & Mensching auf. 1988 wurden Ewan MacColl/Peggy Seeger, Sweet Honey in the Rock, Tania Libertad, Carlos Mejía Godoy, Moncada, Stella Chiweshe und Erika Pluhar genannt. Beim 19. Festival vom 12. bis zum 19. Februar 1989 wirkten unter anderem Billy Bragg, Angelo Branduardi, Michelle Shocked, Daniel Viglietti, Sol y Lluvia und der SWAPO-Kinderchor aus Namibia mit; aus der DDR wurden unter anderem Gerhard Gundermann, Jalda Rebling und Die Zöllner aufgeführt. Der Artikel zeigt einen Auftritt des SWAPO-Kinderchors beim Festival 1989.

Das 20. und letzte Festival fand vom 11. bis zum 18. Februar 1990 statt. Genannt werden unter anderem Inti-Illimani, Mercedes Sosa, The Klezmatics, Michelle Shocked, Ute Lemper, Konstantin Wecker, der Oktoberklub, Gerhard Gundermann und Duo Sonnenschirm & Terem. Die Listen verdeutlichen, dass sowohl Einzelkünstler als auch Chöre, Bands, Theater- und Ensemblegruppen aus zahlreichen Ländern beteiligt waren.

Nicht zugehörige Veranstaltung

Das Festival des politischen Liedes in Weißenbach am Attersee in Österreich, das seit 1997 veranstaltet wird, hat keinen Bezug zum FDJ-Festival des politischen Liedes in der DDR.

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