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Bodenrecycling
Das Bodenrecycling ist ein Verfahren im Tiefbau, bei dem im Zuge von Erdbauarbeiten anfallende Böden, mineralische Baustoffe und Ersatzbaustoffe ausgehoben, …
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Grundidee und Ablauf
Bodenrecycling ist ein Verfahren des Tiefbaus. Bei Erdbauarbeiten werden anfallende Böden, mineralische Baustoffe und Ersatzbaustoffe ausgehoben, aufbereitet und später wieder in den Boden eingebaut, zum Beispiel als Baugrund. Dadurch entsteht ein Materialkreislauf, der natürliche Ressourcen schont und den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) entspricht.
Vor dem Aushub wird der Boden vor Ort chemisch untersucht, etwa durch eine Haufwerkanalyse. Ein Bodengutachten ordnet ihn anhand dieser Ergebnisse abfallrechtlich und hinsichtlich seiner technischen Eignung für den Einbau ein.
Einbauklassen und Aufbereitung
Ein Recycling direkt auf der Baustelle ist möglich, wenn der Boden eine geeignete Einbauklasse erreicht. Die Einbauklassen wurden von der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall festgelegt.
In der Regel zur Wiederverwendung geeignet sind:
- Einbauklasse 0: uneingeschränkter Einbau.
- Einbauklasse 1: eingeschränkter offener Einbau.
- Einbauklasse 2: eingeschränkter Einbau mit definierten technischen Sicherungsmaßnahmen.
Die Mantelverordnung des Bundes wurde am 16. Juli 2021 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt am 1. August 2023 in Kraft. Bis dahin sind bei recyceltem Boden die teilweise unterschiedlichen Vorgaben der Bundesländer einzuhalten.
Behandlung belasteter Böden
Bei abfallrechtlich belastetem Boden bestimmt die Analyse, welche Einbauklasse erreicht wird. Erreicht der Boden höchstens Einbauklasse 2, kann er in einer stationären Anlage zur Bodenverbesserung behandelt werden. Ziel ist, eine Einbauklasse zu erreichen, die einen Wiedereinbau zulässt.
Solche Anlagen müssen die Anforderungen des KrWG erfüllen. Dies wird durch eine Zertifizierung nachgewiesen.
Wiedereinbau, Verfüllung und Kreislaufwirtschaft
Für den Einbau von ausgehobenem Boden bei einer anderen Baumaßnahme müssen passende chemische und mechanische Bodeneigenschaften vorliegen. Außerdem muss der Bauherr den Boden annehmen wollen, und die zuständige Bodenschutzbehörde muss den Einbau genehmigen.
Ist eine Verwertung in einem technischen Bauwerk nicht möglich, kann der Aushub zur Verfüllung einer Kiesgrube oder eines Steinbruchs genutzt werden. Auch hierfür darf nur vorher genehmigtes Bodenmaterial verwendet werden. Die Regelungen unterscheiden sich zwischen den Bundesländern; genannt wird etwa die VwV Bodenverwertung des Umweltministeriums Baden-Württemberg.
Die Kreislaufwirtschaft lässt sich fördern, indem Bebauungspläne ein hohes Erschließungs- und Geländeniveau vorsehen. So können Erdmassen auf dem eigenen Grundstück oder innerhalb des Baugebiets ausgeglichen werden. Weitere Maßnahmen sind die Weiterverwendung vor Ort oder auf einer nahe gelegenen Baustelle, gegebenenfalls nach Aufbereitung, sowie gesetzliche Regelungen zum Bauschutt-Recycling und zur Bodenverwertung.
Wichtige Normen und technische Regelwerke
In Deutschland betreffen wichtige DIN-Normen die Begriffe und Untersuchung von Böden: DIN 4047-13 (2002) zur Bodenkunde, Bodensystematik und Bodenuntersuchung; DIN 18123 (2011) zur Korngrößenverteilung; DIN 18124 (2011) zur Korndichte mit Kapillar-, Weithals- und Gaspyknometer; sowie DIN 18196 (2011) zur Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke.
Regelwerke der FGSV sind M TS E (2009) zu technischen Sicherungsmaßnahmen bei Böden und Baustoffen mit umweltrelevanten Inhaltsstoffen, TL BuB E-StB 09 (2009) zu Böden und Baustoffen im Erdbau des Straßenbaus, TL Gestein-StB (04/07) zu Gesteinskörnungen, TP BF-StB Teil B 11.3 (2010) zur Eignungsprüfung bei Bodenverbesserungen mit Bindemitteln, TP Gestein-StB Teil 3.1.5 (2012) zu groben rezyklierten Gesteinskörnungen und ZTV E-StB 09 (2009) zu Erdarbeiten im Straßenbau.
Auf europäischer Ebene nennt der Artikel EN 1097-6:2013 – Eurocode 7. Die Norm beschreibt Prüfverfahren für mechanische und physikalische Eigenschaften von Gesteinskörnungen, insbesondere die Bestimmung von Rohdichte und Wasseraufnahme.