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Deutsche Akademie für Musik und darstellende Kunst in Prag
Deutsche Akademie für Musik und darstellende Kunst in Prag. Höhere Ausbildungsstätte für Musikberufe inn Prag von 1920 bis 1945. Artikel · Diskussion.
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Überblick und Entwicklung
Die Deutsche Akademie für Musik und darstellende Kunst in Prag, auch Deutsche Musikakademie Prag genannt, war von 1920 bis 1945 eine universitäre Ausbildungsstätte für Musiker und Schauspieler in Prag. Sie entstand im Zusammenhang mit der Neuordnung des Prager Musikunterrichts nach dem Ersten Weltkrieg und der Gründung der Tschechoslowakei.
Das Prager Konservatorium war 1808 durch einen Verein zunächst als deutschsprachige Lehranstalt gegründet worden. Im 19. Jahrhundert erhielt es infolge der tschechischen Nationalbewegung einen tschechischsprachigen Zweig und wurde lange zweisprachig geführt. 1919 wurde es als Tschechisches Staatskonservatorium verstaatlicht. Im selben Jahr beschlossen Vertreter der deutschen Bevölkerungsminderheit in Prag um Rudolf Freiherr von Procházka, eine eigene Deutsche Akademie zu gründen.
Die Akademie wurde 1920 gegründet. Sie verstand sich als Nachfolgerin des alten Prager Konservatoriums und als Schwesterinstitut des tschechischen Staatskonservatoriums. Erster Rektor war ab 1920 der österreichische Dirigent und Komponist Alexander von Zemlinsky.
Ausbildung und institutionelle Veränderung
Die Akademie bot Abteilungen für Instrumentalmusik, Klavier, Orgel und Chorleitung, Komposition, Dirigieren, Gesang und Opernspiel, Schauspiel sowie Musikpädagogik an. Zemlinsky unterrichtete dort zugleich Komposition und Dirigieren.
An die Mittelschule schloss sich für besonders begabte Studierende der Fächer Komposition, Violine oder Klavier eine Meisterschule an. Bis zum Herbst 1938 wurde die Akademie vom Verein Deutsche Akademie für Musik und darstellende Kunst in Prag betrieben und finanziert; zusätzlich erhielt sie eine Subvention des tschechoslowakischen Staates. 1940 wurde sie in das Hochschulinstitut für Musik und darstellende Kunst bei der Deutschen Karls-Universität umgewandelt. 1945 wurde die Einrichtung aufgelöst.
Lehrende und bekannte ehemalige Studierende
Zu den ausgewählten Lehrkräften gehörten Conrad Ansorge (Klavier), Fidelio F. Finke (Musiktheorie und Komposition), Kurt Utz (Orgel) und Alexander von Zemlinsky (Komposition und Dirigieren); außerdem wird Anton Nowakowski genannt.
Als prominente Alumni werden die Komponisten Hans Krása (1899–1944), Hans Winterberg (1901–1991) und Zikmund Schul (1916–1944), der Dirigent Fritz Rieger (1910–1978), der Musikwissenschaftler und nationalsozialistische Musikfunktionär Herbert Hiebsch (1905–1948) sowie Franz Bummerl (1927–2011), Trompeter und Flügelhornist der Original Egerländer Musikanten, aufgeführt.