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Abi-Kurs Geschichte - Karikaturen meistern - Übung zur Interpretation

Abi Kurs Geschichte7:49 65.568 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 52 Zeilen
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  1. Hallo und willkommen zum Abikurs Geschichte. Heute wollen wir Karikaturen interpretieren.
  2. In so gut wie jeder Abiturprüfung kommen Karikaturen auch kurz oder lang dran und deshalb ist es wichtig, dass man hier strukturiert an die Sache herangehen
  3. kann und diese Karikaturen interpretiert. Das ist im Grunde gar nicht mal so schwierig, wenn man sich an gewisse Schritte hält und die wollen wir
  4. in diesem Video jetzt uns einmal anschauen. Ich habe das Video mir so überlegt, dass ich eine Karikatur zeige, die Arbeitsschritte vorher erläutere und
  5. dann gibt's die Möglichkeit für euch Pause zu machen. Dann könnt ihr euch diese Arbeitsschritte selber überlegen und im Anschluss dann das Video wieder
  6. weiterlaufen lassen, wenn ihr meint, ihr seid fertig und dann zeige ich sozusagen die Musterlösung, die ich mir dazu überlegt habe. Bevor wir jetzt anfangen
  7. wollen, noch ein paar grundsätzliche Sachen zu Karikaturen. Karikaturen sind ja wie gesagt kleine sehr verdichtete Bildergeschichten und deshalb ist
  8. eigentlich alles was in einer Karikatur drinnen ist von symbolischer Bedeutung und muss natürlich alles auch berücksichtigt werden. Der erste Schritt
  9. deshalb um eine Karikatur zu interpretieren ist erst einmal sich nur aufzuschreiben, was man sieht und zwar bis in jedes winzigste kleinste Detail,
  10. denn alles kann hinterher wie gesagt wichtig werden. Und selbst wenn ihr vor einer Karikatur dran sitzt und denkt, ich weiß gar nicht, was die da von mir
  11. wollen, das sieht mir aus wie irgendein abstruses Bild. Erst einmal alles nur aufschreiben, noch nichts interpretieren, nichts hineinlesen oder
  12. sonst was, nur die Sachen einfach aufschreiben. Und wenn man diese Bausteine dann herausgefunden hat, geht die Inpretation im zweiten Schritt
  13. hinten raus sehr viel leichter. Fangen wir konkret an. Ich habe mal zwei Karikaturen herausgesucht, die sehr beispielhaft für verschiedene Epochen
  14. und Zeiten etc. da steht und die gucken wir uns jetzt mal an. So, als erstes habe ich eine Karikatur aus dem kalten Krieg herausgesucht und jetzt ist die
  15. Möglichkeit, wie gesagt, hier gemeinsam mit mir die Karikatur zu interpretieren. Der erste Schritt, wir beschreiben nur das, was wir sehen. Ähm, wenn ihr
  16. mitmachen wollt, dann drückt jetzt Pause und danach lasse ich einen kleinen Countdown runterzählen und dann fangen wir an.
  17. So, ähm, als erstes schauen wir mal auf das Bild und wir sehen zwei Männer, die beim Armdrücken an einen Tisch sitzen. Beide sind sehr angestrengt und sie
  18. schwitzen auch stark, wie man hier auch an diesen Linien und den Schweißperlen sehen kann. Sie haben keine Stühle, sondern sie sitzen auf Raketen,
  19. wahrscheinlich Atomraketen, wie an dem H zu sehen ist, die mit USA auf der linken Seite und USSR auf der rechten Seite beschriftet sind. Beide haben einen
  20. Schalter vor sich, der mit der Sitzrakete des Gegners verbunden ist und der Finger ihrer jeweils freien Hand schwebt über dem Knopf.
  21. So, das waren alle wichtigen Inhalte der Karikatur und als nächstes wollen wir uns mal zur Interpretation begeben. Auch hier könnt ihr jetzt Pause drücken und
  22. gleich lasse ich wieder den Countdown laufen und dann zeige ich meine Musterinterpretation, die ich dazu geschrieben habe.
  23. So, kommen wir zur Interpretation. Die zwei Männer sind Nikita Krustchow, Staatschef der UDSSR, der Sowjetunion und John F. Kennedy, der Präsident der
  24. USA. Die beiden Politiker repräsentieren sich selbst und ihre Länder. Ähm hier während der Kubakrise ist aber auch ein sehr gutes Bild für den gesamten kalten
  25. Krieg. Beide Seiten versuchen beim Armdrücken herauszufinden, wer jetzt der Stärkere ist. Das Armdrücken steht hier für konventionelle Kraftkonfrontation,
  26. wo es wirklich drauf ankommt, wer ist physisch der Stärkere. Allerdings kann keiner der beiden wirklich gewinnen, denn der Verlierer des Armdrückens, des
  27. konventionellen Krieges würde sofort den Zündknopf der Rakete betätigen, auf dem der jeweilige Konkurrent sitzt und ihn damit vernichten. Diese Karikatur soll
  28. verdeutlichen, wie gefährlich jede Konfrontation und jedes Kräftemessen im kalten Krieg war, da die Niederlage einerseite zur Eskalation und einem
  29. Atomkrieg führen würde. So, als zweite Karikatur habe ich eine aus der Zeit der deutschen Einigung um 1870 herausgesucht. Und wenn ihr mitmachen
  30. wollt, dann pausiert das Video jetzt, schreibt euch auf, was ihr seht und danach lasst es abspielen. Ich aktiviere dann gleich den Countdown und dann kommt
  31. erst einmal, was wir hier eigentlich alles sehen. So, als erstes sehen wir eine große Hand, die eine Pickelhaube über eine
  32. Menge kleiner Personen stülbt. Als Überschrift steht dort Deutschlands Zukunft. Als Unterschrift haben wir kommt es unter einen Hut. Ich glaube, es
  33. kommt eher unter eine Pickelhaube. Und damit haben wir schon alle relevanten Informationen beisammen. So, dann gehen wir auch gleich zur Interpretation und
  34. auch hier wieder pausiert am besten erstmal das Video, überlegt euch selber eine Interpretation und dann vergleicht es mit meiner Musterlösung.
  35. So, die Karikatur bezieht sich hier auf das Sprichwort alles unter einen Hut. bringen. In diesem Fall soll dies die deutsche Einigung darstellen, bei der
  36. alle deutschen Länder, also z.B. Bayern, Hessen, Baden, Würtemberberg, Preußen, unter einen Hut kommen sollen. Also ein geeintes Deutschland entstehen soll. Die
  37. kleinen Menschen symbolisieren dabei der einzelnen deutschen Staaten. Hier kommen sie aber nicht gleichberechtigt unter einen deutschen Hut, sondern es wird
  38. ihnen mit Zwang eine preußische Pickelhaube übergestülbt. Dies bedeutet, dass die Einigung durch Preußen den anderen deutschen Staaten aufgezwungen
  39. wird und diese keine andere Wahl haben, als eventuell sogar selbst preußisch zu werden. Hier wird auch auf den preußischen Militarismus angespielt, der
  40. eben hier als nicht eine Einigung unter gleichen darstellen soll, sondern eben eine Einigung unter preußischen Vorzeichen. Als Tüpfchen auf dem I
  41. könnte man bei dieser Karikatur jetzt auch natürlich den zeithistorischen Kontext und die Intention des Autors mit hinzunehmen. Wir sehen hier zum einen
  42. ist es ein österreichisches Airemagazin, das diese Karikatur druckt und damit auch der österreichische Aspekt hiermit hineinkommt, nämlich dass
  43. Österreich sich aus Deutschland hinausgedrängt zieht und entsprechend natürlich kritisch gegenüber Preußen eingestellt ist. und 1870 fehlt uns
  44. jetzt ein bisschen das genauere Datum, aber es ist auf jeden Fall die Zeit, wo der deutsch-französische Krieg schon im Ausbrechen beginnend ist und sich auf
  45. jeden Fall auch schon dann eventuell sogar schon eine nationale Euphorie entstanden ist und die hier aus österreichischer Sicht kritisiert wird,
  46. dass eben dieser nationale Taumel, in dem Deutschland dann langsamer sicher damals war, ähm eben nicht eine Einigung Deutschlands darstellen soll, sondern
  47. eher eine Preußifizierung Deutschlands oder ein größeres Preußen, aber auf keinen Fall ein Deutschland, in dem Preußen und Bayern und Baden etc. pp
  48. gleichberechtigt zusammenleben. Aber das ist dann schon eine sehr viel tiefergehende Interpretation und bringt jetzt nicht so viel unglaublich viel
  49. mehr zum Kontext, sein, zumindest nach meiner Meinung nach. Dieser erster Aspekt würde mir durchaus ausreichen. Wie ihr seht, ist die Interpretation von
  50. Karikaturen kein Headgenwert. Wenn ihr euch an diese Schritte haltet, werdet ihr mit den meisten Karikaturen wirklich sehr gut zurecht kommen und selbst wenn
  51. es nicht die volle Punktzahl ist, auf jeden Fall ähm Teilpunkte herauskriegen können. So, dazu in den nächsten Videos geht's dann weiter mit dem Abikurs
  52. Geschichte, nämlich mit der BRD und der DDR in den 50er, 60er Jahren. Bis dahin gute Zeit.