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7 Gefangene
Man kann den Film als Adaption von Bertolt Brechts „Lied vom Elefanten“ aus dem Drama „Der gute Mensch von Sezuan“ interpretieren. Film. Titel, 7 Gefangene.
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Überblick
„7 Gefangene“ (Originaltitel: „7 Prisioneiros“, internationaler englischsprachiger Titel: „7 Prisoners“) ist ein brasilianisches Filmdrama aus dem Jahr 2021. Die Originalsprache ist Portugiesisch, die Laufzeit beträgt 93 Minuten. Regie führte Alexandre Moratto; das Drehbuch schrieben Thayná Mantesso und Moratto.
Der Film behandelt Ausbeutung und moderne Sklaverei: Junge Menschen, die ein besseres Leben für ihre Familien erreichen wollen, geraten in ein Abhängigkeitsverhältnis zu einem Arbeitgeber. Die Handlung kann als Adaption von Bertolt Brechts „Lied vom Elefanten“ aus dem Drama „Der gute Mensch von Sezuan“ interpretiert werden.
Mateus auf dem Schrottplatz
Der 18-jährige Mateus nimmt einen Job auf einem Schrottplatz in São Paulo an. Sein Chef Luca hat ihm die Arbeit vermittelt. Mateus hofft, seiner Familie auf dem Land damit ein besseres Leben zu ermöglichen.
Bald erkennt er, dass er und seine Kollegen unter Bedingungen arbeiten, die einer modernen Sklaverei ähneln. Einige der jungen Männer versuchen zu fliehen. Mateus hingegen beeindruckt Luca zunehmend und wird zu dessen rechter Hand. Damit verschiebt sich seine Stellung: Er entfernt sich von seinen Kollegen und wird stärker in die Macht- und Ausbeutungsstruktur des Schrottplatzes einbezogen.
Entstehung und Veröffentlichung
Alexandre Moratto realisierte mit „7 Gefangene“ seinen zweiten Spielfilm nach „Socrates“. Wie schon bei diesem Film arbeitete er beim Drehbuch mit Thayná Mantesso zusammen. Christian Malheiros, der bereits die Titelrolle in „Socrates“ gespielt hatte, verkörpert Mateus. Rodrigo Santoro spielt Luca. Weitere genannte Darsteller sind Josias Duarte als Rodiney, Cecília Homem de Mello, Vitor Julian als Ezequiel, Lucas Oranmian als Isaque und Bruno Rocha.
Gedreht wurde in São Paulo, also am Ort der Filmhandlung. João Gabriel de Queiroz war Kameramann; auch er hatte bereits an „Socrates“ mit Moratto gearbeitet. Produzenten waren Ramin Bahrani, Andrea Barata Ribeiro, Fernando Meirelles und Alexandre Moratto. Den Schnitt übernahm Germano de Oliveira.
Die Weltpremiere fand am 6. September 2021 bei den Internationalen Festspielen von Venedig statt. Im selben Monat wurde der Film beim Toronto International Film Festival gezeigt. Am 11. November 2021 nahm Netflix ihn in sein Programm auf. Die deutsche Synchronisation wurde in Berlin für die Iyuno-SDI Group Germany GmbH hergestellt. Das Dialogbuch stammt von Verena Ludwig, die Dialogregie führte Iris Artajo; Florian Hoffmann spricht Luca in der deutschen Fassung.
Kritiken, Altersfreigabe und Preise
Die Altersempfehlung beträgt ab 16 Jahren. In den USA erhielt der Film von der MPAA ein R-Rating, entsprechend einer Freigabe ab 17 Jahren.
Bei Rotten Tomatoes waren 98 Prozent der aufgeführten Kritiken positiv; die durchschnittliche Bewertung lag bei 7,5 von 10 Punkten. Metacritic wies einen Metascore von 80 von 100 Punkten aus. Carlos Aguilar von „The Wrap“ beschreibt den Film als sozialrealistisch und betont dessen Darstellung einer Hierarchie der Ausbeutung: Luca erscheine nicht nur als Täter, sondern auch als jemand, der einer übergeordneten Macht dient. Das Lexikon des internationalen Films sah einen thematisch vielversprechenden Film über korrupte Ausbeutungsstrukturen, kritisierte jedoch einen später stark didaktischen und formal etwas mutlosen Zugang.
Bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2021 erhielt Alexandre Moratto den Sorriso Diverso Venezia Award als Bester fremdsprachiger Film. Außerdem war er in der Sektion Orizzonti Extra für den Publikumspreis nominiert. Bei den Platino Awards for Ibero-American Film 2022 wurde Germano de Oliveira für den Besten Filmschnitt ausgezeichnet.