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Dolina Białki

Das eiszeitlich durch Gletscher geformte Tal Dolina Białki (slowakisch: Bielovodská dolina) ist mit 14 km Länge und 63,5 km² Fläche das größte Tal in der …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Gewässer, Seen und eiszeitliche Formung
  3. 3. Grenzen und Schutzgebiet
  4. 4. Natur, Klima und frühere Nutzung
  5. 5. Touristische Nutzung

Überblick und Lage

Die Dolina Białki, slowakisch Bielovodská dolina, ist ein während der Eiszeit durch Gletscher geformtes Tal auf der Nordseite des Hauptkamms der Hohen Tatra. Mit 14 km Länge und 63,5 km² Fläche ist sie das größte Tal der Hohen Tatra. Sie liegt zum größeren Teil in Polen: 38,2 km² gehören zur Woiwodschaft Kleinpolen. Weitere 25,3 km² liegen in der Slowakei. Das Tal erstreckt sich in Höhen von etwa 1000 bis 2655 m n.p.m. und reicht bis an den Gerlachovský štít, die 2655 m hohe Gerlsdorfer Spitze und den höchsten Berg der Hohen Tatra, heran.

Zu den polnischen Seitentälern gehören Dolina Rybiego Potoku, Dolina Roztoki mit der Verlängerung Dolina Pięciu Stawów Polskich sowie Dolina Waksmundzka. Auf slowakischer Seite liegen Červená dolina und Rozpadliny. Der slowakische Abschnitt des Haupttals oberhalb des Zusammenflusses von Rybi Potok und Biela voda heißt ebenfalls Bielovodská dolina, alternativ Podúplazská dolina oder Dolina pod Vysokou. Im Polnischen wird dieser Abschnitt dagegen Dolina Białej Wody genannt.

Gewässer, Seen und eiszeitliche Formung

Das Haupttal und seine Seitentäler fallen von Süden nach Norden ab. Durch das Tal fließt der Gebirgsfluss Białka beziehungsweise Biela voda. Er entwässert fast alle Täler nördlich des Hauptkamms der Hohen Tatra. Seine linken, auf polnischer Seite gelegenen Zuflüsse sind Rybi Potok, Roztoka und Waksmundzki Potok; von rechts mündet auf slowakischer Seite der Červený potok.

In der Dolina Białki und ihren Seitentälern befinden sich die meisten Bergseen der Hohen Tatra. Dazu zählen das Meerauge (Morskie Oko), der flächenmäßig größte See des Gebirges, und der Wielki Staw Polski (Große See), der nach Volumen größte und zugleich tiefste See der Hohen Tatra.

Während der letzten Eiszeit lag hier der größte Gletscher der Tatra. Er war 14 km lang, bedeckte 60 km² und besaß eine Eisdicke von ungefähr 300 m. Seine Tätigkeit prägte die heutige Gestalt des Tals.

Grenzen und Schutzgebiet

Durch die Talsohle verlaufen sowohl die polnisch-slowakische Staatsgrenze als auch die Grenze zwischen den historischen Regionen Podhale und Zips. Beide folgen größtenteils dem Fluss Białka. Ein Straßen-Grenzübergang befindet sich auf der Alm Łysa Polana; Wanderer können die Grenze außerdem auf der Rysy überschreiten.

Auf beiden Seiten der Staatsgrenze gehört das Tal zum Tatra-Nationalpark. Unterhalb des Nationalparks wird es breiter und flacher. Nachdem die Białka einige Kilometer lang die Grenze zwischen Polen und der Slowakei gebildet hat, fließt sie vollständig nach Polen und mündet dort in den Stausee Jezioro Czorsztyńskie. Vom Hauptkamm der Tatra bis zu diesem Stausee ist das gesamte Tal 40 km lang.

Natur, Klima und frühere Nutzung

In der Dolina Białki herrscht Hochgebirgsklima. Weil sich das Tal über große Höhenunterschiede unterhalb und oberhalb der Baumgrenze erstreckt, kommen dort alle alpinen Höhenstufen vor.

Das Tal dient zahlreichen Wildtieren als Rückzugsgebiet. Genannt werden Hirsche, Bären, Wölfe, Luchse, Gämsen, Murmeltiere und Adler. Bestimmte Bereiche sind als Naturreservate besonders streng geschützt und dürfen nicht betreten werden.

Seit dem 17. Jahrhundert wurde das Tal für die Almwirtschaft genutzt. Nach der Gründung des slowakischen Nationalparks 1949 und des polnischen Nationalparks 1954 wurden die Eigentümer der Almen enteignet oder zum Verkauf gezwungen. Einige ehemalige Almhütten sind im Tal erhalten geblieben.

Touristische Nutzung

Die Dolina Białki ist das am stärksten von Touristen besuchte Tal der Hohen Tatra. Im unteren Talbereich liegen auf den Almen Łysa Polana und Palenica Białczańska zwei große Parkplätze am Oswald-Balzer-Weg. Diese Straße führt durch das Tal bis zum Bergsee Meerauge.

Auf polnischer Seite gibt es drei Schutzhütten: die Schronisko PTTK w Dolinie Roztoki, die Schronisko PTTK w Dolinie Pięciu Stawów Polskich im gleichnamigen Seitental und die Schronisko PTTK nad Morskim Okiem im Tal Dolina Rybiego Potoku.

Mehrere markierte Wanderwege erschließen das Gebiet:

• Ein roter Weg führt auf polnischer Seite vom Zakopaner Stadtteil Toporowa Cyrhla zum Gipfel Rysy. Er folgt teilweise dem Oswald-Balzer-Weg in die Dolina Rybiego Potoku, wo weitere Wege beginnen.

• Ein grüner Weg führt von der polnischen Talseite in die Dolina Roztoki und weiter in die Dolina Pięciu Stawów Polskich.

• Ein blauer Weg verbindet das Tal auf polnischer Seite mit den Almen Rusinowa Polana und Zazadnia.

• Auf slowakischer Seite führt ein blauer Weg über den Sattel Prielom in die Veľká Studená dolina und zur Zbojnícka chata. Auf 2160 m Höhe zweigt ein grüner Weg zum Pass Poľský hrebeň auf 2200 m ab. Von dort gelangt man in die Velická dolina mit dem Berghotel Sliezsky dom. Ein gelber Weg führt von der Passhöhe auf den 2429 m hohen Gipfel Východná Vysoká.

Die Wanderwege im slowakischen Teil sind im alpinen Gelände wegen der Wintersperre vom 1. November bis zum 15. Juni geschlossen, außerhalb dieses Zeitraums aber frei zugänglich. Für den Zugang zum polnischen Teil wird eine Gebühr erhoben.

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