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Bayan-Obo-Mine

Die Bayan-Obo-Mine (白云鄂博铁矿 – „Bayan-Obo-Eisenerzmine“) ist ein Bergwerk im Gebiet der bezirksfreien Stadt Baotou im Autonomen Gebiet Innere Mongolei der …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Einordnung und Lage
  2. 2. Geschichte und globale Bedeutung
  3. 3. Geologische Lagerstätte und Rohstoffe
  4. 4. Umweltfolgen des Abbaus

Einordnung und Lage

Die Bayan-Obo-Mine ist ein Bergwerk im Gebiet der bezirksfreien Stadt Baotou im Autonomen Gebiet Innere Mongolei der Volksrepublik China. Sie gilt als wichtigste Fund- und Förderstätte der Welt für Seltenerdmetalle (SEE; englisch „rare-earth elements“, REE). Im Tagebau arbeiten bis zu 6000 Menschen; der Abbau reicht bis in eine maximale Tiefe von 1000 m.

Die Mine liegt im Stadtbezirk Bayan Obo, etwa 50 km südlich der Grenze zur Mongolei und nördlich der bezirksfreien Stadt Bayan Nur. Ihre Koordinaten sind 41° 47′ 53,5″ N und 109° 58′ 31,4″ O.

Geschichte und globale Bedeutung

1927 wurde in Bayan Obo Eisenerz entdeckt, 1936 folgte die Entdeckung der Seltenerdmetalle. In den 1950er Jahren wurde zusätzlich eine Niob-Lagerstätte gefunden. Außerdem wurde dort inzwischen die größte Thorium-Lagerstätte Chinas erschlossen.

Durch Preisdumping sowie geringe Personal- und Produktionskosten beim Abbau und bei der Aufbereitung der Seltenen Erden erreichte China ab Beginn des 21. Jahrhunderts einen Anteil von 95 bis 97 % an der weltweiten SEE-Förderung. Damit besaß das Land faktisch ein Monopol. Etwa die Hälfte der von China geförderten Seltenen Erden stammt aus Bayan Obo.

Bayan Obo gehört zusammen mit zwei anderen chinesischen Minen zu den wichtigsten SEE-Lagerstätten in China und weltweit. Diese drei Minen lieferten 2007 zusammen etwa 95 % der jährlichen SEE-Produktion. Auf Bayan Obo allein entfielen 2005 45 % der weltweiten SEE-Produktion.

Geologische Lagerstätte und Rohstoffe

Die Erzlagerstätte umfasst 40 Mio. t und enthält 3 bis 5,4 % Seltenerdmetalle. Geologen vermuten in den Gesteinsschichten bis zu 35 Mio. t Seltene Erden. Diese Menge entspricht fast der 270-fachen Abbaumenge des Jahres 2011.

Im Tagebau werden Elemente der Lanthanoide gefördert, darunter Cer, Praseodym, Neodym, Lanthan, Yttrium, Samarium, Europium, Gadolinium und Erbium. Die wichtigsten geförderten Minerale sind Bastnäsit und Monazit.

Bayan Obo enthält außerdem 470 Mio. t Eisen und gehört damit zu den größten Eisenerzvorkommen Chinas. Zugleich ist die Mine die größte Niob- und Thorium-Lagerstätte der Welt.

Die Lagerstätte besteht aus drei Haupterzkörpern. Sie erstrecken sich in Ost-West-Richtung über mehr als 18 km. Die schichtgebundenen Vererzungen liegen größtenteils in Dolomitmarmor. Die Mineralisationen stammen weitgehend aus einer Zeit vor 420 bis 555 Millionen Jahren.

Umweltfolgen des Abbaus

Fehlende oder unzureichende Umweltschutzmaßnahmen haben in und um Bayan Obo sowie an anderen Orten gravierende Umweltprobleme verursacht. Jährlich entstehen 10 Millionen m³ Abwässer aller Art, die größtenteils ungereinigt in die Umwelt gelangen. Weitere Belastungen sind Schlamm, fluor- und schwefelhaltige Abgase sowie Staub.

Die Sterblichkeitsrate durch Lungenkrebs ist deutlich erhöht. Rückhaltebecken enthielten 2014 auf einer Fläche von 10 km² insgesamt 160 Millionen Tonnen Abfälle. Diese enthalten radioaktives Thorium, Flusssäure und Schwefelsäure. Schadstoffe gelangen in Flüsse, das Grundwasser und den Boden. Die Wasserhaushaltung der Tagebaue fördert außerdem die Ausbreitung der Wüsten.

In der nahegelegenen Stadt Baotou werden die aus Bayan Obo gewonnenen Erze weiterverarbeitet. Baotou wurde 2021 in die UN-Liste der 50 weltweit am stärksten anthropogen durch Schad- und Giftstoffe verschmutzten Regionen, der sogenannten „Opferzonen“, aufgenommen.

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