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Bedingter Trennstrich
Ein bedingter Trennstrich (auch bedingtes Trennzeichen, Silbentrennungsstrich, weiches Trennzeichen oder weicher Trennstrich in Anlehnung an die englische …
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Grundprinzip und Zweck
Ein bedingter Trennstrich ist ein unsichtbares Trennzeichen innerhalb eines Wortes. Er markiert eine Stelle, an der ein Zeilenumbruch erlaubt ist. Wird das Wort an dieser Stelle umbrochen, erscheint am Zeilenende ein Trennstrich. Wird es nicht umbrochen, bleibt das Zeichen im Ausdruck oder im Webbrowser unsichtbar.
Andere Bezeichnungen sind bedingtes Trennzeichen, Silbentrennungsstrich, weiches Trennzeichen oder weicher Trennstrich. In Anlehnung an die englische Bezeichnung soft hyphen wird er auch mit shy abgekürzt. Der bedingte Trennstrich ist besonders bei langen Wörtern nützlich, weil er eine kontrollierte Silbentrennung ermöglicht, ohne das Wort im normalen Zeilenfluss sichtbar zu verändern.
Ein mögliches Problem ist die Suche: Manche Software findet Wörter mit eingefügtem bedingtem Trennstrich nicht zuverlässig, obwohl sie für Leserinnen und Leser wie normale Wörter aussehen.
Browser und Suche
Aktuelle Versionen praktisch aller gebräuchlichen Browser interpretieren den bedingten Trennstrich korrekt. Genannt werden Mozilla Firefox ab Version 3, Internet Explorer ab Version 5, Apple Safari ab Version 2, Opera ab Version 7.1 und Konqueror ab Version 3.5.
Wenn ein Browser den bedingten Trennstrich ignoriert und so trennt, als wäre kein Zeichen vorhanden, entsteht für die Anwender kein Nachteil gegenüber dem Weglassen. Problematisch sind nur veraltete Browser, die den Trennstrich immer anzeigen, zum Beispiel Safari bis Version 1.2.
In Unicode hat der bedingte Trennstrich die Eigenschaft Default_Ignorable_Code_Point. Das bedeutet: Bei Such- und Sortieroperationen darf dieses Zeichen nicht berücksichtigt werden. Trotzdem können einige seiteninterne Suchfunktionen nicht darüber hinwegsehen. Als Beispiele nennt der Artikel Internet Explorer 8.0 und Opera 11.01; auch manche Suchmaschinen von Webservern können betroffen sein. Chrome und Firefox gehen korrekt mit dem bedingten Trennstrich um.
E-Book-Lesegeräte
E-Book-Lesegeräte sollen Texte möglichst ähnlich wie gedruckte Bücher darstellen. Dafür ist der bedingte Trennstrich besonders bei Blocksatz wichtig, weil er saubere Zeilenumbrüche und Trennungen ermöglicht.
Diese Unterstützung war jedoch nicht von Anfang an vorhanden. Anfang der 2010er Jahre war sie auf damals populären Geräten noch nicht überall vollständig umgesetzt. Mittlerweile, Stand 2022, kann laut Artikel davon ausgegangen werden, dass solche Probleme auf aktuellen Geräten nicht mehr bestehen.
Codierung und Eingabe
In Unicode hat der bedingte Trennstrich den Codepoint U+00AD und den Namen SOFT HYPHEN. In UTF-8 wird er als C2 AD codiert, in ISO 8859-1 als ADₕₑₓ. In HTML kann er mit der Entität geschrieben werden. In XML/XHTML sind auch und möglich. In TeX/LaTeX wird im Textmodus - verwendet.
Das Tastatursymbol für den bedingten Trennstrich ist erst seit 2012 standardisiert: im Amendment 1 (2012) zu ISO/IEC 9995-7:2009 als Symbol 76 sowie in IEC 60417 als Symbol IEC 60417-6073 „Hyphen, soft“.
Je nach System und Programm gibt es unterschiedliche Eingabemethoden. Auf deutschen Standard-Tastaturbelegungen E1 und T2 wird Alt Gr+- genannt. Unter Windows sind Alt+240 für CP850 und Alt+0173 für CP1252 angegeben. Auf Macintosh in Deutschland gibt es keine definierte Taste; das Zeichen kann über die Zeichenübersicht durch Suche nach dem Unicode-Steuerzeichen SOFT HYPHEN eingefügt werden. Unter Linux mit neueren X11-Versionen wird Compose, -, -, Leertaste genannt. Weitere Beispiele sind Strg+- in Apache-OpenOffice-Varianten und LibreOffice, Strg+Alt+- in Microsoft Word, Alt+0173 in Microsoft Powerpoint, Strg+Shift+- in WordPerfect sowie in Vim Strg+K, -, - oder Strg+V, U, 0, 0, A, D.
Darstellung in Programmen
Textverarbeitungsprogramme stellen den bedingten Trennstrich nicht immer gleich dar und verwenden unterschiedliche Bezeichnungen. In WordPerfect heißt er im Steuerzeichenfenster Systemtrennstrich. In OpenOffice.org-Varianten und Microsoft Word wird er im Quelltext grau hinterlegt oder als „¬“ dargestellt.
Diese sichtbaren Darstellungen dienen vor allem der Bearbeitung am Computer. Im eigentlichen Textbild bleibt der bedingte Trennstrich unsichtbar, solange an dieser Stelle kein Zeilenumbruch erfolgt.