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Akroteleuton
Ein Akroteleuton (aus dem altgriechisch ἄκρος akros, deutsch ‚Spitze' und τέλος telos, deutsch ‚Ende', Plural Akroteleuta oder Akroteleuten) ist ein …
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Begriff und Funktion
Ein Akroteleuton ist eine rhetorische Figur: ein mehrfaches Akrostichon oder eine Verbindung von Akrostichon und Telestichon. Von oben nach unten gelesen ergeben sowohl die Anfänge als auch die Enden der Zeilen – Buchstaben, Silben oder Wörter – jeweils ein Wort, einen Namen oder einen Satz. Auch die Anfangsbuchstaben des letzten Wortes jeder Zeile können dafür verwendet werden.
Die zusätzliche, „verborgene“ Botschaft soll vom Leser entdeckt werden. Zugleich zeigt sie die Kunstfertigkeit des Autors. Sie kann manchmal die eigentliche Aussage sein und bei römischen Autoren sogar griechisch sein, obwohl der übrige Text eine andere Sprache hat.
Formen und literarische Verwendung
Moderne Definitionen grenzen Akroteleuta teilweise stärker ein als die Beispiele aus der Antike. Manche Regeln schreiben etwa eine bestimmte Leserichtung vor: vorne von oben nach unten und hinten von unten nach oben. Andere verlangen, ähnlich wie bei einem magischen Quadrat, überall gleich lange Wörter oder denselben Text am Anfang und Ende. Solche Formen sind Spezialfälle; griechische und römische Beispiele zeigen insgesamt eine größere Formenvielfalt.
Akroteleuta kommen unter anderem in der römischen Literatur der Kaiserzeit und in der Barocklyrik vor. Moderne Konkrete Poesie, Visuelle Poesie und Vertreter von Oulipo nutzen solche und ähnliche Figuren vor allem als Spiel mit Regeln, weniger, um etwas steganographisch zu verbergen. Das Denck-Täffelchen von David Klesel (1631–1687) gilt als Beispiel dafür, dass Texte mit Akroteleuta eher der Visuellen Poesie zuzuordnen sind.
Wortspiel „Gefüllte Kalbsbrust“
Bei „Gefüllte Kalbsbrust“ wird zunächst ein Wort festgelegt, zum Beispiel aus einem Buch ausgewählt. Jeder Spieler schreibt dieses Wort links senkrecht auf sein Blatt und rechts dasselbe Wort in umgekehrter Reihenfolge.
Innerhalb einer vorher bestimmten Zeit werden die Zwischenräume mit Wörtern gefüllt. Deren Anfangs- und Endbuchstaben sind durch ihre jeweilige Position vorgegeben. Anschließend werden die Ergebnisse ähnlich wie bei „Stadt, Land, Fluss“ bewertet.