Heinrich Heine „Nachtgedanken" Lyrik für Puristen https://www.youtube.com/watch?v=sb9EGfZ0a-g Transkript (automatisch erstellt) 0:06 Nachtgedanken. Denke ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf 0:12 gebracht. Ich kann nicht mehr die Augen schließen und meine heißen Tränen fließen. Die Jahre kommen und vergehen, 0:24 seit ich die Mutter nicht gesehen. Zwölf Jahre sind schon hingegangen. Es wächst mein Sehnen und 0:32 Verlangen. Mein Sehnen und Verlangen wächst. Die alte Frau hat mich behext. Ich denke immer an die alte, die alte 0:42 Frau, die Gott erhalte. Die alte Frau hat mich so lieb und in den Briefen, die sie schrieb, 0:52 sehe ich, wie ihre Hand gezittert, wie tief das Mutterherz erschüttert. Die Mutter liegt mir stets 1:02 im Sinn. Zwölf lange Jahre flossen hin. Zwölf lange Jahre sind 1:09 verflossen, seit ich sie nicht ans Herz geschlossen. Deutschland hat ewigen Bestand. Es ist ein kerngesundes Land. 1:21 Mit seinen Eichen, seinen Linden werde ich es immer wiederfinden. Nach Deutschland lächzt 1:28 ich nicht so sehr, wenn ich die Mutter dorten wäre. Das Vaterland wird nie verderben, 1:37 jedoch die alte Frau kann sterben. Seit ich das Land verlassen habe, so viele sankten dort ins Grab, 1:48 die ich geliebt. Wenn ich sie zähle, so will verbluten meine 1:55 Seele. Und zählen muss ich. Mit der Zahl schwillt immer höher meine Qual. 2:03 Mir ist das Weltsten sich die Leichen auf meine Brust. Gott lob sie 2:09 weichen. Gott lob. Durch meine Fenster bricht französisch haltes Tageslicht. Es kommt mein Weib schön wieder 2:21 morgen und lächelt fort die deutschen Sorgen. M.