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17. Juni 1953: Volksaufstand in der DDR

MrWissen2go Geschichte | Terra X12:45 383.253 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 92 Zeilen
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  1. habt ihr schon mal so ein Straßenschild entdeckt wahrscheinlich nach kaum einem anderen Datum sind in Deutschland so viele Plätze und Straßen benannt wie
  2. nach dem 17 Juni denn es ist ein wichtiger Tag der deutschen Geschichte etwa eine Million Menschen gehen im Juni 1953 in mehr als 700 Orten der DDR auf
  3. die Straße für mehr Freiheiten eine bessere Zukunft der Staat den es erst seit vier Jahren gibt droht auseinanderzubrechen aber es kommt
  4. anders wir zeigen euch in diesem Video warum die Proteste ausbrechen wie sowjetische Panzer sie beenden und warum dieser Tag bis heute eine besondere
  5. Bedeutung hat es ist der 17 Juni 1953 in niski einer Kleinstadt in
  6. Sachsen belagern hunderte Menschen ein unscheinbares Gebäude es ist die lokale Dienststelle der Stasi des Ministeriums für Staatsicherheit im Haus befinden
  7. sich mehrere bewaffnete Männer bereit es zu verteidigen aber nach einiger Zeit schaffen es die entschlossenen Bürgerinnen und Bürger in das Gebäude
  8. einzudringen sie verwüsten die Büros brechen Panzerschränke auf schleudern Akten aus dem Fenster einige der stassmitarbeiter
  9. sperren sie in den Hundezwinger die Geschichte zeigt dass am 17 Juni nicht nur in großen Städten wie Berlin die Proteste ausbrechen wo Kameras das ganze
  10. festhalten nahezu überall in der DDR fordern Menschen mehr Freiheit und zeigen ihre Wut über die bestehenden Verhältnisse was hat die Bürger damals
  11. denn so wütend gemacht fangen wir mal ganz von vorne an Deutschland ist nach dem Zweiten Weltkrieg kein geein Land sondern aufgeteilt in vier
  12. Besatzungszonen das wisst ihr aus der amerikanischen britischen und französischen Besatzungszone im Westen geht im Mai 1949 die Bundesrepublik
  13. hervor aus der sowjetischen Besatzungszone im Osten im Oktober 1949 die Deutsche Demokratische Republik die DDR das als ganz kurzer Abriss
  14. ausführlicher bekommt wir das oben auf dem i einer der mächtigsten Männer in der DDR ist Walter Ulbricht er steht an der Spitze der SED der Sozialistischen
  15. Einheitspartei Deutschlands der alle anderen Parteien und Organisationen unterg ordnet sind die SED wiederum ist stark von der Sowjetunion abhängig die
  16. auch nach der Staatsgründung noch etwa eine halbe Million Soldaten in der DDR stationiert hat im Juli 1952 macht Ulbricht eine große Ankündigung auf der
  17. zweiten parteikonferenz der SED verkündet er den Aufbau des Sozialismus Sozialismus das bedeutet in der Theorie vor allem eine solidarische Gesellschaft
  18. und eine gerechte Verteilung von Gütern praktisch heißt es für die SED dass sie erst einmal noch mehr Kontrolle will in Gesellschaft Wirtschaft Politik was das
  19. konkret bedeutet das erfahrt ihr in unserem Video zur Gründung der DDR oben auf dem i verlinkt hier nur drei Beispiele erstens um die Wirtschaft
  20. anzukurbeln will die SED die sogenannten Arbeitsnormen erhöhen das heißt für den gleichen Lohn müssen beispielsweise Bergleute mehr Kohle fördern von dem
  21. verdienten Geld bleibt kaum etwas übrig gleichzeitig ist die Versorgungslage schlecht zwar gibt es eine Grundversorgung über Lebensmittelkarten
  22. davon abgesehen sind aber viele Produkte recht teuer und oft nur schwer zu bekommen vor den Geschäften bilden sich teilweise lange Schlangen häufig fehlen
  23. einfache Dinge Schuhe Unterwäsche Radios der Lebensstandard bleibt insgesamt niedrig zweitens die SD geht hart gegen vermeintliche Gegner vor zwischen Januar
  24. und April 1953 verhaftet die Stasi z.i allein etwa 50 geistliche und Mitglieder der evangelischen Kirche die Partei hat Angst dass die Kirche vor allem
  25. Jugendliche ihrem Einfluss entzieht anders gesagt die DDR ist keine funktionierende Demokratie auch wenn sie sich als solche bezeichnet stattdessen
  26. entwickelt sie sich zur Diktatur so steht z.B auch bei Wahlen schon vorher fest wer im Parlament sitzen wird drittens um die wachsenden
  27. Fluchtbewegungen einzudämmen richtte die Regierung schon im Mai 1952 eine Sperrzone an der innerdeutschen Grenze ein zwar gibt es noch keine starken
  28. Grenzbefestigungen aber das Betreten der Sperrzone das ist verboten die deutsche Teilung ist so noch sichtbarer ihr könnt euch vorstellen alles das stößt in der
  29. Bevölkerung nicht auf Begeisterung der Unmut wächst immer mehr viele verlassen das Land allein 1952 fliehen rund 182 000 Menschen aus der DDR man spricht von
  30. einer Abstimmung mit den Füßen in dieser Situation gibt es plötzlich ein politisches Erdbeben im März 1953 stirbt der Diktator Josef Stalin der mächtigste
  31. Mann der Sowjetunion kurz darauf ändert sich das politische Klima in Moskau nach Stalins Tod ist zunächst unklar wie es in der Sowjetunion weitergeht die
  32. bisherige Politik steht auf dem Prüfstand auch die deutschlandpolitk viele Bürger in der DDR haben jetzt Hoffnung dass es in ihrem Land besser
  33. wird eine Delegation um Walter Ulbricht fliegt Anfang Juni 1953 nach Moskau die neuen Machthaber im Kremmel sehen die hohen Flüchtlingszahlen und fürchten
  34. dass zu viele Menschen die DDR verlassen könnten Ulbricht erhält die klare Ansage dass sich etwas ändern muss schon wenige Tage später verkündet die SED Führung
  35. dann öffentlich einen Kurswechsel sie will z.B die Produktion von Konsumgütern wie Schuhe und Kleidung ankurbeln um die Lebensbedingungen zu verbessern an der
  36. Erhöhung der Arbeitsnorm hält sie allerdings vorerst fest auf die Bevölkerung wirkt das alles so als würde die Regierung öffentlich ihre Fehler
  37. eingestehen was dann passiert ist ganz stark mit einem bestimmten Ort verbunden nämlich mit der Stalin allelee in Ostberlin dort errichten Arbeiter seit
  38. einiger Zeit eine Prachtstraße die Fassaden der Häuser schmücken kunstvolle Ornamente und Steinfliesen die großzügigen Musterwohnungen sollen von
  39. der Überlegenheit des Sozialismus Zeugen heute heißt ein Teil der Straße ke Marx alle vielleicht warte da schon mal ist wirklich sehr beeindruckend auch heute
  40. noch am Morgen des 16 Juni zieht ein Zug von Arbeitern durch die Stalinallee an der Spitze tragen Sie ein Banner auf dem sie fordern die Arbeitsnormen
  41. herabzusetzen der Protestzug schiebt sich durch die Straßen von Ostberlin und wird dabei immer größer gegen Mittag erreichte das Haus der Ministerien den
  42. Sitz der DDR reggierung die Demo ist mittlerweile auf 10 000 Personen angewachsen nach einiger Zeit zeigt sich der Minister Fritz Selbmann er verkündet
  43. dass sich die Regierung bereits dazu entschieden habe die Erhöhung der Arbeitsnormen zurückzunehmen aber die Menschen interessiert das kaum sie
  44. fordern jetzt freie und geheime Wahlen es zeigt sich dass es Ihnen nicht nur um die Löhne geht sie protestieren gegen das politische System der DDR als Ganzes
  45. einer der Arbeiter ruft für den 17 Juni zum Generalstreik auf gegen Abend berichtte dann auch der westdeutsche RIAS der Rundfunk im amerikanischen
  46. Sektor über die Proteste der RIAS ist auch in anderen Teilen der DDR zu empfangen auch wenn der Sender als Feindpropaganda verunglümpft wird
  47. breitet sich die Nachricht bald im ganzen Land am 17 Juni 1953 demonstrieren dann schon morgens 10tausende Menschen auf den Straßen
  48. Berlins sie rufen nieder mit der SED oder spitzbad Bauch und Brille sind nicht Volkes Wille der Bart ist Walter Ulbrich der bauchstaatspräsident Wilhelm
  49. piie und die Brille Ministerpräsident Otto Grotewohl zu ihren haupforderungen zählen unter anderem freie und geheime Wahlen Rücktritt der Regierung
  50. Pressefreiheit sowie Freilassung aller politischen Gefangenen auch der Ruf nach wiervereinigung ist zu hören damals gibt es zwar in Berlin noch keine Mauer aber
  51. dafür gibt es in Berlin Wachposten entlang der Grenze die Menschen Schrauben jetzt grenzschilder ab oder zerstören wachbaracken der Volkspolizei
  52. einige Jugendliche klettern sogar auf das Brandenburger Tor und reißen die rote Flagge der Sowjetunion herunter später his dort jemand eine schwarzrot
  53. goldene Fahne wenn auch nur halb und nicht nur in Berlin gibt es Proteste in rund 700 Städten und Gemeinden der DDR kommt es zwischen dem 16 und 20 Juni zu
  54. Demonstrationen oder Streiks insgesamt beteiligen sich über eine Million Menschen weitgehend friedlich auch in Bitterfeld gehen die Menschen auf die
  55. Straße der 48-Jährige Paul ottm arbeitet hier beim elektrochemischen Kombinat Bitterfeld einem Staatsbetrieb am 17 Juni 1953 wird er ins Streikkomitee
  56. gewählt am Vormittag spricht otma auf dem Marktplatz vor 50.000 Menschen und sagt liebe Freunde der tagte Befreiung ist da die Regierung ist weg die Tyranei
  57. hat ein Ende ein Albtraum für das SED Regime um Ulbricht in Berlin lässt das sowjetische Militär Walter Ulbricht und die SED Führung vorsichtshalber nach
  58. Karls Horst bringen zum Sitz der sowjetischen Militäradministration hier beobachten sie untätig und ratlos was passiert die ddrregierung kann den
  59. Protesten alleine kaum etwas entgegensetzen und tatsächlich hätte sie aus eigener Kraft den Zusammenbruch wahrscheinlich nicht verhindern können
  60. urteilen heute Historiker aber die Sowjetunion kommt ihr zur Hilfe sie ruft den Ausnahmezustand in der DDR aus und lässt mit aller Macht die Proteste
  61. niederschlagen ab 11:30 Uhr rollen schwere sowjetische Panzer durch die Straßen Berlins eine halbe Stunde später fallen die ersten Schüsse zwar schießen
  62. die sowjetischen Soldaten wohl zunächst über die Menge hinweg trotzdem gibt es Todesopfer wie viele Demonstranten am 17 Juni 1953 sterben ist bis heute nicht
  63. ganz klar aktuelle Schätzungen sprechen von etwa 50 bis 125 Personen gegen 13 Uhr trifft der sowjetische Marschall wasassili Danilovic Sokolowski in
  64. Ostberlin ein er hat im Zweiten Weltkrieg mit der Roten Armee gegen Nazi Deutschland gekämpft und leitet jetzt die Niederschlagung des Aufstands
  65. Widerstand erscheint jetzt immer aussichtsloser bis zum Abend sind alle Plätze geräumt es herrscht Ausgangssperre auch in anderen Orten
  66. greift das sowjetische Militär hart durch in Bitterfeld gehen die Sowjets am späten Nachmittag zum Gegenschlag über wenige Tage später wird z.B auch Paul
  67. ottm verhaftet am 17 Juni und in den Tagen und Wochen danach werden insgesamt etwa 13 000 bis 15000 Menschen inhaftiert die meisten sind zwar nach
  68. kurzer Zeit wieder auf freiem Fuß etwa 2500 Personen verurteilen die ddrgichte oder sowjetische Militärtribunale aber zu teilweise langen Haftstrafen im
  69. Extremfall sogar zur Todesstrafe auch Paul ottm bleibt nicht verschont er wird im november 1953 zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt erst nach 11inhalb Jahren
  70. wird er schwerkrank entlassen viele ddrbürger sind nach der gescheiterten Revolution enttäuscht sie merken dass sie keine Chance haben das politische
  71. System zu verändern viele fliehen in den Westen der Regierung wiederum wird spätestens jetzt deutlich dass sie keinen wirklichen Rückhalt in der
  72. Bevölkerung hat und nur mit gewaltwiderstand unterbinden kann auch deshalb läs das Regime im August 1961 die Mauer errichten ein Video dazu
  73. findet ihr oben auf dem i 17 Juni hinterlässt ein Echo das noch lange Nachhalt ziemlich offensichtlich wird das in Westdeutschland die
  74. Bundesrepublik erklärt den 17 Juni noch im Jahr der gescheiterten Revolution zum Feiertag es ist ist auch ein politisches Symbol
  75. wierereinigung das haben auch die Demonstranten in der DDR gefordert weder bei den Demonstranten noch in der Bundesrepublik gibt es aber eine klare
  76. Vorstellung davon wie diese Einheit mitten im Kalten Krieg überhaupt zu erreichen ist das muss man auch dazu sagen die Führung der DDR dagegen gibt
  77. dem 17 Juni das Label eines vom Westen gesteuerten faschistischen Putschversuchs das ist eine bittere Ironie der Geschichte denn ein Grund
  78. dafür dass die Revolution scheitert ist auch dass die Demonstranten keine klare Strategie haben und keine Hilfe von außen erhalten mittlerweile wissen wir
  79. auch aus archivdokumenten dass selbst die damit beauftragten DDR behehörden zugeben keine Beweise für eine Einflussnahme von außen finden zu können
  80. und wie erinnern wir uns heute an den 17 Juni in Berlin trägt immerhin die Straße zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor den Namen klar ist die Menschen
  81. damals haben sich mutig und unter Einsatz ihres Lebens für Freiheit und Demokratie eingesetzt und wurden dafür mit harter Hand unterdrückt das zeigt
  82. auch dass Demokratie und Rechtsstaat nicht selbstverständlich sind ich denke mal dass uns der 17 Juni gerade daran erinnert und das ist unsere Aufgabe ist
  83. diese Erinnerung hochzuhalten wäre aber jetzt nur meine Interpretation mittlerweile steht der 17 Juni ein bisschen im Schatten eines anderen
  84. Ereignisses nämlich der friedlichen Revolution von 198990 die erreicht in der DDR durch friedliche Proteste vieles von dem was
  85. schon 1953 gefordert wurde tja und seitdem also seitdem die deutsche Einheit da ist feiern wir den Tag der Deutschen Einheit nicht mehr am 1 juni
  86. sondern eben am 3 oktober dem Tag an dem der Einigungsvertrag in Kraft getreten ist aber was denkt ihr denn ist das ein passendes Datum für diesen Feiertag oder
  87. ist der 17 Juni eigentlich viel besser geeignet oder sollten wir ihn unter einem anderen Namen feiern schreibt gerne unten in die Kommentare welche
  88. anderen Daten neben 1953 für die deutsche Demokratie wichtig waren das könnt ihr in dieser Doku hier erfahren und ein weiteres Datum das darin
  89. vorkommt das verrate ich euch jetzt schon mal es ist der 9 November 1989 und auch zu diesem Tag findet ihr hier auf dem Kanal schaut da gerne mal rein
  90. übrigens diese Doku durfte ich moderieren hat sehr viel Spaß gemacht war sehr eindrücklich kann ich euch empfehlen da mal reinzugucken und
  91. natürlich in das andere Video auch und überhaupt in alles was es hier auf dem Kanal gibt und abonnieren dürf auch noch so aber jetzt bin ich ruhig danke fürs
  92. zuschauen und bis zum nächsten Mal

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