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Agrarinformatik

Agrarinformatik (englisch digital farming) ist eine wissenschaftliche Teildisziplin, die sich mit dem Einsatz von Informationstechnik und Elektronik in der …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Ziele
  2. 2. Präzisionslandwirtschaft im Pflanzenbau
  3. 3. Daten, Technik und Datenaustausch
  4. 4. Präzisions-Tierhaltung und Förderung

Gegenstand und Ziele

Agrarinformatik, englisch „digital farming“, ist eine wissenschaftliche Teildisziplin zum Einsatz von Informationstechnik und Elektronik in der Landwirtschaft. Sie kann an manchen Universitäten als Wahlpflichtfach der Angewandten Informatik belegt werden und gehört auch zur Ausbildung von Agrarwissenschaftlern.

Wichtige übergeordnete Ziele sind der „gläserne Landwirt“, Rückverfolgbarkeit, Umweltverträglichkeit, Tiergerechtheit und Cross Compliance. Rückverfolgbarkeit bedeutet dabei, Maßnahmen und Daten nachvollziehen zu können.

Präzisionslandwirtschaft im Pflanzenbau

Precision Farming ist der Oberbegriff für Präzisionslandwirtschaft. Er umfasst Precision Agriculture im Pflanzenbau und Precision Livestock Farming in der Tierhaltung.

Bei Precision Agriculture beziehungsweise teilflächenspezifischer Bewirtschaftung werden Unterschiede der Wachstumsvoraussetzungen innerhalb eines bewirtschafteten Feldes, eines Schlages, berücksichtigt. Ziel ist, Teilflächen weder mit Nährstoffen noch mit Pflanzenschutzmitteln über- oder unterzuversorgen.

Alle Maßnahmen der Landbearbeitung sollen automatisiert aufgezeichnet werden. Dadurch kann der Landwirt nachweisen, dass die Bewirtschaftungsmaßnahmen ordnungsgemäß erfolgt sind. Ein optimierter Einsatz von Betriebsmitteln soll Kosten senken und zugleich Umweltressourcen schonen.

Daten, Technik und Datenaustausch

Geodaten gehören zum Arbeitsbereich der Agrarinformatik. Geodateninfrastrukturen sollen aufgebaut und ausgebaut werden, damit Landwirte leichter Zugang zu diesen Daten erhalten. Das Global Positioning System (GPS) und weitere globale Satellitennavigationssysteme (GNSS) wie Galileo sind eine unabdingbare Voraussetzung, um Orte im Pflanzenbau präzise zu bestimmen.

Sensoren können Messwerte unmittelbar zur Steuerung von Maschinen nutzen. Sie sollen die Bestandsentwicklung automatisch erfassen und die Daten automatisch auswerten. Die Ergebnisse können etwa angemessene Düngerdosierungen bestimmen; sensorgesteuerte Pflanzenerkennung soll den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verringern. Erkenntnisse über Teilflächen können jedoch nur genutzt werden, wenn Applikatoren das präzise Ausbringen von Dünger oder Pflanzenschutzmitteln ermöglichen.

In der Tierhaltung geben Sensoren, zum Beispiel in Futterautomaten, anhand von Körpertemperatur, aufgenommener Futtermenge oder Gewicht erste Hinweise auf den Gesundheitszustand eines Einzeltieres. Für automatisierte, effiziente Prozessketten müssen unterschiedliche Maschinen, PCs und Software Daten austauschen können. Wichtige standardisierte Schnittstellen sind ISOBUS und agroXML.

Präzisions-Tierhaltung und Förderung

Precision Livestock Farming bedeutet „Präzisions-Tierhaltung“. Anders als beim Sammeln von Daten über Pflanzen und Teilflächen werden Tiere möglichst individuell und automatisiert gefüttert; ihre Daten werden gesammelt und ausgewertet. Damit sollen Betriebskosten, beispielsweise Futterkosten, gesenkt werden. Weil auch die Rückverfolgbarkeit ein Ziel ist, hat die Tierkennzeichnung eine zentrale Bedeutung.

Die Gesellschaft für Informatik in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (GIL) fördert die Agrarinformatik als wissenschaftliche Gesellschaft. Sie besteht seit 1980 als gemeinnütziger Verein und wurde in Freising auf Initiative von Ludwig Reiner, Hans Geidel und Anton Mangstl gegründet.

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