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Die Saporoger Kosaken schreiben dem türkischen Sultan einen Brief
Die Saporoger Kosaken schreiben dem türkischen Sultan einen Brief · 1 Hintergrund · 2 Entstehung · 3 Gemäldeausschnitte · 4 Literatur · 5 Weblinks · 6 Einzelnachweise …
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Werk und Bedeutung
„Die Saporoger Kosaken schreiben dem türkischen Sultan einen Brief“ ist ein Historienbild des ukrainisch-russischen Malers Ilja Repin. Es zeigt eine angebliche Szene von 1676: Saporoger Kosaken verfassen gemeinsam eine höhnische Antwort auf die Forderung des osmanischen Sultans Mehmed IV., sich zu unterwerfen. Das Bild macht vor allem ihre ausgelassene, trotzige Stimmung sichtbar.
Die großformatige Fassung ist 2,03 × 3,58 Meter groß, in Öl auf Leinwand gemalt und entstand von 1880 bis 1891; Repin vermerkte die Jahreszahlen am unteren Bildrand. Zar Alexander III. kaufte das Werk für 35.500 Rubel. Dies war damals die höchste Summe für ein einzelnes Werk eines Malers im Russischen Kaiserreich. Das Gemälde gehört zum Russischen Museum in Sankt Petersburg. Eine kleinere Fassung von 67 × 87 Zentimetern befindet sich in der Galerie des Baroda-Museums im indischen Bundesstaat Gujarat.
Historischer Hintergrund und dargestellte Handlung
Die Saporoger Kosaken lebten am unteren Verlauf des Dnepr. Ihr Name wird mit „za porohamy“ erklärt, also „hinter den Stromschnellen“. Zu Beginn des Osmanisch-Russischen Krieges soll Sultan Mehmed IV. 1676 ihre Unterwerfung verlangt haben. Zuvor hatte sich 1674 Petro Doroschenko, Hetman der rechtsufrigen Ukraine, dem Sultan unterworfen.
Die überlieferte Botschaft des Sultans bezeichnet ihn mit zahlreichen Herrschertiteln und fordert die Kosaken auf, freiwillig und ohne Widerstand aufzugeben sowie Überfälle auf sein Reich zu beenden. Der angebliche Antwortbrief der Kosaken richtet sich mit zahlreichen groben Beschimpfungen gegen den Sultan, weist seine Herrschaftsforderung zurück und erklärt, dass die Kosaken sein Heer weder zu Wasser noch zu Lande fürchteten. Der Brief soll mit „Der Lager-Ataman Iwan Sirko mitsamt dem ganzen Lager der Saporoger Kosaken“ unterzeichnet sein. Im Text heißt es außerdem, das Datum sei unbekannt, weil die Kosaken keinen Kalender hätten.
Dass Kosaken überhaupt einen solchen Brief schrieben, wird im Artikel als für ihre sonstigen Gepflogenheiten unüblich bezeichnet. Repin zeigt sie beim Erfinden immer neuer Beleidigungen. Zu seiner Zeit begegnete man diesem als freiheitsliebend und kampferprobt beschriebenen Volk mit großer Sympathie. Repin, selbst ein Bewunderer, schrieb über sie unter Bezug auf Gogol, niemand habe Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit so tief gefühlt.
Entstehung und Bildgestaltung
Repin erfuhr 1878 von der Geschichte. Am 26. Juni fertigte er eine Kompositionsskizze mit Bleistift auf Papier an; sie befindet sich heute in der Moskauer Tretjakow-Galerie unter der Inventarnummer 767. Nach weiteren Nachforschungen reiste er 1880 an den Dnepr und zeichnete dort Trachten und Waffen der Kosaken. Danach schuf er zunächst eine kleinformatige Ölfassung und arbeitete zugleich an der großformatigen Fassung, die erst 1891 fertig wurde.
Das Gemälde zeigt unterschiedliche Formen der Fröhlichkeit: vom verschmitzten Lächeln des Schreibers bis zum donnernden Gelächter. Im Hintergrund erscheinen auch Männer, die zweifeln oder das Gelächter missbilligen. Kräftige Farben, besonders intensives Rot, verstärken die Ausgelassenheit. Der schnelle, pastose Duktus – ein Farbauftrag mit deutlich sichtbarer, dicker Farbe – lässt die Szene lebendig wirken.
Figuren und Modelle
Repin nutzte für viele Figuren bestimmte Modelle. Der Schreiber wurde dem Historiker und Archäologen Dmytro Jawornyzkyj nachgebildet, dem Autor eines Hauptwerks über die Geschichte der Saporoger Kosaken. Für den Ataman Iwan Sirko entschied sich Repin nach langer Suche für General Michail Dragomirow. Der halbnackte Kosak basiert auf dem Volksschullehrer Kostjantyn Dmytrowytsch Belonowskyj; die Figur spielt Karten und ist oben nackt dargestellt, weil Kosaken beim ernsthaften Spiel ihre Hemden auszogen, damit sie keine Karten hinter Rücken oder Ärmeln verstecken konnten.
Weitere Beispiele sind der lächelnde Soldat mit roter Mütze nach Jan Ciągliński, der Kosak mit gelber Mütze nach dem Opernsänger Fjodor Strawinsky und Taras Bulba nach Oleksandr Rubez. Der zahnlose alte Mann mit Pfeife entstand nach einem zufälligen Passanten im Hafen von Oleksandriwsk, dem heutigen Saporischschja. Der Bursak – ein junger Schüler – wurde nicht nach Porfyrij Martynowytsch selbst, sondern nach einer Gipsmaske seines Gesichts gemalt. Der „Kahlkopf“ geht auf Heorhij Aleksjejew zurück, dessen Hinterkopf Repin skizzierte, nachdem dieser ein Posieren abgelehnt hatte.