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F.A.E.-Sonate
Die sogenannte F.A.E.-Sonate (Schreibweise auch FAE-Sonate und ähnliche Varianten) für Violine und Klavier ist eine Gemeinschaftskomposition von Albert …
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Werk und Entstehung
Die F.A.E.-Sonate ist eine Sonate für Violine und Klavier, die Albert Dietrich, Robert Schumann und Johannes Brahms 1853 gemeinsam für den Geiger Joseph Joachim komponierten. Anlass war Joachims Aufenthalt in Düsseldorf, wo er am 27. Oktober 1853 Schumanns Fantasie für Violine und Orchester op. 131 uraufführen sollte.
Das Werk besteht aus vier Sätzen verschiedener Komponisten:
- Allegro – Albert Dietrich
- Intermezzo. Bewegt, doch nicht zu schnell – Robert Schumann
- Scherzo. Allegro – Johannes Brahms
- Finale. Markiertes, ziemlich lebhaftes Tempo – Robert Schumann
Brahms war damals zwanzig Jahre alt und Gast der Familie Schumann; Dietrich war ein Schüler Schumanns.
Übergabe und erste Aufführung
Das im Oktober 1853 entstandene Manuskript wurde Joachim am 28. Oktober bei einer Abendgesellschaft im Haus der Schumanns überreicht. Gisela von Arnim, als Gärtnerin verkleidet, brachte es in einem Blumenkorb. Anschließend spielte Joachim die Sonate mit Clara Schumann am Klavier. Dabei konnte er die einzelnen Sätze ohne große Schwierigkeiten ihren jeweiligen Komponisten zuordnen.
Motto und musikalische Gestaltung
Die Buchstaben F. A. E. stehen für „Frei aber einsam“, Joseph Joachims damalige Devise. Das Manuskript war Joachim gewidmet und nannte Robert Schumann, Albert Dietrich und Johannes Brahms als gemeinsame Verfasser.
Die Buchstaben wurden zugleich als Töne F–A–E zum musikalischen Ausgangsmaterial. Diese Tonfolge erscheint in allen vier Sätzen, teilweise in veränderter Reihenfolge. Sie bildet entweder ein deutlich hörbares Motiv – eine kurze, prägnante Tonfolge – oder ist unauffälliger in Themen und Begleitfiguren eingearbeitet. Besonders klar tritt sie bei Dietrich und Schumann hervor, während Brahms sie stärker verbirgt. Bei der Gestaltung der Themen scheint es Absprachen zwischen Dietrich und Brahms gegeben zu haben.
Spätere Fassungen und Veröffentlichungen
Unmittelbar nach der Fertigstellung ergänzte Schumann seine beiden Beiträge um einen eigenen Kopfsatz und ein eigenes Scherzo. Daraus entstand seine 3. Violinsonate a-Moll. Sie wurde zu Schumanns Lebzeiten mehrfach privat gespielt, aber erst 1956 veröffentlicht.
Die gemeinsame F.A.E.-Sonate blieb zunächst in Joachims Besitz und lange ungedruckt. 1906 veröffentlichte die Deutsche Brahmsgesellschaft bei N. Simrock in Berlin Brahms’ Scherzo c-Moll als selbstständiges Stück ohne Opuszahl; später wurde es auch als WoO 2 bezeichnet. Eine vollständige Ausgabe aller vier Sätze erschien erst 1935.