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DJN - Jugendbund für Naturbeobachtung

Als primärer Zweck des Vereins wird die gegenseitige Vermittlung von Wissen über Artenvielfalt und Ökologie betrachtet. Der DJN wird von seinen Mitgliedern, die …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Profil und Zweck
  2. 2. Naturkundliche Arbeit und Publikationen
  3. 3. Lager, Seminare und Exkursionen
  4. 4. Organisation und Entwicklung

Profil und Zweck

Der DJN – Jugendbund für Naturbeobachtung, ehemals Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung, ist ein kleiner, nicht eingetragener Jugendverein in Deutschland. Er wurde am 22. Oktober 1950 in Böhmsholz bei Lüneburg gegründet und hat seinen Sitz in Göttingen. Sein Zweck ist naturkundliche Bildung, Artenkenntnis und Jugendarbeit. Der Aktionsraum umfasst Deutschland und das Ausland.

Im Mittelpunkt steht die gegenseitige Vermittlung von Wissen über Artenvielfalt und Ökologie. Der Verein wird von seinen 12- bis 27-jährigen Mitgliedern ehrenamtlich und selbst organisiert. Die Mitgliedschaft endet mit dem Erreichen des 27. Lebensjahres. Dadurch sollen junge Mitglieder Verantwortung übernehmen, Hierarchien abgebaut und eine Überalterung sowie festgefahrene Strukturen vermieden werden. Der DJN arbeitet basisdemokratisch und ist politisch aktiv; er fühlt sich den Werten des Antifaschismus verbunden. Außerdem ist er Gründungsmitglied der Jugendaktion Natur- und Umweltschutz Niedersachsen (JANUN) und des internationalen Zusammenschlusses Youth and Environment Europe (YEE).

Naturkundliche Arbeit und Publikationen

Anders als viele andere Umweltorganisationen legt der DJN den Schwerpunkt auf Naturkunde und Artenkenntnis. Dazu gehören gemeinsame Exkursionen, bei denen Tiere und Pflanzen beobachtet und bestimmt werden, sowie die Veröffentlichung von Bestimmungsliteratur. Ein Bestimmungsschlüssel ist ein systematisch aufgebautes Hilfsmittel, mit dem Arten anhand ihrer Merkmale unterschieden werden können. Einige DJN-Bestimmungsschlüssel sind zu Standardwerken geworden. Verfasst werden sie von Mitgliedern, ehemaligen Mitgliedern oder externen Experten.

Die Schriftenreihe „Naturkundliche Beiträge des DJN“ erscheint unregelmäßig. Sie bietet jungen Menschen eine niedrigschwellige Möglichkeit, eigene wissenschaftliche Publikationen zu veröffentlichen. Zu den behandelten Gruppen gehören unter anderem Doppelfüßer, Laufkäfer, Süßwassermollusken, Farnpflanzen, Libellen, Faltenwespen, Amphibien und Reptilien sowie Hummeln. Daneben gibt es das Liederbuch „Spontania“ und die Vereinszeitschrift „Lupe“.

Während der Corona-Pandemie organisierte der DJN eine Online-Vortragsreihe, weil persönliche Treffen und Exkursionen nicht möglich waren. Von Januar bis Juni 2021 fanden wöchentlich Vorträge statt; nach einer Sommerpause wurde die Reihe im November und Dezember fortgesetzt. DJN-Mitglieder vermittelten Wissen und Erfahrungen zu verschiedenen Artengruppen und naturkundlichen Themen. Teilweise nahmen mehr als 100 Personen teil. Im Frühjahr 2021 startete außerdem der Podcast „Rauslauschen“, von dem bis Mitte 2022 zwölf Folgen erschienen.

Lager, Seminare und Exkursionen

Das Kernstück des Vereins sind über das Jahr verteilte Lager und Seminare. Sie dauern üblicherweise eine Woche und finden meist in Deutschland, teilweise auch im Ausland statt. Übernachtet wird in Gebäuden oder Zelten; gelegentlich nutzt der DJN während der Schulferien leer stehende Schulen.

Jährlich finden verbindlich der Osterkongress und das Winterseminar statt. Der Osterkongress liegt normalerweise in der Woche vor Ostern bis zum Ostermontag, das Winterseminar vom 27. Dezember bis zum 2. Januar. Alle Vereinsmitglieder sind eingeladen. Beim Osterkongress werden traditionell die Mitglieder verabschiedet, die bis zum Ostersonntag 27 Jahre alt geworden sind; dieser Vorgang heißt „ausgesockt“.

Veranstaltungen können eine bestimmte Artengruppe, einen Lebensraum wie das Wattenmeer oder eine Naturschutzmaßnahme zum Schwerpunkt haben. Dabei lernen die Teilnehmenden Bestimmungsmerkmale, den Umgang mit Bestimmungsliteratur und die Biologie der Arten. Andere Seminare dienen stärker dem sozialen Austausch, enthalten aber meist Wanderungen oder andere Naturbezüge. Es gibt auch Treffen zu umweltpolitischen Themen sowie Vorträge und Workshops. Ein typischer Bestandteil sind Abende am Lagerfeuer, sogenannte Sponti-Runden, bei denen aus „Spontania“ gesungen wird. Die Teilnahme ist auch ohne Mitgliedschaft möglich.

Organisation und Entwicklung

Der DJN besteht aus einem deutschlandweit aktiven Verein und verschiedenen Ortsgruppen. Die Mitgliedschaft ist nicht an eine Ortsgruppe gebunden. 2021 gab es Ortsgruppen in Freiburg, Bonn/Rhein-Sieg, Marburg, Göttingen, Brandenburg-Berlin, Oldenburg und Hamburg. Dort finden vor allem kleinere Exkursionen in der näheren Umgebung statt.

Bundesweit wird der Verein durch den gewählten Hauptvorstand vertreten. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem allgemeine Angelegenheiten, Finanzen, Mitgliederverwaltung, Fundraising, die Organisation von Lagern und Exkursionen, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Herausgabe der Vereinszeitschrift. Weitere Zuständigkeiten betreffen Materialverwaltung und internationale Kooperationen.

Der DJN wurde 1950 in Lüneburg gegründet; sein Name ist bewusst an den niederländischen NJN (Nederlandse Jeugdbond voor Natuurstudie) angelehnt. Zahlreiche Projektgruppen des Vereins erhielten hochdotierte Preise.

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