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Erich Reimer (Musikwissenschaftler)

Erich Reimer (* 9. März 1940 in Menden) ist ein deutscher Musikwissenschaftler. Inhaltsverzeichnis. 1 Leben und Wirken; 2 Veröffentlichungen (Auswahl) …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Profil und wissenschaftliche Ausbildung
  2. 2. Berufliche Stationen und Forschungsschwerpunkte
  3. 3. Veröffentlichungen und behandelte Themen

Profil und wissenschaftliche Ausbildung

Erich Reimer (* 9. März 1940 in Menden) ist ein deutscher Musikwissenschaftler. Seine Arbeit gehört vor allem zur Historischen Musikwissenschaft, also zur wissenschaftlichen Erforschung von Musik in ihren geschichtlichen, sozialen und institutionellen Zusammenhängen. Er beschäftigte sich unter anderem mit musikalischer Terminologie, der Musikgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts, Hofmusik, Oratorien, Bachs Ariengestaltung und der Rezeption von Symphonien.

Ab 1959 studierte Reimer an der Hochschule für Musik Freiburg Schul- und Kirchenmusik. Gleichzeitig studierte er an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Musikwissenschaft und Germanistik. 1969 promovierte er bei Hans Heinrich Eggebrecht im Fach Musikwissenschaft. Gegenstand seiner Dissertation war Johannes de Garlandias De mensurabili musica (um 1240). Diese Schrift gilt im Artikel als grundlegende Lehrschrift über die Notation der modalen Rhythmik der Notre-Dame-Epoche.

Berufliche Stationen und Forschungsschwerpunkte

Von 1970 bis 1976 arbeitete Reimer als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Handwörterbuch der musikalischen Terminologie, das Eggebrecht ab 1972 herausgab. Im Projekt „Musikalische Terminologie unter sozialgeschichtlichem Aspekt“ verfasste er dazu Artikel. Aus dieser Tätigkeit gingen zahlreiche sozialgeschichtlich orientierte Aufsätze zur Musikgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts hervor.

An der Universität Gießen war Reimer zunächst bis 1980 Dozent und anschließend bis 1986 Professor für Musikgeschichte. 1986 habilitierte er sich dort. Teil seiner schriftlichen Habilitationsleistung war die institutionsgeschichtliche Untersuchung Die Hofmusik in Deutschland 1500–1800. Sie behandelt Hofmusik als Institution und untersucht ihre Wandlungen über einen Zeitraum von 1500 bis 1800.

Zwischen 1986 und 1991 vertrat Reimer Professuren in Göttingen, Marburg, Saarbrücken und Tübingen. Von 1991 bis 2005 lehrte er als Professor für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Weitere Forschungsschwerpunkte waren Mendelssohns Oratorien, die Gestaltung von Bachs Arien sowie die Symphonie-Rezeption in Deutschland in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Veröffentlichungen und behandelte Themen

Zu Reimers ausgewählten Veröffentlichungen gehören:

  • Johannes de Garlandia: De mensurabili musica. Kritische Edition mit Kommentar und Interpretation der Notationslehre. Teil I: Quellenuntersuchungen und Editio. Teil II: Kommentar und Interpretation der Notationslehre (= Beihefte zum Archiv für Musikwissenschaft. Band 10 und 11). Wiesbaden 1972, ISBN 3-515-00225-1. Das Werk ist eine kritische Ausgabe mit Quellenuntersuchungen, Kommentar und Interpretation der mittelalterlichen Notationslehre.

  • Die Hofmusik in Deutschland 1500–1800. Wandlungen einer Institution (= Richard Schaal (Hrsg.): Taschenbücher zur Musikwissenschaft. Band 112). Wilhelmshaven 1991, ISBN 3-7959-0542-7.

  • Vom Bibeltext zur Oratorienszene. Textbearbeitung und Textvertonung in Felix Mendelssohn Bartholdys „Paulus“ und „Elias“. Köln 2002, ISBN 3-925366-87-3.

  • Die Ritornell-Arien der Weimarer Kantaten Johann Sebastian Bachs 1714–1716. Köln 2007, ISBN 978-3-936655-46-9. Eine Ritornell-Arie ist im Titel durch das musikalische Ritornell gekennzeichnet; der Artikel nennt jedoch keine ausführliche Definition.

  • Musicus und Cantor. Beiträge zur Gattungs- und Sozialgeschichte der Musik vom Mittelalter bis zur Gegenwart (= Arnold Jacobshagen, Christine Stöger (Hrsg.): musicolonia. Band 2). Köln 2008, ISBN 978-3-936655-53-7.

  • Die Ariengestaltung in Bachs Kantatenjahrgang I (1723/1724). Köln 2016, ISBN 978-3-936655-46-9.

Außerdem veröffentlichte Reimer einen Artikel in Hans Heinrich Eggebrecht, Albrecht Riethmüller, Markus Bandur (Hrsg.): Handwörterbuch der musikalischen Terminologie. Franz Steiner Verlag, Mainz 2012, ISBN 978-3-515-10167-7.

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