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Charles Marelle
Charles Marie Marelle (geb. 1. Februar 1827; gest. 1903) war ein französischer Dozent und Schriftsteller in Berlin. Inhaltsverzeichnis.
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Wer Charles Marelle war
Charles Marie Marelle (geboren am 1. Februar 1827, gestorben 1903) war ein französischer Dozent und Schriftsteller in Berlin. Er stammte aus Méry-sur-Seine östlich von Paris. 1857 lebte er wahrscheinlich in Brandenburg an der Havel; seit etwa 1864 wohnte er in Berlin.
In Berlin hielt Marelle Vorträge über französische Literatur und Sprache. Seit etwa 1874 unterrichtete er an der Akademie für Moderne Philologie, seit 1880 an der neuen Humboldt-Akademie. Außerdem war er Professor am Victoria-Lyceum.
Familie und Bibliothek
Charles Marelle war mit Elisabeth von Bilow verheiratet. Ihre Tochter Louise Marelle (1857/59–1940) wurde Schriftstellerin.
1906 wurde Marelles umfangreiche Bibliothek an die Berliner Universität übergeben. Im Jahr 2014 wurde sie untersucht und als wertvolle Gelehrtenbibliothek eingeschätzt. Eine Gelehrtenbibliothek ist eine private oder wissenschaftliche Sammlung von Büchern, die die Arbeitsgebiete eines Forschers oder Lehrenden zeigt. Marelles Sammlung enthielt viele seltene Bände zur französischen Literatur, Geschichte und Kultur.
Themen seiner Schriften
Charles Marelle schrieb vor allem über französische Literatur und Kultur. Dazu gehörten Texte für Kinder, literaturwissenschaftliche Vorträge und Arbeiten zur Sprache.
Wichtige Beispiele sind „Le Petit monde, chansons, fabulettes et contes, pour l'amusement et l'éducation des enfants petits et grands“ von 1863 sowie spätere Ausgaben unter erweitertem Titel, darunter die 3. Auflage von 1887 und die 4. Auflage von 1896. Außerdem schrieb er „Vom französischen Geist und der geistigen Arbeit in Paris“ in Julius Rodenbergs Sammelband „Paris bei Sonnenschein und Lampenlicht“ von 1867.
Vorträge, Herausgaben und Übersetzungen
Marelle beschäftigte sich auch mit Märchen, Volksliteratur und Aussprache. 1868 hielt er den Vortrag „Die französischen Mährchen von Perrault“, in dem die von Gustave Doré illustrierte Ausgabe, M. Hartmanns Bearbeitung und die Grimm’sche Sammlung verglichen wurden. Weitere Arbeiten waren „Eugénie et Maurice de Guérin“ von 1870, mit einer Neuauflage 1887, „Les Contes et les chants populaires français“ von 1876 und der Vortrag „Sur la prononciation de l'"e" muet“ von 1887.
Als Herausgeber bearbeitete Marelle unter anderem den „Nouveau guide de conversations modernes en français, anglais, allemand et italien“ von 1877, „Italienische Volkslieder“ von 1887, „Affenschwanz et cetera“ von 1888 mit Neuausgabe 1889 und „Eva Affenschwanz, queue-d'chat et cetera“ von 1890. Als Übersetzer veröffentlichte er 1879 „Poésies“ von Heinrich Heine.