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TANK-RABATT: "Er profitiert davon am meisten" – Steuerzahler-Chef schießt gegen Klingbeil

WELT Nachrichtensender5:22 56.444 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 39 Zeilen
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  1. Wir wollen uns das alles genauer anschauen mit Reiner Holznage vom Bund der Steuerzahler. Präsident, ich grüße Sie. Hallo.
  2. Guten Morgen, Herr Grüße auch. Also, wenn man sich diese Spritpreisentlastung anschaut, die ist ja zweigleisig.
  3. Einerseits dieser Tankrabatt durch die Steuerentlastung. Fangen wir mit dem mal an. Was bringt der wirklich? Na ja, der bringt erstmal 17 Cent. Wir
  4. haben es ja eben auch gesehen, das ist dann der Preis von vor zwei Wochen. Das ist natürlich eine gewisse Entlastung in der jetzigen Situation, aber machen wir
  5. uns nichts vor. Sie haben das ja auch anfangs eingeblendet. Es ist eine politische Maßnahme und alles andere als eine ökonomische Maßnahme. Und äh sie
  6. ist auch sehr teuer, 2inhalb Milliarden Euro. Und ob sie wirklich wirkt, das wird man sehen. Wir haben beim letzten Tankrabatt gesehen, dass in ersten Monat
  7. durchaus die Preise gesunken sind, sich dann aber wieder auf ein höheres Niveau geschlichen haben. Insofern ist das jetzt schon ein politisches Strohfeuer.
  8. Mhm. Da fragt man sich allerdings, wieso die Politik daraus nicht gelernt hat bei den letzten Malen, dass nämlich die Mineralölkonzerne ja dann doch früher
  9. oder später eigentlich da Gewinne mitnehmen. Die Frage vielleicht an Sie als Steuerexperte, was bringt denn Mehrwertsteuersenkungen überhaupt? Denn
  10. wir sehen ja z.B. bei den Restaurants aktuell, dass da diese Entlastung eigentlich kaum bei den Kunden ankommt. Wir machen mittlerweile Preisgestaltung
  11. über die Steuern und das ist falsch. Wir müssen grundsätzlich die Steuern immer niedriger halten und die Mehrwertsteuer sollte aus meiner Sicht grundsätzlich
  12. auf Energie auf 7 % abgesenkt werden. Das ist auch ein langfristes langfristiges Signal und nicht immer dann reagieren, wenn die Preise hoch
  13. sind. Am Ende wird die Mehrwertsteuer eingepreist und sie ist Bestandteil der Preisgestaltung. Auch die Energie steigert. Wir dürfen ja nicht vergessen
  14. und deswegen muss ich ein bisschen schmunzeln, wenn Lars Klingball sich hinstellt und von Absocke spricht. Also der größte Profiteur dieser Absocke ist
  15. er selbst, weil der Staat über 50% mit Steuern und Abgaben dabei ist. Also insofern muss man ein bisschen vorsichtig sein, welchen Tonfall man
  16. hier auch anschlägt und wie wo wirklich die Probleme liegen. Der Staat hat in den letzten Jahren durch sehr hohe Steuern und Abgaben auch einen gewissen
  17. Preisanteil und der sollte langfristig abgesenkt werden und deswegen müsste man hier auch wirklich politische Entscheidungen treffen, die da zurzeit
  18. wirken, wo sie notwendig sind. beispielsweise bei den Fernpendeln Pendlern und beispielsweise auch bei kleinen und mittleren Einkommen und äh
  19. da könnte man mit direkten Zuschüssen eher was bewirken als mit der Gießkanne. Ja, das hat ja die Wirtschaftsministerin auch angeregt. Andererseits wissen wir
  20. auch, dass das dann eben erst sehr viel später kommt, also diese Entlastung tatsächlich. Wenn wir jetzt noch mal die andere Maßnahme uns anschauen, der
  21. Spritpreisdecke nach dem Vorbild Luxemburg oder auch Belgien, ist das eine gute Idee? Ja, also Luxemburg, ich glaube Luxemburg
  22. passt vier, fünf mal in manche Landkreise vom äh Deutschland rein. Also, man muss immer sich auch anschauen, mit wem man sich vergleicht.
  23. Auch Belgien ist ein äh flächenmäßig weniger großes Land und ist sehr viel äh sozusagen erschlossen. Deutschland hat manchmal schon Regionen, die sehr seit
  24. weit weg liegen und deswegen ist ein Preisdeckel auch eine Gefahr, dass das Angebot nicht überall gleich stark an vorgehalten wird und es zu Engpässen
  25. kommt. Deswegen muss man sehr vorsichtig sein. Wir lehen den Preisdeckeln grundsätzlich nicht ab. Er muss sich aber in ein Maßnahmenpaket einbecken und
  26. deswegen muss man kartellrechtlich auch viel mehr tun und machen wir uns nichts vor, wir haben auch keinen Wettbewerb auf diesem Markt und wir haben über
  27. Jahrzehnte hinzugelassen, dass quasi die großen Ölkonzerne diesen Markt dominieren und ohne Wettbewerb ist natürlich auch der Preis, die
  28. Preisfindung so wie sie jetzt ist, nämlich nach oben. Mhm. Also aus Sicht des Bundes der Steuerzahl ist klar, dass der Staat
  29. möglichst die Steuern generell senkt oder vielleicht sogar ganz abschafft. Ähm andererseits ähm gibt's noch eine andere Alternative, die Preise wieder
  30. runterzubekommen, außer der, die sie angesprochen haben, nämlich die Entlastung z.B. von Pendlern bei der Steuererklärung.
  31. Das auf jeden Fall und da setzen wir ja auch da an, wo es notwendig ist. Das sind Menschen, die müssen fahren, die sind aufs Auto angewiesen, teilweise
  32. auch auf den ÖPNV. Machen wir uns nichts vor. Diese Preise schlagen natürlich auch auf den Nahverkehr um. Äh insofern reden wir nicht nur über Autofahrer, wir
  33. reden auch über Preisgestaltungen am Ende. Aber hier ist jetzt eine Maßnahme gegeben, die auch steuerrechtlich geboten ist, denn diese Pauschale soll
  34. ja die tatsächlichen Preise auch ein Stück weit widerspiegeln. Deswegen finde ich, ist das gar keine politische Entscheidung, sondern eine notwendige
  35. Maßnahme, um im Steuerrecht auch sauber zu bleiben. Und dann könnte man auch die Werte runtersetzen, ab wann man beispielsweise sich einen Freibetrag auf
  36. der Lohnsteuerkarte eintragen lassen kann. Und das würde auch relativ schnell wirken. Also hier hätte man einen besseren, eine zielgerichtete Maßnahme,
  37. um diejenigen zu unterstützen, die wirklich morgens aufstehen, zur Arbeit fahren müssen und sich nicht überlegen können, ob sie vielleicht heute mal das
  38. Auto stehen lassen. Allerdings entfällt dann die Signalwirkung direkt an der Zapfsäule und darum geht's ja im Moment im
  39. Wahlkampf ganz besonders. Reiner Holznage, herzlichen Dank für ihre Informationen. Danke Ihnen. Ja.