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Deutsche Thomas Mann-Gesellschaft
Die 1965 gegründete Deutsche Thomas Mann-Gesellschaft Sitz Lübeck e. V. ist eine deutsche Literarische Gesellschaft, die den wissenschaftlichen Austausch über …
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Zweck und Bedeutung
Die Deutsche Thomas Mann-Gesellschaft Sitz Lübeck e. V. ist eine 1965 gegründete deutsche literarische Gesellschaft. Sie vertieft den wissenschaftlichen Austausch über Thomas Mann und sein Werk und fördert zugleich den Dialog zwischen der Forschung und der interessierten Leserschaft. Damit verbindet sie wissenschaftliche Arbeit mit öffentlicher Literaturvermittlung.
Entwicklung und Organisation
Gegründet wurde die Gesellschaft 1965 von Lübecker Bürgerinnen und Bürgern sowie von Freundinnen und Freunden Thomas Manns. Seit den 1970er-Jahren öffnete sie sich der internationalen Wissenschaft und entwickelte sich zu einem bedeutenden weltweiten Forum der Thomas-Mann-Forschung. Mit rund 1000 Mitgliedern zählt sie zu den größten literarischen Gesellschaften Deutschlands.
Der erste Ortsverein entstand 2008 in Bonn. 2012 folgte der Thomas Mann-Kreis Berlin, 2016 die Thomas Mann-Gesellschaft Hamburg. Seit 2005 ist Hans Wißkirchen, der frühere leitende Direktor der Lübecker Museen, Präsident der Gesellschaft. Ihre Geschäftsstelle befindet sich im Buddenbrookhaus, Mengstraße 4, in Lübeck.
Publikation und Tagungen
Gemeinsam mit der Thomas Mann-Gesellschaft Zürich veröffentlicht die Gesellschaft das „Thomas Mann Jahrbuch“. Es erscheint im Verlag Vittorio Klostermann und dient dem wissenschaftlichen Austausch über Thomas Mann und sein Werk.
Auf den Jahrestagungen behandeln Forschende und die interessierte Öffentlichkeit ausgewählte Themen in Vorträgen und Diskussionen. Beispiele sind „Die Brüder Mann und die Revolution 1918“ im Jahr 2018 und „Die Brüder Mann und der Film“ im Jahr 2019. Die Tagung „Das Exil als geistige Lebensform: Thomas Mann 1933-1955“ wurde 2021 wegen der Pandemie digital veranstaltet.
Die Lübecker Thomas Mann-Tage 2022 standen unter dem Thema „Demokratie – ,eine innere Tatsache'?“. Im September 2023 beschäftigte sich die Internationale Thomas Mann-Tagung in Düsseldorf mit „Chaos und Neubeginn. Thomas Manns späte Erzählungen“. Bei den zweiten Lübecker Thomas Mann-Tagen 2024 stand das 100-jährige Jubiläum des Romans „Der Zauberberg“ im Mittelpunkt. Die Internationale Thomas Mann-Tagung vom 5.–8. Juni 2025 widmet sich im Jubiläumsjahr dem Thema „150 Jahre Thomas Mann - Grenzgänge und Verwandlungen“.
Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
Die Gesellschaft unterstützt Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Das Junge Forum Thomas Mann richtet sich an Literaturwissenschaftler in allen Phasen ihrer wissenschaftlichen Qualifikation, vom Studienbeginn bis zur Habilitation, also bis zum Nachweis der Befähigung zur selbstständigen Hochschullehre.
Seit 2004 vergibt die Gesellschaft einen wissenschaftlichen Förderpreis für besondere Leistungen des akademischen Nachwuchses. Ausgezeichnet wurden Malte Herwig (2004), Regine Zeller (2005), Philipp Gut (2007), Dorothea Kirschbaum (2010), Anna Kinder (2012), Hannah Rieger (2015) und Aglaia Kister (2019); Nicole M. Mueller erhielt 2019 eine besondere Erwähnung. Bereits 2003 wurde die Gesellschaft für ihre Nachwuchsarbeit mit dem Hartmut-Vogel-Preis für Literaturvermittlung der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG) geehrt.
Auszeichnung für die Thomas-Mann-Forschung
In unregelmäßigen Abständen verleiht die Gesellschaft die Thomas Mann-Medaille. Sie zeichnet außergewöhnliche Beiträge zur Thomas-Mann-Forschung aus. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern gehören Georg Potempa (1993), Hans-Rudolf Vaget (1994), Inge Jens (1995), Klaus W. Jonas (1997), Herbert Lehnert (1998), Hermann Kurzke (2000), Dirk Heißerer (2009), Ruprecht Wimmer (2011), Thomas Sprecher (2014), Luca Crescenzi (2017) und Katrin Bedenig (2023).