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4K-Modell des Lernens
Das 4K-Modell (kurz 4K, englisch Four Cs oder 4Cs) formuliert vier Kompetenzen, die für Lernende im 21. Jahrhundert von herausragender Bedeutung seien:.
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Kern des 4K-Modells
Das 4K-Modell des Lernens, auf Englisch Four Cs oder 4Cs, beschreibt vier Kompetenzen, die für Lernende im 21. Jahrhundert besonders wichtig sein sollen: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken. Kommunikation bedeutet, Wissen und Gedanken verständlich auszutauschen. Kollaboration ist die Zusammenarbeit mit anderen. Kreativität bezeichnet das Entwickeln neuer Ideen oder Lösungswege. Kritisches Denken bedeutet, Informationen und Zusammenhänge zu prüfen und begründet zu beurteilen.
Das Modell ist keine Lernmethode, sondern benennt Voraussetzungen für wirksames Lernen. Die vier Kompetenzen sollen nicht getrennt eingesetzt werden, sondern hängen zusammen: Wirksame Kommunikation setzt beispielsweise auch Kreativität, Zusammenarbeit und kritisches Denken voraus.
Ursprung und Zielsetzung
Die 4C gehen auf die Partnership for 21st Century Learning (P21) zurück. Diese US-amerikanische Non-Profit-Organisation setzt sich seit 2002 mit Wirtschaftsvertretern, Bildungsfachleuten und Beteiligten am Gesetzgebungsprozess für Bildung im digitalen Kontext ein. In ihrem „Framework for 21st Century Learning“ ordnet P21 die 4C den „learning and innovation skills“ zu.
Nach P21 bilden diese Fähigkeiten Grundlagen für selbstgesteuertes Lernen und Adaption, also die Anpassung an neue Bedingungen. Sie sollen besonders in Arbeitsumgebungen des 21. Jahrhunderts an Bedeutung gewinnen. Auch Andreas Schleicher, Koordinator der PISA-Studien, begründet das Modell mit beruflichen Anforderungen: Klassische Unterrichtsfächer rückten dadurch in den Hintergrund, während Lernende lernen müssten, neue Einsichten zu gewinnen und Zusammenhänge herzustellen. Für ihn bedeutet Bildung im 21. Jahrhundert nicht nur lesen zu lernen, sondern durch Lesen Wissen zu identifizieren, zu verstehen, zu interpretieren, zu erzeugen und zu kommunizieren.
Bedeutung für Schule und Lernen
In den USA haben viele Schulen die 4K in ihre Leitbilder aufgenommen. Das Modell benennt überfachliche Kompetenzen klar und ermöglicht damit Ziele, die nicht an ein einzelnes Schulfach gebunden sind. In den USA ist es auch bildungspolitisch unter dem Begriff Deeper Learning verankert. Im deutschsprachigen Raum wurde es besonders durch Andreas Schleichers Vortrag auf der Re:publica 2013 bekannt; auch die Erziehungswissenschaftlerin Anne Sliwka fördert das Modell. Die Pädagogische Hochschule Zürich bietet seit 2016 Lehramtsstudiengänge nach dem 4K-Modell an.
Schleicher beschreibt einen Wandel im Umgang mit Wissen: Inhalte würden nicht mehr gespeichert und anschließend von Lehrkräften vermittelt, sondern flössen in fortlaufender Kommunikation und Kollaboration. Das Modell reagiert damit auf Wissensarbeit in digitalen Kontexten. Lisa Rosa nennt drei Gründe für seine didaktische Bedeutung: Maschinen übernehmen zunehmend Arbeit; neue Arbeit verlange komplexes Denken, selbstverantwortliche situationsbezogene Entscheidungen und Beziehungsfähigkeit; komplexe gesellschaftliche Probleme ließen sich nur mit kollektiver Intelligenz bearbeiten.
Daniel Goleman und Peter Senge fordern darüber hinaus, Denken in Systemen zu vermitteln. Dies kann als Erweiterung des 4K-Modells verstanden werden: Bildung solle an Problemen in globalen Zusammenhängen ausgerichtet werden und die systemischen Folgen des eigenen Handelns sichtbar machen.
Kritik und offene Fragen
Wisniewski und Daumiller meinen, die 4K sprengten den Kompetenzbegriff. Es fehle außerdem eine klare Vorstellung, wie sie unterrichtet werden können. Sie bezeichnen die 4K eher als „Merkmalsbündel“, die auch Persönlichkeitseigenschaften umfassten.
Die Philologenverbandsvorsitzende Lin-Klitzing nennt die Ziele „ideologisch“ und „unreflektiert übernommen“. Als Hindernis sieht sie besonders das Verhältnis zwischen den überfachlichen Zielen und den verschiedenen Schulfächern. Christian Füller und andere Bildungsfachleute hinterfragen grundsätzlich, ob Wirtschaftsorganisationen Lehr-Lern-Konzepte so stark prägen sollten. Diese Kritik richtet sich auch gegen die OECD, die das 4K-Konzept stark unterstützt. Im Bereich Digitalisierung beeinflussten Organisationen aus der Industrie direkt oder indirekt Bildungsinstitutionen; dadurch könne der Primat des Pädagogischen durch Kompetenzvorgaben aus der Digitalwirtschaft ersetzt werden. Das 4K-Konzept wird in diesem Zusammenhang als Vehikel betrachtet.
Lisa Rosa warnt zudem vor einer Einführung nach einer Effizienz-Logik. Wenn 4K-Lernen vertieftes Lernen, also Deeper Learning, ermöglichen solle, dürfe es nicht darum gehen, möglichst viel Stoff in möglichst wenig Zeit auswendig lernen zu lassen. Stattdessen müsse Zeit für wissensbildendes 4K-Lernen reserviert werden.