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Heinrich Heine „Nachtgedanken"
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 16 Zeilen
- Nachtgedanken. Denke ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf
- gebracht. Ich kann nicht mehr die Augen schließen und meine heißen Tränen fließen. Die Jahre kommen und vergehen,
- seit ich die Mutter nicht gesehen. Zwölf Jahre sind schon hingegangen. Es wächst mein Sehnen und
- Verlangen. Mein Sehnen und Verlangen wächst. Die alte Frau hat mich behext. Ich denke immer an die alte, die alte
- Frau, die Gott erhalte. Die alte Frau hat mich so lieb und in den Briefen, die sie schrieb,
- sehe ich, wie ihre Hand gezittert, wie tief das Mutterherz erschüttert. Die Mutter liegt mir stets
- im Sinn. Zwölf lange Jahre flossen hin. Zwölf lange Jahre sind
- verflossen, seit ich sie nicht ans Herz geschlossen. Deutschland hat ewigen Bestand. Es ist ein kerngesundes Land.
- Mit seinen Eichen, seinen Linden werde ich es immer wiederfinden. Nach Deutschland lächzt
- ich nicht so sehr, wenn ich die Mutter dorten wäre. Das Vaterland wird nie verderben,
- jedoch die alte Frau kann sterben. Seit ich das Land verlassen habe, so viele sankten dort ins Grab,
- die ich geliebt. Wenn ich sie zähle, so will verbluten meine
- Seele. Und zählen muss ich. Mit der Zahl schwillt immer höher meine Qual.
- Mir ist das Weltsten sich die Leichen auf meine Brust. Gott lob sie
- weichen. Gott lob. Durch meine Fenster bricht französisch haltes Tageslicht. Es kommt mein Weib schön wieder
- morgen und lächelt fort die deutschen Sorgen. M.
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