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Amderma

Amderma (russisch А́мдерма) ist eine Siedlung im Autonomen Kreis der Nenzen im Nordosten des europäischen Teils Russlands. Der Ort hat 541 Einwohner (Stand …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Naturraum und Klima
  3. 3. Entstehung und Wandel
  4. 4. Bevölkerungsrückgang
  5. 5. Verkehr und heutige Wirtschaft

Überblick und Lage

Amderma (russisch А́мдерма) ist eine ländliche Siedlung im Autonomen Kreis der Nenzen im Nordosten des europäischen Teils Russlands. Sie gehört zum Sapoljarny rajon, dem einzigen Rajon des Autonomen Kreises. Am 14. Oktober 2010 hatte der Ort 541 Einwohner. Das Zentrum liegt 20 m hoch; Amderma liegt bei 69° 45′ 30″ N, 61° 39′ 45″ O.

Naturraum und Klima

Amderma liegt auf der Nordseite der Jugorhalbinsel an der Küste der Karasee. Es befindet sich etwa 40 km östlich der Jugorstraße, einer Meerenge zwischen dem Festland und der Insel Waigatsch. Narjan-Mar, die Hauptstadt des Autonomen Kreises, liegt gut 400 km Luftlinie südwestlich; Workuta in der Republik Komi etwa 270 km südöstlich.

Das Flüsschen Amderma mündet beim Ort zunächst in die Amderma-Lagune und anschließend ins Meer. Der Ort liegt jenseits des Polarkreises: Polartag herrscht vom 20. Mai bis 30. Juli, Polarnacht vom 27. November bis 16. Januar.

Entstehung und Wandel

Die Siedlung entstand im Juli 1933, nachdem 1932 eine Flussspat-Lagerstätte entdeckt worden war. Flussspat ist ein mineralischer Rohstoff; die Lagerstätte machte die Sowjetunion von Importen unabhängig. Der Ortsname geht auf Fluss und Lagune zurück und bedeutet auf Nenzisch etwa „Liegeplatz von Walrossen“. 1936 erhielt Amderma den Status einer Siedlung städtischen Typs.

Nach dem Deutsch-Sowjetischen Krieg wurde das Bergwerk geschlossen, weil andere Flussspatvorkommen günstiger lagen. Amderma wurde daraufhin ein logistischer Stützpunkt für die Erschließung der sowjetischen Arktis. Von 1940 bis zur Aufgabe der Rajonaufteilung im Jahr 1959 war es Verwaltungssitz eines gleichnamigen Rajons.

In den 1980er-Jahren wurde Flussspat nochmals kurzzeitig gefördert; in den 1990er-Jahren erwog man den Abbau von Schotter. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde der Bergbau aber wegen fehlender Rentabilität vollständig eingestellt: Der Ort liegt weit von möglichen Abnehmern entfernt und hat harte klimatische Bedingungen. Es folgten mehrere Schließungen und Abzüge: 1993 die Luftverteidigungstruppen, 1995 ein Permafrost-Forschungslabor, 1998 der Versorgungsstützpunkt für den Nördlichen Seeweg Torgmortrans und 2000 der Baubetrieb Amdermastroi. 2009 verlor Amderma den Status einer Siedlung städtischen Typs und ist seither ländliche Siedlung. Als mögliche Zukunftsperspektive gelten ungenutzte Erdöl- und Erdgasvorkommen im nördlichen Teil der Timan-Petschora-Region.

Bevölkerungsrückgang

Die Volkszählungsdaten zeigen zunächst mehrere tausend Einwohner: 1959 waren es 3598, 1970 4516, 1979 4221 und 1989 5495. Nach dem Wegfall von Bergbau, militärischen und zivilen Einrichtungen sank die Einwohnerzahl von 1989 bis 2002 um fast 90 % auf 650. 2010 lebten noch 541 Menschen in Amderma.

Verkehr und heutige Wirtschaft

Amderma hat keine feste Landverbindung. Im Sommer laufen Versorgungsschiffe den Seehafen an. Während der Frostperiode ist der Ort von Workuta aus mit Gelände-Kettenfahrzeugen, auf Russisch wesdechod, erreichbar; Workuta besitzt auch die nächstgelegene Eisenbahnstation.

Westlich des Ortes liegt auf der Nehrung zwischen Amderma-Lagune und offenem Meer ein Flughafen mit dem IATA-Code AMV und dem ICAO-Code ULDD. Seine Start- und Landebahn ist 2600 m lang und für größere Flugzeugtypen geeignet. Planmäßig fliegt Nordavia den Flughafen jedoch nur zweimal monatlich von Archangelsk aus an. Der früher militärisch als Amderma-2 bezeichnete Flughafen liegt nicht hier, sondern 400 km nordwestlich bei Beluschja Guba auf der Südinsel von Nowaja Semlja. Die heutige Wirtschaft Amdermas beschränkt sich auf die Unterhaltung der Verkehrseinrichtungen und die Versorgung der wenigen Einwohner des Gebietes.

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