Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Analysemuster
Analysemuster (englisch analysis pattern) beschreiben praktisch bewährte und wiederverwendbare Vorlagen zur Problemlösung in einer Anwendungsdomäne.
Inhalt4 Abschnitte
Grundidee und Aufbau
Analysemuster (englisch analysis pattern) sind praktisch bewährte, wiederverwendbare Vorlagen zur Lösung von Problemen innerhalb einer Anwendungsdomäne. Eine Anwendungsdomäne ist ein fachlicher Bereich, etwa Medizin, Buchhaltung oder Handel. Die Muster bilden komplexe praktische Zusammenhänge modellhaft nach und verwenden dabei die Sprache der jeweiligen Domänenexperten.
Ein Analysemuster wird durch drei Teile bestimmt: die Darstellung des Problems, den Kontext, in dem es auftritt, und eine passende Lösung.
Nutzen bei der Anforderungsanalyse
Systemanalytiker können mit Analysemustern dem Domänenexperten bereits bewährte Modellierungen für Standardkomponenten von Geschäftsprozessen vorstellen, zum Beispiel Role Object oder Party. So können beide schneller die besonderen Probleme der konkreten Anwendungsdomäne behandeln. Dadurch wird die Anforderungsanalyse, also das Ermitteln und Beschreiben der Anforderungen an ein System, beschleunigt.
Muster von Martin Fowler
Martin Fowlers Analysemuster beruhen auf Erfahrungen aus Gesprächen mit Domänenexperten, beispielsweise Ärzten oder Buchhaltern. Sie sind nach fachlichen Themen geordnet.
Zu Accountability gehören Party, Organization Hierarchy, Organization Structure, Accountability, Accountability Knowledge Level, Party Type Generalisation, Hierarchic Accountability, Operating Scope und Post. Für Beobachtungen und Messungen nennt Fowler Quantität (Quantity), Conversion Ratio, Compound Unit, Measurement, Observation, Dual Time Record, Rejected Observation, Active Observation, Hypothesis, and Projection, Associated Observation, Process of Observation, Protocol und Event Sourcing. Für Corporate Finance kommen Enterprise Segment, Measurement Protocol und Range hinzu.
Weitere Gruppen betreffen die Bezugnahme auf Objekte mit Name, Identification Scheme, Object Merge und Object Equivalence; Lagerhaltung und Buchhaltung mit Account, Transaction, Summary Account, Memo Account, Posting Rule, Individual Instance Method, Posting Rule Execution, Posting Rules for Many Accounts, Balance Sheet and Income Statement, Corresponding Account, Specialized Account Model sowie Booking Entries to Multiple Accounts.
Für Planung werden Proposend and Implemented Action, Completed and Abandoned Actions, Suspension, Plan, Protocol, Resource Allocation sowie Outcome or Start Function aufgeführt. Im Handel gehören Contract, Portfolio, Quote und Scenario dazu. Bei Derivate Contracts nennt die Liste Forward Contract, Options, Product, Subtype State Machine sowie Parallel Application and Domain Hierarchy. Trading Packages umfasst Multiple Access Levels to a Package, Mutual Visibility und Subtyping Packages.
Als weitere Muster nennt Fowler Accounting Entry, Accounting Transaction, Anwendungsfassade (Application Facade), Event, Fixed Property, Flexible Dynamic Property, Knowledge Level, Posting Rule, Role Object, Typed Relationship und Money.
Muster anderer Autoren
Peter Coad veröffentlichte das Analysemuster Item-Item Description. Heide Balzert veröffentlichte das Analysemuster Koordinator.