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Erdbeben in Kolumbien 2026
Das Erdbeben in Kolumbien vom 10. August 2026 erschütterte um 7:34 Uhr Ortszeit die Andenregion Kolumbiens und hatte eine Magnitude von 7,4 M W auf der …
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Überblick
Das Erdbeben in Kolumbien ereignete sich am 10. August 2026 um 12:34:27 UTC beziehungsweise um 7:34 Uhr Ortszeit in der Andenregion. Es hatte die Momenten-Magnitude 7,4 M_W und erreichte die Intensität VIII auf der MM-Skala. Sein Epizentrum lag bei 4° 59′ 24″ N, 76° 17′ 24″ W, rund 60 Kilometer westlich von Pereira; die Herdtiefe betrug 103 Kilometer. Mindestens 331 Menschen starben, und es entstanden schwere Schäden.
Ursache und Ausbreitung
An Kolumbiens Pazifikküste taucht die Nazca-Platte mit etwa 55–60 Millimetern pro Jahr nach Osten unter die Südamerikanische Platte ab. Dieser Vorgang heißt Subduktion.
Mit einem Hypozentrum in 103 Kilometern Tiefe war das Beben ein mitteltiefes Erdbeben: Dazu zählen Beben in 70 bis 300 Kilometern Tiefe. Sie entstehen meist durch Verformungen in der in den Erdmantel abtauchenden Lithosphärenplatte, auch Lithosphärenzunge oder englisch slab genannt. Starke Beben dieser Tiefe erschüttern gewöhnlich ein großes Gebiet. Der Herdvorgang entsprach einer Blattverschiebung. Das Beben gehörte zu den am weitesten nördlich beobachteten mitteltiefen Beben der südamerikanischen Subduktionszone und war das stärkste im Land spürbare Beben seit einem Jahrzehnt.
Opfer und Schäden
Stand 31. August 2026 wurden mindestens 331 Tote, mehr als 4500 Verletzte und 136 Vermisste gemeldet. Besonders schwer betroffen war die Kaffeeanbauregion Risaralda.
Mehr als 31.000 Gebäude wurden zerstört, über 163.000 beschädigt. Betroffen waren darunter mehr als 3400 Schulen, rund 300 Gesundheitseinrichtungen und 86 Einrichtungen der Wasserversorgung. Straßen und das Stromnetz wurden beeinträchtigt. Schäden an Flughäfen gab es in Pereira, Manizales, Quibdó, Cartago, Armenia und Buenaventura. Erste Schätzungen bezifferten den Schaden auf 8,3 Milliarden Euro.
Maßnahmen und internationale Hilfe
Präsident Abelardo de la Espriella, der erst drei Tage vor dem Beben vereidigt worden war, rief den Katastrophenfall aus. In Cali, Armenia und Manizales galten Ausgangssperren. In Cali wurden zusätzlich Militär und Polizei eingesetzt, um Plünderungen zu verhindern. Außerdem wurde eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.
Die USA sagten 15,5 Millionen US-Dollar Katastrophenhilfe zu, die EU 2 Millionen Euro. Die Interamerikanische Entwicklungsbank kündigte 700.000 Dollar an, die Lateinamerikanische Entwicklungsbank 500.000 Dollar. Mehrere Staaten boten Hilfe an; die Vereinten Nationen erklärten sich bereit, jede notwendige Hilfe zu leisten.