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Wie funktioniert ein Transformator? Einfache Erklärung - Aufbau und Funktion

Ingenieurskunst - Patrick Sauter7:09 88.762 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 38 Zeilen
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  1. Ohne die Entwicklung des Transformators würde vielleicht unser gesamtes Stromnetz heute auf Gleichstrom basieren.
  2. Warum das so ist und wie ein Trafo funktioniert, erfahrt ihr in diesem Video. Und damit Hallo und herzlich willkommen bei Ingenieurskunst - dem Kanal für
  3. technisches Verständnis und einfache Erklärungen, die jeder versteht. Transformatoren, oft auch in der Kurzform Trafos genannt,
  4. sind aus unseren Stromnetzen nicht wegzudenken. Man findet sie in jedem Kraftwerk und an jeder Umspannstation und auch in vielen anderen elektrischen Geräten werden sie eingesetzt.
  5. Anwendung finden sie immer dort, wo das Spannungsniveau einer Wechselspannung geändert werden soll. Also beispielsweise in der Umspannstation,
  6. in der eine Hochspannungsleitung mit 110-300 kV Spannung ankommt und für das lokale Mittelspannungsnetz auf 10-30 kV heruntertransformiert wird.
  7. Ein Transformator besteht in der Regel aus einem geschlossenen Eisenkern und Spulen. Der Einfachheit halber betrachten wir hier
  8. einen einphasigen Transformator mit einem rechteckigen Eisenkern. Auf der sogenannten Primärseite ist dieser Eisenkern mit einem mit Isolationslack
  9. beschichteten Kupferdraht bewickelt. In diesem Beispiel besteht die Spule aus 4 Leiterschleifen, die sogenannte Windungszahl N ist also 4.
  10. Auf der anderen Seite, der sogenannten Sekundärseite befinden sich 8 Windungen, also N = 8.
  11. Wird nun eine Wechselspannung mit der Amplitude U1 an Spule 1 angelegt, bewirkt diese entsprechend dem Induktionsgesetz einen wechselnden magnetischen Fluss im
  12. Eisenkern. Dieser magnetische Fluss fließt aufgrund der deutlich größeren magnetischen Permeabilität zum größten Teil im Kreis durch den Eisenkern. Der Eisenkern
  13. ist sozusagen ein magnetischer Leiter, vergleichbar mit einem Draht im Stromkreis. Dieser wechselnde magnetische Fluss geht durch
  14. die Windungen auf der Sekundärseite und induziert hier eine Spannung U2. Vernachlässigt man Verluste durch den Wicklungswiderstand und magnetischem Streufluss,
  15. der nicht durch den Eisenkern geht, erhält man die Gleichungen des idealen Transformators. Das Verhältnis der Spannungen U1 durch U2 ist gleich dem Verhältnis
  16. der Windungszahlen N1 durch N2. Im Beispieltransformator ist die Ausgangsspannung U2 also doppelt so groß wie die Eingangsspannung U1, da N2 durch N1 gleich 2.
  17. Dieser Zusammenhang liegt daran, dass in jeder Leiterschleife der gleiche magnetische Fluss herrscht und dadurch in jeder Leiterschleife
  18. die gleiche Spannung induziert wird. Je mehr Leiterschleifen auf einer Seite sind, desto größer ist die Spannung auf dieser Seite im Verhältnis zur Spannung auf der anderen Seite.
  19. Das Verhältnis aus den Windungszahlen N1 durch N2 wird dabei Übersetzungsverhältnis ü genannt. Beim idealen Transformator wird die gesamte Leistung von der Primärseite
  20. P1 auf die Sekundärseite P2 übertragen. Der Wirkungsgrad beträgt also 100 %. Dadurch ergibt sich die Gleichung für die Ströme auf Primär und Sekundärseite -> U1 *I1 = U2*I2
  21. Beim Beispieltransformator ist der Strom am Ausgang also halb so groß wie der Eingangsstrom. Während sich der Ausgangsstrom also mit dem Übertragungsverhältnis erhöht, verringert sich die
  22. Spannung mit dem Faktor ü. Oder einfacher gesagt, je mehr Windungen auf der Sekundärseite, desto größer die Ausgangsspannung und desto kleiner der Ausgangsstrom, bei gleicher Primärwicklung.
  23. Aus diesem Zusammenhang ergibt sich auch direkt die wichtigste Anwendung des Transformators. Mit einem Transformator kann sehr einfach die Amplitude einer Wechselspannung erhöht werden,
  24. wodurch sich gleichzeitig die Amplitude des Stroms verringert. Dadurch ist es möglich Spannungen sehr hoch zu transformieren, beispielsweise auf bis zu
  25. 300 kV in unseren heutigen Übertragungsnetzen. Dadurch verringern sich die Ströme deutlich und damit auch die Verluste bei der Übertragung über lange Strecken. Am Ziel-Ort wird die
  26. Spannung dann wieder mittels Transformator reduziert und die Energie dort genutzt. So wurde Ende 18-hundert auch der sogenannte Stromkrieg mithilfe des Transformators
  27. entschieden. Dabei ging es um die Wahl zwischen Gleichstrom und Wechselstrom in Stromnetzen. Damals existierten bereits die ersten Gleichstromnetze
  28. beispielsweise in New York. Aufgrund der hohen Übertragungsverluste konnten jedoch immer nur Verbraucher innerhalb von wenigen 100 m um das Kraftwerk herum versorgt werden.
  29. Als dann, am 25. August 1891 in Deutschland dank eines Transformators eine Wechselspannung über 176 km von Lauffen zu einer internationalen Weltausstellung
  30. in Frankfurt übertragen werden konnte, läutete dies den Sieg des Wechselstroms ein. Auf der Ausstellung wurden damit über 1000 Glühbirnen
  31. sowie ein künstlicher Wasserfall betrieben. Mit dieser neuen Technologie war es möglich große Kraftwerke zu bauen,
  32. beispielsweise Wasserkraftwerke an großen Wasserfällen und die elektrische Energie in Ballungsräume zu transportieren. Daher werden auch heute noch ein
  33. Großteil aller elektrischen Netze weltweit mit Wechselstrom betrieben. Neben den zahlreichen Anwendungen im elektrischen Netz und der Energietechnik
  34. werden Transformatoren auch in elektrischen Geräten selbst häufig eingesetzt. So nutzen Netzteile und Schaltnetzteilen beispielsweise zum Laden deines Smartphones oder deines
  35. Laptops ebenfalls einen Trafo. Auch in der Signalübertragung sowie in der Messtechnik werden Transformatoren heutzutage eingesetzt.
  36. Der Trafo ist also eine der wichtigsten technischen Errungenschaften für unsere elektrifizierte Welt und wird auch in der Zukunft weiterhin eine wichtige Komponente bleiben.
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