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Dennis Christian Hövel

Dennis Christian Hövel (* 1981 in Wipperfürth) ist ein deutscher Sonderpädagoge und Institutsleiter mit den Schwerpunkten Verhalten, sozio-emotionale und …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Person und Bedeutung
  2. 2. Ausbildung und beruflicher Weg
  3. 3. Forschung und Förderprogramme
  4. 4. Veröffentlichungen und untersuchte Themen
  5. 5. Positionen und Kontroversen

Person und Bedeutung

Dennis Christian Hövel (* 1981 in Wipperfürth) ist ein deutscher Sonderpädagoge, Professor und Institutsleiter an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) in Zürich. Er leitet dort das Institut für Verhalten, sozio-emotionale und psychomotorische Entwicklungsförderung. Seine Arbeit beschäftigt sich vor allem mit der Frage, wie Schulen Kinder mit erschwerten Lernbedingungen sowie emotionalen, sozialen oder verhaltensbezogenen Auffälligkeiten wirksam fördern können.

Von besonderer Bedeutung sind seine Forschungen zum Sozial-Emotionalen Lernen (SEL). Darunter versteht man die gezielte Förderung von Fähigkeiten, die Kinder für den Umgang mit eigenen Gefühlen, für soziale Beziehungen und für angemessenes Verhalten benötigen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Diagnostik, also das systematische Erkennen und Beurteilen sonderpädagogischer Förderbedarfe. Hövel verbindet dabei die Entwicklung von Förderprogrammen mit deren wissenschaftlicher Überprüfung und praktischer Umsetzung in Schulen.

Ausbildung und beruflicher Weg

Nach dem Abitur am Erzbischöflichen St.-Angela-Gymnasium in Wipperfürth studierte Hövel an der Universität zu Köln und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Lehramt Sonderpädagogik sowie Evangelische Theologie als Unterrichtsfach. 2009 legte er das erste Staatsexamen ab. Sein zweites Staatsexamen absolvierte er von 2009 bis 2011 am Studienseminar in Engelskirchen und an der Jakob-Moreno-Schule Gummersbach. An dieser Schule war er bereits seit 2004 als freiberufliche pädagogische Fachkraft tätig.

Von 2011 bis 2015 arbeitete er als Sonderschullehrer in einem Kompetenzzentrum sonderpädagogischer Förderung. Zu seinen Aufgaben gehörten Unterricht, Diagnostik, individuelle Förderung, Beratung und die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen. In diesem Rahmen betreute er mehrere Grundschulen und Gymnasien.

In seinem Promotionsprojekt entwickelte Hövel das Programm «Lubo aus dem All!» für den inklusiven Unterricht weiter. Das Programm soll sozio-emotionale Kompetenzen in der Primarschule fördern. 2014 promovierte ihn die Fakultät I – Bildungs- und Sozialwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg im Fach Rehabilitationspädagogik mit dem Prädikat summa cum laude.

2015 wurde Hövel Studienrat am Department Heilpädagogik und Rehabilitation der Universität zu Köln. Von 2015 bis 2019 war er jeweils für zwei Jahre gewählt stellvertretender Direktor des Departments und für den Bereich Studium und Lehre zuständig. Von September 2019 bis August 2020 vertrat er etwa ein Jahr lang die Professur für «Didaktik des inklusiven Unterrichts».

2020 wählte ihn der Hochschulrat der HfH zum Professor für «Lernen unter erschwerten Bedingungen»; diese Stelle hatte er von September 2020 bis Mai 2021 inne. Im Sommer 2021 wurde er Mitglied der Hochschulleitung und als Nachfolger von Prof. Susanne Amft Leiter seines heutigen Instituts. Institutsleitungen der HfH erhalten gemäß § 17 Abs. 3 des Organisationsreglements kraft ihres Amtes einen Professorentitel. Hövel ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie im Schweizer Kanton Schaffhausen.

Forschung und Förderprogramme

Hövel entwickelt und untersucht evidenzbasierte Maßnahmen des Sozial-Emotionalen Lernens. «Evidenzbasiert» bedeutet, dass die Wirksamkeit einer Maßnahme mit wissenschaftlichen Methoden geprüft wird. Zu den in internationalen Kooperationen entwickelten und evaluierten Angeboten gehören «Lubo aus dem All!», «Ben & Lee», «Klaros Klasse Kinder Spiel» und eine Unterrichtsreihe zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen im Biologieunterricht. Darüber hinaus veröffentlichte Hövel Überblicksarbeiten und Evaluationen zu diesem Forschungsfeld.

Sein zweiter Schwerpunkt ist die Weiterentwicklung der Diagnostik in der heil- und sonderpädagogischen Praxis. Dazu gehört das länderübergreifende deutschsprachige Kooperationsprojekt «STAFF: Standards zur Feststellung sonderpädagogischer Förderbedarfe: Konzeption, Implementation und Evaluation von Diagnostikstandards zur Feststellung sonderpädagogischer Förderbedarfe». Das Projekt befasst sich damit, einheitliche Standards für die Ermittlung des Unterstützungsbedarfs von Schülerinnen und Schülern zu entwickeln, praktisch einzuführen und anschließend zu bewerten.

Veröffentlichungen und untersuchte Themen

Hövels ausgewählte Veröffentlichungen zeigen die Breite seiner Forschung. Sie behandeln unter anderem schulische Maßnahmen zur Prävention von Verhaltensstörungen in der Sekundarstufe I, die Förderung emotionaler und sozialer Entwicklung in der Grundschule sowie Programme wie «Lubo aus dem All!», «Ben & Lee» und «Mut tut gut».

Weitere Studien untersuchen ein Aufsatztraining für Schülerinnen und Schüler mit ADHS, Classroom-Management-Strategien und emotionale Kompetenzförderung im inklusiven Biologieunterricht sowie die Einbindung des Marburger Konzentrationstrainings in den Mathematik- und Deutschunterricht. Classroom Management bezeichnet die planvolle Gestaltung und Führung des Unterrichts, damit Lernen und angemessenes Verhalten unterstützt werden.

Zu den untersuchten Themen gehören außerdem das Sozialklima in der Grundschule, der sogenannte Trainingsraum und mögliche pädagogische Alternativen, mehrteilige Fördermaßnahmen in der frühen Bildung sowie bewegungsbasierte Förderung prosozialen Verhaltens beim Schuleintritt. Meta-Analysen, also zusammenfassende statistische Auswertungen mehrerer Studien, befassen sich mit Präventionsprogrammen zur emotionalen und sozialen Entwicklung sowie mit Lernverhalten, exekutiven Funktionen und sozialen Fähigkeiten beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule.

Positionen und Kontroversen

In der Schweiz lösten Hövels Aussagen über psychische und verhaltensbezogene Auffälligkeiten bei Kindern Kontroversen aus. Er vertritt die Position, dass sich der Anteil von 15 bis 20 % der Kinder mit Angststörungen, Depressionen, ADHS oder Aggressionen in den vergangenen 70 Jahren nicht verändert habe.

Als Mitglied der Hochschulleitung der HfH widersprach er öffentlich Positionen der FDP. Seine Einschätzung lautet: «Würden wir alle verhaltensauffälligen Kinder separat beschulen, hätte das etwa eine Verfünffachung der Ressourcen zur Folge». Er spricht sich öffentlich gegen Klein- und Förderklassen aus.

Als möglichen Lösungsansatz regt Hövel an, die Zuteilung von Kindern zu Schulhäusern nicht mehr hauptsächlich nach der Nähe zum Wohnort vorzunehmen. Dadurch sollen sogenannte Kompositionseffekte berücksichtigt werden. Damit sind Auswirkungen gemeint, die sich aus der Zusammensetzung einer Schülergruppe ergeben. Die im Artikel dargestellten Aussagen sind umstritten; die Gegenpositionen werden dort jedoch nicht näher ausgeführt.

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