Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Astrid Reuter
Astrid Reuter (* 1968) ist eine deutsche Religionswissenschaftlerin und Professorin am Institut für Religionswissenschaft der Westfälischen-Wilhelms …
Inhalt4 Abschnitte
Was ist Astrid Reuter?
Astrid Reuter (geboren 1968) ist eine deutsche Religionswissenschaftlerin und Professorin am Institut für Religionswissenschaft der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster. Religionswissenschaft beschreibt und vergleicht Religionen wissenschaftlich, ohne selbst eine Religion zu lehren.
Ihre Forschungsschwerpunkte sind:
- Geschichte, Theorie und Methode der Religionsforschung
- Religion und Recht
- religiöser Wandel in Westeuropa
- Religionen in Lateinamerika, besonders Brasilien
Sie schreibt regelmäßig für größere Medien wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Ausbildung und wissenschaftlicher Werdegang
Astrid Reuter studierte katholische Theologie an den Universitäten Bonn und Münster. Zusätzlich studierte sie Ethnologie und Sozialanthropologie an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris und schloss dort 1997 mit dem Diplôme d'études approfondies ab. In Paris war sie Schülerin des Wirtschaftsethnologen Maurice Godelier.
1999 promovierte sie in Bremen im Fach Religionswissenschaft bei Hans G. Kippenberg mit einer Arbeit über den französisch-brasilianischen Religionssoziologen Roger Bastide.
Wichtige Stationen ihrer Laufbahn:
- 2000 bis 2002: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ludwig-Maximilians-Universität München bei Friedrich Wilhelm Graf
- 2004 bis 2008: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt
- 2005 bis 2006: Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin
- 2012: Habilitation an der Universität Erfurt im Fach Religionswissenschaft
Aus der Habilitation entstand ihr Buch „Religion in der verrechtlichten Gesellschaft: Rechtskonflikte um Religion als Grenzarbeiten am religiösen Feld“. Ihre Antrittsvorlesung hielt sie zum Thema „Religion im Prozess der Ver(grund)rechtlichung der Gesellschaft“.
Tätigkeit in Münster
Seit Oktober 2019 ist Astrid Reuter Professorin für Religionswissenschaft an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster. Sie ist Hauptantragstellerin im dortigen Exzellenzcluster „Religion und Politik“ und war von 2009 bis 2012 dort Projektleiterin.
Von 2012 bis zum Antritt der Professur war sie Wissenschaftliche Geschäftsführerin am Centrum für Religion und Moderne (CRM) der Universität Münster. Im Sommersemester 2019 war sie Gastprofessorin an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2018 lehnte sie einen Ruf auf die W3-Professur für Religionswissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ab.
Ausgewählte Publikationen
Monographien (selbst geschriebene Bücher):
- „Das wilde Heilige. Roger Bastide (1898–1974) und die Religionswissenschaft seiner Zeit“, Campus, Frankfurt am Main 2000
- „Voodoo und andere afroamerikanische Religionen“, C. H. Beck, München 2003
- „Religion in der verrechtlichten Gesellschaft. Rechtskonflikte um Religion als Grenzarbeiten am religiösen Feld“, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014
Herausgeberschaften (als Herausgeberin mitverantwortet):
- Mit Ulrich Willems und Daniel Gerster: „Ordnungen religiöser Pluralität. Wirklichkeit – Wahrnehmung – Gestaltung“, 1. Auflage, Campus, Frankfurt/New York 2016
- Mit Hans G. Kippenberg: „Religionskonflikte im Verfassungsstaat“, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010