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Arbeitswelt - Wie KI den Jobmarkt wirklich verändert

Hessischer Rundfunk6:22 56.280 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 58 Zeilen
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  1. Ob im Büro, auf dem Bau oder in der Medizin, Künstliche Intelligenz verändert längst unsere Arbeit.
  2. Aber führt sie auch zu Jobverlust? Ich denke, dass nicht unbedingt die Jobs komplett ersetzt werden.
  3. Die Jobs werden sich verändern. Meine Bedenken sind eher, dass wir unsere Gehirnkapazität
  4. irgendwann ein bisschen aufgeben und verlieren. Weil uns so viel abgenommen wird,
  5. dass man am Ende weniger nachdenken muss. Dass Maschinen Jobs von Menschen übernehmen, ist nicht neu.
  6. Doch wie weit wird das mit KI gehen? Generative KI betrifft aber alles, was digital ist,
  7. was digitalisierbar ist. Insofern hat es einen viel stärkeren Wumms, meiner Meinung nach,
  8. als alles, was wir bisher hatten. MEX will wissen, macht die neue Kollegin uns bald alle arbeitslos?
  9. Wir sind am Pathologischen Institut der Frankfurter Uniklinik. Fördergelder vom Bund finanzieren hier die Pathologie der Zukunft,
  10. in der Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle spielt. Das Team rund um Prof. Wild untersucht hier Gewebeproben,
  11. stellt Diagnosen, z.B. Brustkrebs oder Prostatakrebs. Rund 500.000 Objektträger werden hier jährlich analysiert
  12. für 6 Krankenhäuser in der Region. KI ist nicht nur die Bewältigung von komplexen Aufgaben.
  13. Sondern wir nutzen hier die Spracherkennung, um einen vorher sehr aufwendigen Prozess
  14. mit Aufschreiben der Proben, die bei uns ankommen, abdiktieren, schreiben im Schreibbüro, direkt vor Ort automatisieren.
  15. Hier im Labor werden die Gewebeproben für die Analyse vorbereitet. Vieles wird weiterhin von Hand übernommen, aber:
  16. Bisher war es so, dass wir histologische Schnitte unter dem Mikroskop angesehen haben.
  17. Diese histologischen Schnitte werden jetzt digitalisiert. Ich gucke mir in Zukunft nur noch die Schnitte auf dem Bildschirm an.
  18. Bis vor Kurzem wurden Gewebeproben noch durchs Haus getragen, mit dem Mikroskop analysiert und gingen zurück ins Archiv.
  19. Dort lagerten sie ungenutzt. Heute sind alle alten und neuen Proben digital verfügbar.
  20. Ein Datenschatz, der jahrzehntelange Erfahrung vieler Pathologen bündelt, mit der KI nun arbeitet,
  21. schneller und präziser als zuvor. KI und Digitalisierung ist immer dann schön,
  22. wenn sie einen selbst nicht betrifft. Das ist ein Satz, den mir viele Mitarbeiter sagen.
  23. Die Arbeit verändert sich sehr. So empfinden aktuell viele Menschen.
  24. Eine repräsentative Studie der Technischen Uni Darmstadt zeigt: 81 % der befragten Deutschen sorgen sich davor,
  25. dass Künstliche Intelligenz ihren Job übernehmen könnte, v.a. junge Menschen.
  26. Ich glaube, dass wir als jetzige Studienabgänger oder in den nächsten 3 bis 5 Jahren eher Probleme haben werden,
  27. Einstiegsjobs zu finden, bis sich das wieder eingependelt hat, dass wir ein schlechtes Timing jetzt erwischt haben.
  28. Ich bin werdende Hebamme. Ich habe keine Angst davor,
  29. weil mein Job ist unersetzbar durch Künstliche Intelligenz. Ich bin im Leitungsbau, v.a. Glasfaser.
  30. Da ist auch sehr viel Kundenkontakt. Die KI wäre nicht in der Lage, das zu ersetzen.
  31. Ob KI doch bald ganze Berufsfelder ersetzen oder unsere Arbeit nur verändern wird?
  32. Dieser Frage widmet sich seit mehr als 10 Jahren der Wirtschaftsinformatiker Peter Buxmann.
  33. Wenn Sie eine Tätigkeit haben, die digital ist oder digitalisierbar ist,
  34. auf dem Bildschirm abbildbar ist, dann kommt generative KI ins Spiel. Dann wird sich meiner Meinung nach tatsächlich alles verändern.
  35. Wenn wir aber irgendeinen Job haben, wo es eher in die Richtung geht, z.B. ein Koch, ein Handwerker,
  36. da wird sich nicht so viel verändern. Generative KI werde aber in allen Branchen Routineaufgaben übernehmen.
  37. Das zeigen auch schon Studien. Rund 700 Unternehmen gaben an,
  38. KI helfe v.a. komplexe Aufgaben zu erledigen und die Qualität der Arbeit zu verbessern.
  39. Aber sie helfe auch, den Mangel an Fachkräften abzufedern. Einsparung von Personal nannten die wenigsten.
  40. Langfristig allerdings, betont der Wirtschaftsinformatiker, käme es auf jedes einzelne Unternehmen an.
  41. Nehmen wir einen Verlag im Bereich Journalismus, wo geschrieben wird. Dann haben die Führungskräfte die Entscheidung,
  42. ob sie den gleichen Output nehmen und den jetzt mit vielleicht weniger Mitarbeitenden erzielen.
  43. Oder ob sie sagen, wir wollen bessere Texte, bessere Software haben
  44. und nehmen die Mitarbeitenden, um das Bessere zu erzielen. Die Frankfurter Uniklinik hat sich für das Bessere entschieden.
  45. In der Pathologie ist Künstliche Intelligenz nicht mehr wegzudenken. Letztes Jahr wurden hier rund 14.000 Krebspatienten besprochen.
  46. Ohne KI hat das pro Patient 4 Stunden gedauert, heute nur noch eine Minute.
  47. Durch KI geht die Diagnostik nicht nur schneller, sondern sie wird auch besser.
  48. Hier ist ein aktuelles Beispiel einer Patientin mit Brustkrebs. Man sieht hier in Dunkelblau die Tumorzellkerne
  49. und in Braun die positiven Zellkerne, die die KI jeweils mit einem winzigen Pünktchen markiert hat.
  50. Bislang musste Peter Wild schätzen, wie viele dieser Millionen Zellkerne braun, also Krebs, sind.
  51. Als Arzt kann ich ja nicht wirklich zählen. Ich zähle nicht 80.000 Zellkerne aus.
  52. Sondern ich schätze und die KI zählt. In den nächsten 10 Jahren gehen 50 % der Pathologen in Rente.
  53. KI helfe, deren Wissen zu automatisieren. Doch hat auch der Professor Angst um seinen Job?
  54. Ich selber habe davor keine Angst. Ich glaube, dass es uns helfen wird,
  55. die Diagnostik zu verbessern und zu standardisieren. Das muss das Ziel sein.
  56. Und wenn es dafür KI braucht, dann wird es passieren, egal, was wir denken und fürchten.
  57. KI verändert unsere Arbeit, v.a. Routinejobs. Entscheidend wird sein,
  58. wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden qualifizieren und einsetzen. Dann kann KI mehr Chance sein als Risiko.

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