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Alexander Graser

Alexander Graser (* 28. November 1970 in Bonn) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Person und akademische Laufbahn
  2. 2. Forschung und praktische Rechtsarbeit
  3. 3. Weitere Funktionen und Kritik
  4. 4. Publikationen

Person und akademische Laufbahn

Alexander Graser (* 28. November 1970 in Bonn) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer. Er hat an der Universität Regensburg den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Politik inne, insbesondere für europäisches und internationales Recht sowie Rechtsvergleichung.

Er studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Konstanz und Oxford und erwarb einen Master of Laws (LL.M.) an der Harvard Law School. Promotion und Habilitation – die wissenschaftliche Qualifikation für eine Professur – schloss er an der Ludwig-Maximilians-Universität München ab. Seine Habilitation umfasste Öffentliches Recht, Rechtsvergleichung, Rechtssoziologie und Rechtstheorie.

Vor seiner Berufung nach Regensburg 2010 war er von 2006 bis 2011 Professor für Vergleichendes Öffentliches Recht und Sozialpolitik an der Hertie School of Governance in Berlin. Zuvor arbeitete er als wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Sozialrecht in München.

Forschung und praktische Rechtsarbeit

Grasers Forschung befasst sich vor allem mit vergleichendem Verfassungsrecht, dem Recht der Europäischen Union und internationalem Menschenrechtsschutz. Rechtsvergleichung untersucht und vergleicht Rechtsordnungen verschiedener Staaten. Weitere Schwerpunkte sind die Erweiterung und Reform der EU, strategische Prozessführung und Rechtstransfers, also die Übernahme oder Übertragung rechtlicher Regelungen und Ideen in andere Kontexte. Regional untersucht er unter anderem Zentralasien und den Südkaukasus.

An der Universität Regensburg wirkte er maßgeblich an der Gründung und dem Aufbau der Refugee Law Clinic (RLC) Regensburg mit. Dort können Studierende Erfahrungen bei der Beratung von Geflüchteten und Migranten sammeln. Aus der RLC entstand die Strategic Litigation Unit (SLU). Sie bearbeitet komplexe und grundlegende Rechtsfälle mit dem Ziel, strategisch bedeutsame Gerichtsentscheidungen zu erwirken.

Weitere Funktionen und Kritik

Neben seiner Lehrtätigkeit ist Graser Fellow der Hertie School in Berlin. Er ist Principal Investigator an der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, einer gemeinsamen Einrichtung der LMU München und der Universität Regensburg im Rahmen der Exzellenzinitiative. Außerdem gehört er dem Direktorium des „Europaeums – Ost-West-Zentrum der Universität Regensburg“ an und ist Fachmentor im Max-Weber-Programm der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Im August 2025 wurde Graser kritisiert, weil er einen georgischen DAAD-Stipendiaten als Forscher an seinem Lehrstuhl aufgenommen hatte. Dieser hatte bei seiner Bewerbung seine hauptberufliche Tätigkeit in einer Institution verschwiegen, die weithin mit der Manipulation der georgischen Justiz assoziiert wird. Über die Zusammenarbeit berichteten deutsche und georgische Medien.

Publikationen

Graser veröffentlichte Monographien, Sammelbände und Fachartikel. Zu den genannten Arbeiten zählen seine Habilitationsschrift „Gemeinschaften ohne Grenzen? Zur Dekonzentration der rechtlichen Zugehörigkeiten zu politischen Gemeinschaften“ sowie seine Dissertation „Dezentrale Wohlfahrtsstaatlichkeit im föderalen Binnenmarkt?“. Er ist außerdem Mitherausgeber von Bänden zu strategischer Prozessführung, Recht und Globalisierung sowie Menschenrechten.

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