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Eisstupa
Ein Eisstupa (auch Eis-Stupa) ist ein künstlich geschaffener Eiskegel zur Speicherung von Schmelzwasser, um die Wasserknappheit im Himalaya-Gebiet zu verringern …
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Grundidee
Ein Eisstupa ist ein künstlich geschaffener Eiskegel zur Speicherung von Schmelzwasser. Er soll die Wasserknappheit in hochgelegenen Trockengebieten des Himalaya verringern. Das gespeicherte Wasser wird im Frühling durch die Sonne langsam freigesetzt und erhöht dadurch die verfügbare Wassermenge für die Landwirtschaft.
Bau und Nutzen
Eisstupas sind Eisreservoirs, die durch vertikales Einfrieren von Schmelzwasser auf einer Holzstruktur entstehen. Das Wasser spritzt aus einem vertikal angebrachten Rohr und gefriert kegelförmig zu Eis. Die Kegel werden etwa 30 bis 50 Meter hoch und bleiben so lange gefroren, bis die Frühlingssonne sie langsam schmilzt.
Pro Eisstupa werden etwa 10 Millionen Liter Wasser gespeichert. Diese Menge reicht aus, um etwa 10 Hektar Land zu bewässern. Die Wasserversorgung mit Eisstupas kostet laut Sonam Wangchuk nur etwa 5 Prozent der Kosten für die Anlage eines kleinen Stausees.
Der indische Ingenieur Sonam Wangchuk entwickelte den Eisstupa im Rahmen des Projekts Students’ Educational and Cultural Movement of Ladakh. Er finanzierte die Tests mit 125.000 USD aus Crowdfunding. Der erste Test begann im Januar 2014. Für diese Leistung erhielt Wangchuk 2016 den Rolex-Preis für Unternehmungsgeist.
Entstehung in Ladakh
Die ersten Eisstupas entstanden in Ladakh. Dort beträgt das Jahresmittel des Niederschlags weniger als 50 Millimeter. Deshalb hängt die Landwirtschaft vorwiegend vom Schmelzwasser der Gletscher ab.
Ein wichtiges Problem ist der zeitliche Unterschied zwischen Wasserangebot und Wasserbedarf: Im Frühling, wenn die Aussaat beginnt, sind die Bäche noch trocken oder führen nur wenig Wasser. Die größeren Schmelzwassermengen der Gletscher kommen erst später im Jahr. Eisstupas speichern Wasser und überbrücken diesen Zeitraum.
Kunstobjekte und Tourismus
2017 entstand in Pontresina im Schweizer Kanton Graubünden ein Eisstupa-Dorf. Es dient dort als Kunstobjekt für den örtlichen Tourismus und soll zugleich den Bau von Eisstupas in Trockenregionen unterstützen. An anderen Orten werden ähnliche Objekte als Eisfontänen bezeichnet und nachts beleuchtet.