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Arthur de Rothschild

Arthur de Rothschild (* 28. März 1851 in Paris; † 10. Dezember 1903 in Monte-Carlo, Monaco) war ein französisch-britischer Sammler, Philatelist, …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Wer war Arthur de Rothschild?
  2. 2. Philatelie und Postgeschichte
  3. 3. Yachtsport
  4. 4. Kunstsammlungen und Nachlass
  5. 5. Veröffentlichungen

Wer war Arthur de Rothschild?

Arthur de Rothschild (geboren am 28. März 1851 in Paris, gestorben am 10. Dezember 1903 in Monte-Carlo, Monaco) war ein französisch-britischer Sammler, Briefmarkenkundler (Philatelist), Autor und Yachtsportler aus der bekannten Bankiersfamilie Rothschild. Er war der jüngste Sohn von Nathaniel de Rothschild und Charlotte de Rothschild. Weil seine Eltern britische Staatsangehörige waren, besaß er zunächst die britische Staatsbürgerschaft; 1872 nahm er die französische an. Im Deutsch-Französischen Krieg setzte er seine Ausbildung in Brüssel fort. 1871 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt (sein Dossier ist in der Base Léonore unter der Signatur LH//2387/32 geführt). In Paris lebte er im Familienhotel in der Rue du Faubourg Saint-Honoré. Am Bankhaus der Familie war er nur am Rande beteiligt; sein besonderes Interesse galt dem Sammeln, der Philatelie und dem Yachtsport. Er starb 1903 in Monte-Carlo und wurde im Familiengrab auf dem Friedhof Père-Lachaise in Paris bestattet. 1921 wurde er postum (nach seinem Tod) als einer der „Fathers of Philately“ auf der Roll of Distinguished Philatelists geehrt.

Philatelie und Postgeschichte

Philatelie bedeutet das Sammeln und wissenschaftliche Erforschen von Briefmarken. Rothschild begann schon als Jugendlicher damit. Zu seinen bekannten Erwerbungen gehörten seltene Marken der Post Office Mauritius, darunter eine gebrauchte Ein-Penny-Marke, die er 1870 über den belgischen Briefmarkenhändler Jean-Baptiste Moens erwarb; einige Jahre später ergänzte er eine gebrauchte Zwei-Pence-Marke derselben Ausgabe. In der französischen Philatelie war er einer der frühen organisatorischen Akteure: Die Société française de timbrologie entstand im Dezember 1874 in Paris. Sie verstand sich nach eigener Darstellung nicht als Handelsverein, sondern als wissenschaftliche Vereinigung; Handel und Tausch während der Sitzungen waren ausdrücklich ausgeschlossen. Rothschild war Präsident der Gesellschaft. In seinem Bericht vom 7. Dezember 1876 beschrieb er das Wachstum von 36 auf 66 Mitglieder sowie die internationale Vernetzung mit Sammlern und philatelistischen Zeitschriften in Europa und Amerika. Die Royal Philatelic Society London führt ihn auf der Roll of Distinguished Philatelists als „Baron Arthur de Rothschild (1851–1903)“ mit der Zuordnung Großbritannien/Frankreich.

Yachtsport

Neben der Philatelie widmete sich Rothschild intensiv dem Yachtsport. Die National Portrait Gallery bezeichnet ihn als Gründungsmitglied eines französischen Yachtclubs und als Gründer der Coupe de France. Mehrere Jahre lang war er Vizepräsident der Union des Yachts Français. Seine bekannteste Yacht war die Eros: Die erste Dampfyacht dieses Namens wurde 1876 bei Lobnitz in Renfrew gebaut. 1884 ersetzte Rothschild sie durch eine größere, ebenfalls Eros genannte Dampfyacht, die von A. H. Brown entworfen und bei Shuttleworth & Chapman gebaut wurde.

Kunstsammlungen und Nachlass

Rothschild sammelte neben Briefmarken auch Kunst und kunsthandwerkliche Objekte. Nach Angaben des Institut national d’histoire de l’art interessierte er sich besonders für niederländische Malerei. Nach dem Tod seiner Mutter 1899 erbte er mehrere Gemälde dieser Schule; 1904 wurden einzelne Werke dem Louvre übergeben, darunter Arbeiten von Meindert Hobbema, David Teniers dem Jüngeren und Jacob van Ruisdael. Ein weiterer Teil seines Nachlasses ging an das Musée de Cluny: eine Sammlung von 122 alten Ringen, die überwiegend aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert stammten, teilweise aber bis in das 16. und 17. Jahrhundert zurückreichten.

Veröffentlichungen

Rothschild schrieb mehrere Arbeiten zur Geschichte des Postwesens und der Briefmarke. Seine wichtigsten Schriften waren: „Notice sur l’origine du prix uniforme de la taxe des lettres et sur la création des timbres-poste en Angleterre“ (Librairie nouvelle, Paris 1872). „Histoire de la poste aux lettres depuis ses origines les plus anciennes jusqu'à nos jours“ (2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Hachette, Paris 1873). „Rapport présenté à la Société française de timbrologie dans sa séance du jeudi 7 décembre 1876“ (Imprimerie Centrale des Chemins de Fer A. Chaix et Cie, Paris 1876). „Histoire de la poste aux lettres et du timbre-poste depuis leurs origines jusqu'à nos jours“ (3. Auflage, Calmann Lévy, Paris 1876). „Histoire de la poste aux lettres et du timbre-poste depuis leurs origines jusqu'à nos jours“ (Neue Ausgabe, Calmann Lévy, Paris 1880). Die späteren Fassungen bezogen die Geschichte der Briefmarke bereits im Titel ein.

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