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Edgecumbe-Erdbeben von 1987
Am 2. März 1987, gegen 13:35 Uhr, erschütterte mit kleineren Vorankündigungen ein Erdbeben mit der Stärke 5,2 M L (andere Quellen nennen 4,9) die Bay of Plenty.
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Überblick
Das Edgecumbe-Erdbeben von 1987 war ein starkes Erdbeben in der Region Bay of Plenty auf der Nordinsel Neuseelands. Es ereignete sich am 2. März 1987 um 13:42 Uhr Ortszeit und hatte eine Magnitude von 6,5 M_{W}. Die Intensität lag bei 9 auf der MM-Skala, also der modifizierten Mercalli-Skala, die beschreibt, wie stark ein Beben an der Oberfläche wahrgenommen wird und welche Schäden es verursacht.
Obwohl die Magnitude für diese Region als vergleichsweise gering beschrieben wird, gehörte das Beben bis dahin zu den teuersten Erdbeben Neuseelands. Der Sachschaden wurde anfangs auf 400 Mio. NZ$ geschätzt; die Versicherungen bezifferten den regulierten Schaden später auf 315 Mio. NZ$. Die tatsächlichen Kosten lagen wahrscheinlich höher. Es gab keinen Tsunami und keine Todesopfer, aber 25 registrierte Verletzte.
Lage des Epizentrums
Das Epizentrum lag in den Rangitaiki Plains, einer Ebene, die vom Rangitaiki River geformt wurde. Es befand sich zwischen den kleinen Orten Thornton und Matata, knapp 15 km nordwestlich von Edgecumbe am Tarawera River. Damit lag es sehr nahe an der Küste der Bay of Plenty.
Die angegebenen Koordinaten des Bebens sind 37° 52′ 48″ S, 176° 50′ 24″ O. Das Epizentrum lag nach den Angaben zwischen Thornton und Matata, etwa 15 km nördlich von Edgecumbe. Betroffen waren besonders Edgecumbe, Te Teko, Whakatāne, Kawerau und der Matahina Staudamm.
Ablauf des Bebens
Am 2. März 1987 gab es gegen 13:35 Uhr zunächst ein Vorbeben in der Bay of Plenty. Seine Stärke wird mit 5,2 M_{L} angegeben; andere Quellen nennen 4,9. M_{L} bezeichnet die Lokalmagnitude. Durch dieses Vorbeben fiel der Strom aus, und viele Anwohner verließen ihre Häuser.
Nur sieben Minuten später folgte das Hauptbeben mit einer Stärke von 6,5 M_{W}; andere Quellen nennen 6,3. M_{W} steht für Momenten-Magnitude, eine Skala zur Beschreibung der freigesetzten Energie eines Erdbebens. Der Herd lag in nur 6 km Tiefe, also sehr flach unter der Erdoberfläche. In den sechs Stunden nach dem Hauptstoß folgten vier weitere Nachbeben mit einer Stärke über 5.
Veränderungen an Boden und Landschaft
Das Hauptbeben brach die Erdoberfläche an verschiedenen Stellen auf. Südwestlich von Edgecumbe entstand auf einer Länge von 7 km ein Bruch. Dort kam es zu einem Versatz von bis zu 3 m. Außerdem sank der nordwestliche Teil der Ebene abrupt um bis zu 2 m ab. Der dadurch entstandene Graben war bis zu 3 m tief.
Neben Brüchen und Absenkungen wurde in der Nähe von Te Teko Bodenverflüssigung beobachtet. Bodenverflüssigung bedeutet, dass wassergesättigter Boden durch Erschütterungen zeitweise seine Festigkeit verliert und sich eher wie eine Flüssigkeit verhält. In einem Teil des Flussbettes des Rangitaiki Rivers kam zudem ein Feld mit alten, noch stehenden Baumstümpfen zum Vorschein.
Schäden und Folgen
Die Schäden waren besonders groß, weil die Erdstöße flach unter der Oberfläche verliefen. Beobachter beschrieben sie als rollende Bewegungen. Am stärksten betroffen waren Edgecumbe, Kawerau, Te Teko, Thornton und Matata.
In Edgecumbe wurden etwa 50 % der Häuser beschädigt. Straßen brachen auf und wurden unpassierbar. Auch die Eisenbahnstrecke wurde stark beschädigt: Die Schienen wurden seitlich verbogen, an einigen Stellen so stark, dass eine 80 Tonnen schwere Lokomotive aus den Gleisen gehoben und auf die Seite geworfen wurde.
Auch die Industrie erlitt schwere Schäden. Die Papierfabrik in Kawerau, 18 km südwestlich von Edgecumbe, wurde schwer beschädigt. In der Molkereianlage in Edgecumbe wurden Transformatoren, Milchtanks und das Fabrikgebäude völlig zerstört.
Der Matahina Staudamm, 15 km südlich von Edgecumbe, wurde ebenfalls beschädigt. Die Lage war so ernst, dass der Stausee entleert und 3.000 Menschen vorübergehend evakuiert werden mussten. Der Damm hatte Risse bekommen und war an den Stützpfeilern undicht geworden. Die Reparatur erfolgte 1988. In den späten 1990er-Jahren musste der Staudamm nachträglich verstärkt werden, damit er zukünftigen stärkeren Erdbeben standhalten konnte.