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Ausscheidung

Als Ausscheidung (Exkretion) bezeichnet man in der Biologie und Medizin die Abgabe von Stoffen über den Weg aus dem Körperinneren an die Körperoberfläche …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Definition
  2. 2. Mechanismen der Ausscheidung
  3. 3. Clearance in der Medizin
  4. 4. Ausscheidung von Krankheitserregern
  5. 5. Abgrenzung zu Sekretion und Atmung
  6. 6. Weitere Bedeutungen

Definition

Als Ausscheidung (Exkretion) bezeichnet man in der Biologie und Medizin die Abgabe von Stoffen aus dem Körperinneren über die Körperoberfläche an die äußere Umgebung, um sie aus dem Körper zu entfernen. Zur Körperoberfläche zählen neben der äußeren Haut auch die innenliegende Schleimhaut des Verdauungstraktes sowie das Epithel der Lunge, der Gallenblase und der ableitenden Harnwege. Organe, die besonders der Ausscheidung von Stoffwechselprodukten dienen, heißen Ausscheidungsorgane. Auch die ausgeschiedene Substanz selbst wird als Ausscheidung bezeichnet.

Mechanismen der Ausscheidung

An der Ausscheidung sind verschiedene Vorgänge beteiligt: die aktive Ausscheidung überflüssiger oder giftiger Stoffe (Exkretion), die Defäkation, das Urinieren, das Erbrechen, die aktive Atmung sowie die passive Abgabe von Gasen durch Diffusion als Teil der Atmung. Werden einzelne Stoffe in unterschiedlichen Konzentrationen ausgeschieden, spricht man von einer fraktionellen Ausscheidung.

Clearance in der Medizin

In der Medizin bezeichnet Clearance (deutsch: Ausscheidung) das Entfernen einer bestimmten exogenen (von außen aufgenommenen) oder endogenen (vom Körper selbst gebildeten) Substanz aus einem Organismus. Bei exogenen Stoffen wird die Clearance auch als Elimination bezeichnet. Beispiele: Bei der renalen Clearance übernimmt die Niere die Ausscheidungsfunktion. Die ösophageale Clearance reinigt die Speiseröhre von zurückgeflossenem Mageninhalt (auch Magensäure). Die mukoziliäre Clearance entfernt Schleim, Bakterien und Fremdkörper aus dem Atemtrakt, um die Atemwege freizuhalten und Infektionen zu verhindern.

Ausscheidung von Krankheitserregern

Die Ausscheidung von Krankheitserregern ist kein Abwehrmechanismus des Körpers, sondern Teil der Vermehrungsstrategie von Mikroorganismen oder Würmern. Erreger können zum Beispiel über den Stuhl in die Umwelt gelangen, auch ohne dass der Infizierte Symptome zeigt (asymptomatische Ausscheidung). Bei Dauerausscheidern geschieht dies über einen längeren Zeitraum, besonders bei den Salmonellosen.

Abgrenzung zu Sekretion und Atmung

Sekretion ist die Absonderung von Sekreten durch Drüsen und wird normalerweise von der Exkretion abgegrenzt. Bei der exokrinen Sekretion werden zwar ebenfalls Stoffe an die innere oder äußere Körperoberfläche abgegeben, zum Beispiel Schweiß oder Talg. Diese Stoffe sind aber nicht wertlos oder schädlich, sondern dienen etwa der Thermoregulation (Schweiß) oder der Hautpflege (Talg). Die exokrine Sekretion ist daher nicht oder nur im weiteren Sinn Teil der Ausscheidung. Auch der Wasserdampf, der beim Atmen die Lungen verlässt, ist ein unerwünschtem Wasserverlust, dessen Ausmaß von der Luftfeuchtigkeit der Außenluft abhängt. Beim Hecheln von Hunden dient die Wasserabgabe nicht der Ausscheidung, sondern der Wärmeabfuhr. Solche unvermeidlichen Wasserverluste zählen nicht zur Ausscheidung im Sinne der Definition.

Weitere Bedeutungen

In der Metallurgie bezeichnet Ausscheidung die Bildung neuer Phasen in einer übersättigten metallischen Legierung; der Begriff kommt im Wort Ausscheidungshärtung vor.

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