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Wenn fruchtbares Land zur Wüste wird – Ursachen der Desertifikation | STARK erklärt

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Das Wichtigste aus dem Video

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  1. Weltweit gibt es immer mehr Wüsten. Sicher hast du davon schon gehört. In diesem Zusammenhang fällt immer wieder der Fachbegriff Desertifikation. Aber was ist das eigentlich und
  2. weshalb kommt es zur Desertifikation? All das erfährst du in diesem Video. [Musik]
  3. Was genau ist eigentlich Desertifikation? Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt zur Wüste machen. Aus dem Englischen kennst du sicher den Begriff Desert.
  4. Die Vereinten Nationen definieren Desertifikation als Bodendegradation in normalerweise trockenen Gebieten, die auf verschiedene Faktoren zurückzuführen ist,
  5. darunter klimatische Schwankungen und menschliche Aktivitäten. Im Gegensatz zur natürlichen Wüstenbildung handelt es sich bei der Desertifikation also um ein Phänomen, das vom
  6. Menschen mit beeinflusst wird. Darum spricht man in diesem Zusammenhang auch von Manmade Desert. Von Desertifikation derzeit bzw. in Zukunft betroffen sind vor allem Aride bzw.
  7. semiaridegebiete in Nord und Südafrika, Asien, Nord und Südamerika, Australien sowie Europa. In Europa leidet vor allem Spanien unter der Ausbreitung der Wüsten. Hier sind nach Angaben der
  8. EU-Kommission 75% der Flächen von Desertifikation bedroht. Okay, verstanden. Aber wie genau entstehen denn nun neue Wüsten? Zuerst einmal spielen physische Faktoren, also die natürlichen
  9. Bedingungen, eine Rolle. Niederschlag fällt in den betroffenen Gebieten häufig unregelmäßig, sowohl räumlich als auch zeitlich. Die Böden sind oft Nährstoff- und humusarm und
  10. flachgründig. Häufig ist die Vegetationsdecke nicht geschlossen, was Erosion begünstigt. Dann gibt es Faktoren, die typisch für viele Trockenregionen der Erde sind. Man spricht hier
  11. von regionalen bzw. lokalen Faktoren. In vielen dieser Gebiete herrscht hoher Bevölkerungsdruck. Um die Menschen zu ernähren, werden zu viele Tiere gehalten. Es kommt zur Überweidung.
  12. Die Folge ist Abholzung. Ein weiteres Problem, häufig wird traditionelles Knowhow wenig Wertgeschätzt. Gleichzeitig haben die Menschen aber nur einen eingeschränkten Zugang
  13. zu innovativen Landnutzungsmethoden. In der Folge kommt es z.B. zu einer Verkürzung der Brachezeiten oder zu unsachgemäßer Bewässerung. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Landknappheit bzw.
  14. der erschwerte Zugang zu Land. Das zur Verfügung stehende Land dürfen die Bäuerinnen und Bauern oft nicht autonom nutzen, sondern sie sind an Vorgaben von Großkonzernen oder Behörden gebunden. Kommen
  15. wir nun noch zu den nationalen Faktoren, also denen im jeweiligen Land selbst. Zuallerst ist hier das Problem der Bad Governance zu nennen. Diese schlechte Regierungsführung vieler wenig
  16. entwickelter Staaten hat zurfolge, dass die Landwirtschaft nicht ausreichend gefördert wird, da agrarpolitische Konzepte fehlen. Deshalb gibt es oft kaum Bildungs und Ausbildungsmöglichkeiten,
  17. sodass viele Menschen gar nicht wissen, wie sie die Ressourcen besser schützen können. Das führt zu unzureichendem Ressourcenmanagement. Die nationale Politik ist oft erzeugerfeindlich,
  18. dafür Technologie und fortschrittsgläubig. Fehlende Rechtssicherheit für diejenigen, die das Land nutzen, ist ein weiteres Problem. Oft gibt es z.B. für keine Eigentums oder Pachtverträge,
  19. sodass die Menschen auch wenig Anreize haben in den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit zu investieren. Außerdem sorgen neben dem schon erwähnten hohen Bevölkerungswachstum auch die zunehmende
  20. Industrialisierung und Verstädterung für eine verstärkte Nachfrage nach Agrarland. Dies führt dazu, dass auch Flächen landwirtschaftlich genutzt werden, die dafür eigentlich nicht geeignet sind.
  21. Auch einige globale Faktoren tragen zur Desertifikation bei. Zuallererst ist da der weltweite Klimawandel zu nennen. Es wird prognostiziert, dass sich durch ihnen die
  22. Trockenheit in den ariden Gebieten der Erde weiter erhöhen wird. Die Wasserressourcen werden sich noch stärker verknappen. Ein weiteres Problem: Die Industrieländer bestimmen die Bedingungen
  23. des Weltmarkts, die Agrarsubventionen und die Exportpolitik. Dies setzt die Entwicklungsländer, die häufig von Desertifikation betroffen sind, massiv unter Druck. Viele von ihnen sind hoch
  24. verschuldet. Um die Schulden zu tilgen, sind die Länder gezwungen, Cashcrops für den Weltmarkt zu produzieren und deren Anbau erfolgt häufig nicht ressourcenschonend. Hinzu kommt,
  25. dass internationale Finanzhilfen nur selten in ein verbessertes Ressourcenmanagement fließen, sodass es hierfür in den betroffenen Ländern auch wenig finanzielle Anreize gibt. So. Jetzt
  26. das Wichtigste nochmals zusammengefasst. Unter Desertifikation versteht man die Bodendegradation in typischerweise trockenen Gebieten, die auf verschiedene Faktoren zurückzuführen ist,
  27. darunter klimatische Schwankungen und menschliche Aktivitäten. Bei der Desertifikation spielen erstens physische Faktoren eine Rolle. Dazu zählen z.B.
  28. die hohe Niederschlagsvariabilität oder die nährstoff und humusarmen flachgründigen Böden. Zweitens gibt es regionale Faktoren, wie z.B. die Überweitung oder unsachgemäße
  29. Bewässerung. Zu den nationalen Faktoren gehören beispielsweise die schlechte Regierungsführung, Bad Governance genannt oder auch die zunehmende Nachfrage nach Agrarland. Zu guter Letzt
  30. existieren auch noch globale Faktoren, z.B. die Bedingungen des Weltmarkts oder der Klimawandel.

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