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C’est la vie – So sind wir, so ist das Leben
Französisch. Erscheinungsjahr, 2008 · Länge, 114 Minuten. Altersfreigabe · FSK 12.
Inhalt5 Abschnitte
Überblick und Aufbau
C’est la vie – So sind wir, so ist das Leben (Originaltitel: Le premier jour du reste de ta vie, deutsch: „Der erste Tag vom Rest deines Lebens“) ist eine französische Tragikomödie von Rémi Bezançon aus dem Jahr 2008. Bezançon führte Regie und schrieb das Drehbuch. Der 114 Minuten lange, französischsprachige Film ist ab 12 Jahren freigegeben.
Im Mittelpunkt steht die fünfköpfige Familie Duval aus der französischen Mittelschicht: die Eltern Robert und Marie-Jeanne sowie ihre Kinder Albert, Raphaël („Raph“) und Fleur. An fünf exemplarischen Tagen über fast zwölf Jahre zeigt der Film Veränderungen, Konflikte und Zusammenhalt in der Familie. Jedes Kapitel folgt von morgens bis abends vor allem einer Person. Die Handlung beginnt und endet mit Familienaufnahmen und alten Super-8-Filmen; dadurch wird die Vergänglichkeit der Zeit besonders hervorgehoben.
Entstehung und Gestaltung
Der nicht autobiografische Film sollte nach Bezançons Aussage eine Hommage an seine eigene Familie sein. Er wuchs mit drei älteren Brüdern und einer jüngeren Schwester auf. Eine ursprünglich geplante vierte Kinderfigur wurde gestrichen, damit die Handlung konzentrierter bleibt. In Fleur flossen Probleme ein, die Bezançon selbst in der Pubertät beschäftigten. Der Film nennt bewusst keine Stadt, damit die Familie allgemein und universell wirken kann.
Die Bildgestaltung richtet sich nach der jeweiligen Hauptfigur: Alberts Kapitel nutzt ein Weitwinkelobjektiv, das Distanz zwischen Personen betont; Fleurs Kapitel wurde mit Handkamera gedreht; für Raphaël kam ein Schwebestativ zum Einsatz. Marie-Jeanne ist häufig vor unscharfem Hintergrund zu sehen, Robert in kontrastreichem Licht nach dem Vorbild von Werken Edward Hoppers. Musik ist ebenfalls ein wichtiges Gestaltungsmittel. Komponist Sinclair verband seine Musik mit von Bezançon ausgewählten Liedern, darunter Summertime von Janis Joplin und Time von David Bowie.
Frühe Konflikte der Familie
Am 24. August 1988 wird der kranke Hund des ältesten Sohnes Albert eingeschläfert, obwohl die übrige Familie dagegen ist. Albert zieht anschließend aus. Robert, Taxifahrer und starker Raucher, leidet unter der Geringschätzung seines Vaters Pierre. Marie-Jeanne beginnt erneut Bildende Kunst zu studieren; ihr Sohn Raph vernachlässigt dagegen sein Studium.
Am 3. Dezember 1993 erlebt die 16-jährige Fleur eine schwierige Jugendzeit: Sie experimentiert mit Drogen, hat erste sexuelle Erfahrungen und wird von Sacha zurückgewiesen. Als die Familie ihren Geburtstag vergisst, eskaliert ein Abendessen mit Pierre. Robert wirft seinem Vater vor, ihn nie beachtet zu haben. Raph gewinnt hingegen das Vertrauen seines Großvaters durch sein Wissen bei einer Weinverkostung. Albert stellt Sacha wegen Fleur zur Rede, streitet sich aber später auch gewaltsam mit Raph.
Am 22. Juni 1996 lebt Raph ziellos und unter Drogeneinfluss. Sein wichtigster Halt sind die Treffen mit Pierre, der ihm Weinverkostung beibringt und von seiner Vergangenheit erzählt. Am Hochzeitstag von Albert und Prune stirbt Pierre. Weil Albert die Feier nicht verschieben will, bricht er mit seiner Familie. Robert entdeckt später, dass Pierre doch Bilder von ihm in seiner Brieftasche aufbewahrt hatte.
Versöhnung, Krankheit und Ende
Am 25. September 1998 liest Marie-Jeanne heimlich Fleurs Tagebuch. Sie erfährt von deren Sorgen, anonymem Sex und einer Abtreibung. Zugleich zweifelt sie wegen ihres Alters und der fehlenden Intimität mit Robert an ihrer Attraktivität. Sie bittet Albert, der inzwischen Schönheitschirurg ist, um eine Brustvergrößerung; er versucht sie davon abzubringen. Nach einem heftigen Streit verlässt Fleur das Elternhaus. Marie-Jeanne verursacht bei der Verfolgung im Taxi einen Unfall und wird leicht verletzt. Danach rückt die Familie wieder näher zusammen; Raph beginnt, sein Leben ernsthafter anzugehen.
Am 26. Mai 2000 ist Fleur verantwortungsvolle Studentin, Raph arbeitet nach seinem Auszug als Sommelier, und Albert spricht mit Robert über seine Eheprobleme mit Prune. Robert verbringt mit Albert und Raph einen ausgelassenen Tag und erzählt ihnen von einer Jugendsünde. Beim Familienessen betont er emotional, wie wichtig ihm die Familie und das Aufwachsen seiner Kinder waren. Später teilt er Marie-Jeanne mit, dass er Krebs hat.
Robert stirbt vier Monate später. Albert arbeitet nicht mehr als Schönheitschirurg, sondern als Arzt in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Marie-Jeanne und die Kinder verstreuen Roberts Asche an einem Strand früherer Familienurlaube. Fleur ist inzwischen mit Eric zusammen und entdeckt, dass sie schwanger ist.
Resonanz und Auszeichnungen
Der Film wurde am 13. Juni 2008 beim Filmfestival von Cabourg uraufgeführt und kam am 23. Juli 2008 in Frankreich regulär ins Kino. Dort erreichte er fast 1,2 Millionen Zuschauer. Kritiker lobten besonders die fragmentarische, verschachtelte Erzählweise, das Drehbuch, die Musik und die Darsteller; zugleich wurden einzelne Handlungsmuster als klischeehaft oder sentimental bewertet. In Deutschland startete der Film am 23. April 2009, in Österreich am 8. Mai 2009. Die Kritiken waren überwiegend positiv, ein großer finanzieller Erfolg blieb im deutschsprachigen Raum jedoch aus.
Für sein Drehbuch erhielt Rémi Bezançon 2009 einen Étoile d’Or. Bei den Césars war der Film neunmal nominiert und gewann drei Preise: Déborah François und Marc-André Grondin wurden als beste Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet, Sophie Reine für den Schnitt. Weitere Nominierungen betrafen unter anderem Regie, Hauptdarsteller Jacques Gamblin, Filmmusik von Sinclair, Originaldrehbuch und Pio Marmaï als Nachwuchsdarsteller.