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Albers-Kegelprojektion

Die Albers-Kegelprojektion ist ein flächentreuer Kartennetzentwurf, bei dem die Erdoberfläche auf einen Kegel projiziert wird. Dabei berührt der Kegel, …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundprinzip und Eignung
  2. 2. Merkmale des Kartennetzes
  3. 3. Entstehung der Projektion
  4. 4. Frühe Karten und spätere Verwendung

Grundprinzip und Eignung

Die Albers-Kegelprojektion ist ein flächentreuer Kartennetzentwurf: Sie stellt die Erdoberfläche auf einem Kegel dar, sodass Flächeninhalte korrekt wiedergegeben werden. Sie eignet sich besonders für Regionen, die sich stärker in Ost-West- als in Nord-Süd-Richtung ausdehnen.

Der Kegel ist genauer ein Kegelstumpf. Er berührt die Erde entweder entlang eines Breitenkreises, der Standardparallel genannt wird, oder er schneidet die Erdoberfläche in zwei Standardparallelen. Fast ausschließlich wird die Variante mit zwei Standardparallelen verwendet. Die Kegelspitze liegt üblicherweise auf der Erdachse.

Merkmale des Kartennetzes

Meridiane, also Längenkreise, erscheinen als gerade Linien. Sie haben untereinander gleiche Abstände und treffen die Breitenkreise rechtwinklig.

Die Breitenkreise verlaufen parallel zueinander, doch ihre gegenseitigen Abstände sind nicht überall gleich. Die Schnittparallelen, also die Breitenkreise, an denen der Kegel die Erde schneidet, werden längentreu dargestellt. Die zentrale Eigenschaft bleibt die Flächentreue: Für Karten, auf denen Größen von Ländern oder Gebieten verglichen werden sollen, bleiben die Flächeninhalte korrekt.

Entstehung der Projektion

Heinrich C. Albers (1773–1833), der Sohn eines Kaufmanns aus Lüneburg, veröffentlichte diese Form der konischen Abbildung im November 1805 in Zachs Zeitschrift Monatliche Correspondenz. Er gilt deshalb als Erfinder der Projektion.

Albers kritisierte eine frühere Kegelprojektion von Patrick Murdoch († 1774). Deren Gesamtfläche einer Kegelzone konnte zwar der entsprechenden Kugelzone entsprechen, einzelne Teilflächen wurden jedoch nicht flächentreu wiedergegeben. Nach Albers konnte eine solche Karte den wahren Flächenraum eines Landes nicht zuverlässig angeben, sofern dessen Grenzen nicht gerade durch Meridiane und Parallelkreise verliefen. Seinen eigenen Entwurf verstand er als Verbesserung, die die Vorteile von Murdochs Projektion behielt und deren vermeidbare Mängel beseitigte.

Frühe Karten und spätere Verwendung

1806 zeichnete Albers die Charte von Ostindien nach Arrowsmiths Map of India von 1804. Ob er dabei tatsächlich seine eigene Projektion nutzte, ist fraglich. Die Karte erschien in Gotha zunächst als Einzelblatt, später als Beilage zu einem Sonderabdruck einer anonymen Rezension Albers’ auf sechs Blättern. Sie wurde nach einigen Jahren nochmals in Zimmermanns Taschenbuch der Reisen gedruckt, zusammen mit Flächenangaben für einzelne indische Gebiete.

Als erster Kartograf übernahm vermutlich Christian Gottlieb Reichard die Projektion. Seine Karte der Vereinigten Staaten von Nord-America in der Albers’schen Projection erschien 1809 in Nürnberg; weitere Karten folgten zwischen 1809 und 1818. Danach geriet die Projektion zunächst in Vergessenheit.

Um die Jahrhundertwende wurde Albers’ Arbeit wieder aufgegriffen. Das Militärgeographische Institut in Wien plante eine Neue Übersichtskarte von Europa 1 : 750.000 auf 40 Blättern mit Albers-Projektion. Bis 1903 waren zwei Blätter erschienen, fünf weitere in Arbeit; insgesamt wurden zwölf Blätter fertig. Auch die neunte und letzte Ausgabe von Sohr-Berghaus’ Handatlas über alle Teile der Erde enthielt in den 1900er Jahren erstmals Karten in dieser Projektion.

In den 1920er Jahren bewertete Oscar Adams vom US-amerikanischen Coast and Geodetic Survey die Projektion als besonders gute flächentreue Darstellung. Der USGS verwendete sie anschließend für die Karten der fünfzig US-Staaten im National Atlas von 1970, mit Standardparallelen bei 29,5° und 45,5° n. B.; Alaska und Hawaii waren ausgenommen. Eine überarbeitete Karte mit USDA-Klimazonen erschien 1990.

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