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Der Fuchs und die Trauben

Der Fuchs und die Trauben (griech.: Ἀλώπηξ καὶ βότρυς) ist eine Fabel, die dem griechischen Fabeldichter Äsop zugeschrieben wird, Phaedrus dichtete eine …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Kern und Aussage
  2. 2. Handlung und Moral
  3. 3. Lateinische Fassung
  4. 4. Bearbeitungen in Versform

Kern und Aussage

„Der Fuchs und die Trauben“ (griechisch: Ἀλώπηξ καὶ βότρυς) ist eine Äsop zugeschriebene Fabel. Sie behandelt den unehrlichen Umgang mit einer Niederlage: Der Fuchs kann die Trauben nicht erreichen, behauptet aber anschließend, sie nicht haben zu wollen.

Handlung und Moral

Der Fuchs zeigt sich verächtlich über die unerreichbaren Trauben. Er beißt die Zähne zusammen, rümpft die Nase und sagt hochmütig: „Sie sind mir noch nicht reif genug, ich mag keine sauren Trauben.“ Danach geht er stolz in den Wald zurück.

Die Moral lautet: Wer das, was er nicht erreichen kann, mit Worten schlecht macht, soll sich dieses Beispiel hinter die Ohren schreiben. In der Psychologie heißt ein solches Schönreden eines Versagens Rationalisierung oder Kognitive-Dissonanz-Reduktion: Einer konfliktären Situation wird nachträglich ein rationaler Sinn gegeben.

Lateinische Fassung

Phaedrus schrieb die lateinische Fassung „De vulpe et uva“ in seinen Fabeln 4, 3 im Versmaß des jambischen Senars. Darin versucht ein hungernder Fuchs, hoch hängende Trauben in einem Weinberg mit aller Kraft springend zu erreichen. Als dies misslingt, sagt er beim Weggehen: „Nondum matura est; nolo acerbam sumere.“ („Sie sind noch nicht reif; und sauer will ich sie nicht pflücken.“)

Der Schlusssatz wendet die Fabel direkt auf Menschen an: „Qui, facere quae non possunt, verbis elevant, adscribere hoc debebunt exemplum sibi.“ Gemeint sind Menschen, die das mit Worten herunterspielen, wozu sie nicht in der Lage sind.

Bearbeitungen in Versform

Karl Wilhelm Ramler gestaltete die Fabel in seiner Fabellese als Gedicht: Sein Fuchs findet schwere Trauben an einem hoch an einer Mauer hängenden Weinstock. Er sucht vergeblich nach einem Zugang und erklärt schließlich, die Trauben seien herb und taugten nicht. Dabei will er sich vor den auf den Bäumen sitzenden Vögeln nicht beschämen.

Jean de la Fontaine übernahm die Fabel ebenfalls in Versform, in Band 2 der „Fables Choisies“ (1764).

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