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Arbeitswelt - Wie KI den Jobmarkt wirklich verändert
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 58 Zeilen
- Ob im Büro, auf dem Bau oder in der Medizin, Künstliche Intelligenz verändert längst unsere Arbeit.
- Aber führt sie auch zu Jobverlust? Ich denke, dass nicht unbedingt die Jobs komplett ersetzt werden.
- Die Jobs werden sich verändern. Meine Bedenken sind eher, dass wir unsere Gehirnkapazität
- irgendwann ein bisschen aufgeben und verlieren. Weil uns so viel abgenommen wird,
- dass man am Ende weniger nachdenken muss. Dass Maschinen Jobs von Menschen übernehmen, ist nicht neu.
- Doch wie weit wird das mit KI gehen? Generative KI betrifft aber alles, was digital ist,
- was digitalisierbar ist. Insofern hat es einen viel stärkeren Wumms, meiner Meinung nach,
- als alles, was wir bisher hatten. MEX will wissen, macht die neue Kollegin uns bald alle arbeitslos?
- Wir sind am Pathologischen Institut der Frankfurter Uniklinik. Fördergelder vom Bund finanzieren hier die Pathologie der Zukunft,
- in der Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle spielt. Das Team rund um Prof. Wild untersucht hier Gewebeproben,
- stellt Diagnosen, z.B. Brustkrebs oder Prostatakrebs. Rund 500.000 Objektträger werden hier jährlich analysiert
- für 6 Krankenhäuser in der Region. KI ist nicht nur die Bewältigung von komplexen Aufgaben.
- Sondern wir nutzen hier die Spracherkennung, um einen vorher sehr aufwendigen Prozess
- mit Aufschreiben der Proben, die bei uns ankommen, abdiktieren, schreiben im Schreibbüro, direkt vor Ort automatisieren.
- Hier im Labor werden die Gewebeproben für die Analyse vorbereitet. Vieles wird weiterhin von Hand übernommen, aber:
- Bisher war es so, dass wir histologische Schnitte unter dem Mikroskop angesehen haben.
- Diese histologischen Schnitte werden jetzt digitalisiert. Ich gucke mir in Zukunft nur noch die Schnitte auf dem Bildschirm an.
- Bis vor Kurzem wurden Gewebeproben noch durchs Haus getragen, mit dem Mikroskop analysiert und gingen zurück ins Archiv.
- Dort lagerten sie ungenutzt. Heute sind alle alten und neuen Proben digital verfügbar.
- Ein Datenschatz, der jahrzehntelange Erfahrung vieler Pathologen bündelt, mit der KI nun arbeitet,
- schneller und präziser als zuvor. KI und Digitalisierung ist immer dann schön,
- wenn sie einen selbst nicht betrifft. Das ist ein Satz, den mir viele Mitarbeiter sagen.
- Die Arbeit verändert sich sehr. So empfinden aktuell viele Menschen.
- Eine repräsentative Studie der Technischen Uni Darmstadt zeigt: 81 % der befragten Deutschen sorgen sich davor,
- dass Künstliche Intelligenz ihren Job übernehmen könnte, v.a. junge Menschen.
- Ich glaube, dass wir als jetzige Studienabgänger oder in den nächsten 3 bis 5 Jahren eher Probleme haben werden,
- Einstiegsjobs zu finden, bis sich das wieder eingependelt hat, dass wir ein schlechtes Timing jetzt erwischt haben.
- Ich bin werdende Hebamme. Ich habe keine Angst davor,
- weil mein Job ist unersetzbar durch Künstliche Intelligenz. Ich bin im Leitungsbau, v.a. Glasfaser.
- Da ist auch sehr viel Kundenkontakt. Die KI wäre nicht in der Lage, das zu ersetzen.
- Ob KI doch bald ganze Berufsfelder ersetzen oder unsere Arbeit nur verändern wird?
- Dieser Frage widmet sich seit mehr als 10 Jahren der Wirtschaftsinformatiker Peter Buxmann.
- Wenn Sie eine Tätigkeit haben, die digital ist oder digitalisierbar ist,
- auf dem Bildschirm abbildbar ist, dann kommt generative KI ins Spiel. Dann wird sich meiner Meinung nach tatsächlich alles verändern.
- Wenn wir aber irgendeinen Job haben, wo es eher in die Richtung geht, z.B. ein Koch, ein Handwerker,
- da wird sich nicht so viel verändern. Generative KI werde aber in allen Branchen Routineaufgaben übernehmen.
- Das zeigen auch schon Studien. Rund 700 Unternehmen gaben an,
- KI helfe v.a. komplexe Aufgaben zu erledigen und die Qualität der Arbeit zu verbessern.
- Aber sie helfe auch, den Mangel an Fachkräften abzufedern. Einsparung von Personal nannten die wenigsten.
- Langfristig allerdings, betont der Wirtschaftsinformatiker, käme es auf jedes einzelne Unternehmen an.
- Nehmen wir einen Verlag im Bereich Journalismus, wo geschrieben wird. Dann haben die Führungskräfte die Entscheidung,
- ob sie den gleichen Output nehmen und den jetzt mit vielleicht weniger Mitarbeitenden erzielen.
- Oder ob sie sagen, wir wollen bessere Texte, bessere Software haben
- und nehmen die Mitarbeitenden, um das Bessere zu erzielen. Die Frankfurter Uniklinik hat sich für das Bessere entschieden.
- In der Pathologie ist Künstliche Intelligenz nicht mehr wegzudenken. Letztes Jahr wurden hier rund 14.000 Krebspatienten besprochen.
- Ohne KI hat das pro Patient 4 Stunden gedauert, heute nur noch eine Minute.
- Durch KI geht die Diagnostik nicht nur schneller, sondern sie wird auch besser.
- Hier ist ein aktuelles Beispiel einer Patientin mit Brustkrebs. Man sieht hier in Dunkelblau die Tumorzellkerne
- und in Braun die positiven Zellkerne, die die KI jeweils mit einem winzigen Pünktchen markiert hat.
- Bislang musste Peter Wild schätzen, wie viele dieser Millionen Zellkerne braun, also Krebs, sind.
- Als Arzt kann ich ja nicht wirklich zählen. Ich zähle nicht 80.000 Zellkerne aus.
- Sondern ich schätze und die KI zählt. In den nächsten 10 Jahren gehen 50 % der Pathologen in Rente.
- KI helfe, deren Wissen zu automatisieren. Doch hat auch der Professor Angst um seinen Job?
- Ich selber habe davor keine Angst. Ich glaube, dass es uns helfen wird,
- die Diagnostik zu verbessern und zu standardisieren. Das muss das Ziel sein.
- Und wenn es dafür KI braucht, dann wird es passieren, egal, was wir denken und fürchten.
- KI verändert unsere Arbeit, v.a. Routinejobs. Entscheidend wird sein,
- wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden qualifizieren und einsetzen. Dann kann KI mehr Chance sein als Risiko.